Drehleier Forum

Normale Version: Welches Kolophonium benutzt ihr?
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Zum Thema Kolophonium gibt es zwar bereits etliche Beiträge im Forum, jedoch sind sie 9 Jahre alt. Da hat sich wohl mittlerweile auf dem Kolophonium-Markt einiges getan. Womit habt Ihr gute Erfahrungen gemacht? Benutzt Ihr je nach Außentemperatur verschiedene Sorten? Womit poliert Ihr nach? (Mein letzter Kursleiter nahm einen kleinen Holzblock!)
Auf dem Markt hat sich nach meiner Erfahrung nur quantitativ etwas getan, also mehr Auswahl. Entsprechend wenig gibt es Neues zu berichten, zumal die Hersteller immer ein großes Geheimnis um die Inhaltsstoffe und ihre Zusammensetzung machen. Ingredienzen nach altem Familienrezept und bla.

Grundsätzlich gilt: Je härter das Kolofon, desto geringer die Haftung und umgekehrt. Die Farbe ist dabei unerheblich, da das Kolofonium meist eingefärbt wird. Allenfalls beim Rohkolofonium könnte man Schlüsse zu Herkunft und Eigenschaften ziehen.

Bewährt hat sich je nach Geschmack ein Violin- oder Violakolofon, nach unten wird es immer weicher. 
Ein sehr gutes Violinkolofonium muss nicht zwingend auch für die Drehleier passen. So kann ein minderwertiges z.B. "schmieren", wie es ein Geigenbauer sagen würde, hat dafür aber bessere Hafteigenschaften am Rad.

In hiesigen Breiten ist ein Wechsel des Kolofons ja nach Außentemperatur m.E. nicht erforderlich, außer bei Extremwetterlagen wie diesen Sommer.

Festes Kolofonium oder Kolofoniumlösung (der Begriff Flüssigkolofonium ist irreführend) ist eher Glaubensfrage. Zum Grundieren nehme ich gelöstes, danach festes. Anfängern würde ich von flüssig zunächst abraten, solange man mit dem Verhältnis Watte/Kolofonium nicht vertraut ist, da es eher nach dem Alles oder Nichts-Prinzip funktioniert.

Glätten mit einem Klötzchen ist beim normalen nachkolofonieren nicht nötig, eher, wenn man das Rad z.B. nach dem Abziehen mit festem Kolofon behandelt. Durch die Reibung erwärmt es sich und homogenisiert die Oberfläche, aber Vorsicht: Sobald es nach Wald riecht, war es zu heiß, dann bilden sich Klümpchen auf der Radlauffläche.

Ansonsten gilt: Ausprobieren bis man das "richtige" für sich selbst gefunden ist. Die Farbe und ein großer Herstellername spielt da keine Rolle. Es gibt aber Hersteller, die eine Farbtabelle in Relation zum Härtegrad anführen, das ist eine ganz gute Orientierung.

Und eines noch: Kolofonium altert! Je nach Hersteller und Qualität unterschiedlich langsam. Da es lange vorhält, vollzieht sich der Prozess fast unmerklich. Es wird dann spröde, verliert Haftung und nähert sich seinem Ursprungszustand wieder an. Das kommt von zugesetzten, flüchtigen Bestandteilen. Man erkennt es beim genaueren Hinschauen daran, dass es trübe und innen rissig wird. Also, nach langem Gebrauch ruhig mal austauschen.
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Ich komme gerade von einem Wochenendkurs und dort wurde empfohlen
Kolofonium für Geigen zu benutzen, das sei das Beste für eine Drehleier.
Hartes Kolofonium für ein Holzrad und flüssiges Kolofonium für eine Kunststoffrad.
Bestimmt gibt es einige Hersteller dafür die man dann noch Ausprobieren kann.
lg
HDM
Die Eignung eines Kolofoniums bemisst sich vorrangig an den Melodiesaiten der Drehleier, daher kommt meist ein Kolofon für Violine zum Einsatz. Abhängig von Härtegrad und Mensur bzw. Stimmung kann auch eines für Viola geeignet sein. Weiterhin ist die Auswahl auch vom Klangcharakter des Instruments abhängig. Klingt die Drehleier zu matt, kann ein härteres Kolofon etwas mehr Brillianz erzeugen, bei einem als schneidend empfundenen Klang der Melodiesaiten bietet sich ein eher weicheres an. Und nicht zuletzt spielt auch das eigene Klangideal bei der Auswahl eine Rolle. Drehleier-Treffen und Spielkurse sind eine gute Gelegenheit, mal ein anderes Kolofonium auszuprobieren, ohne es gleich kaufen zu müssen. Alles, was man über Kolofonium zu wissen glaubt, entstammt ohnehin meistens den Herstellerangaben. Durchprobieren ist immer besser als Orientierung an Herstellernamen und -angaben. Insgesamt halte ich das Kolofonium für ausentwickelt. Saitenhersteller, die auch Kolofonium verkaufen, stimmen ihre Produkte gerne aufeinander ab. So kommt ab und an was Neues auf den Markt. Für die Drehleier ist das meist ohne Belang. Interessanter ist aber eine Angabe zur Eignung für Darmsaiten.