Drehleier Forum

Normale Version: "rauschendes Geräusch" und Töne höher als c'' quitschen.
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Hallo Drehleiergemeinde, ich habe ein Problem mit meiner Leier: Sie klingt im moment nicht gut, und ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll.

Zum einen ist es so, dass hinter dem eigentlich ton, den ich ja haben möchte, öfters so ein rauschendes geräusch zu hören ist, manchmal ist es stärker und manchmal schwächer, und ich hab bis jetzt nicht herausgefunden, wie ich es beeinflusse. Wahrscheinlich hängts an der wattierung. Es sorgt leider dafür, dass der Ton nicht so schön klar ist, wie er sein könnte, wird allerdings erst bei den hohen tönen zu einem Problem. Kennt ihr dieses Rauschen auch?

Das zweite ist, dass die Töne, die höher sind als das c'' ziemlich gequält klingen, also, dass sie klingen, als würden man sie gerade gewaltsam aus der Leier herausquetschen, der Ton ist nicht stabil, und jault ziemlich. Wenn ich die Leier neu wattiert habe, ist es kurze zeit nicht mehr so, wird dann aber ganz schnell wieder zu diesem Zustand.
Sollte ich bei soetwas dicker oder dünner wattieren, und den Saitenabstand größer oder kleiner machen? Und: Sollte die Watte rechts und links über das Rad hinausschauen? Falls nicht: Sollte die "Schichtdicke" der Watte an den "Wattenenden" gleichmäßig geringer werden, oder sollte die Watteschicht apprupt aufhören?


Ich verwende Thomastik Infeld Saiten, umsponnener chromstahl, und zum wattieren die watte vom Roßmann.
Mahlzeit!

Für die Beantwortung deiner Wattierrungsfragen ist das vielleicht hilfreich:

http://www.gotschy.com/deutsch/service.html


Was die hohen Töne betriff: Sind die Fähnchen exakt eingerichtet und/oder sauber bearbeitet? Versuch doch mal, den Saitendruck minimal zu senken (ein/zwei Lagen Zigarettenpapier sollten ausreichen).

Ich weiss ja nicht, wie bei Dir das Wetter ist, wir haben hier gerade ne Luftfeuchte wie im Dschungel. Manchmal hilft auch das Aussitzen des Problems Smile.

Schönes Wochenende
Ron
"Rauschende Geräusche" kenn ich auch, dass liegt bei mir meistens daran, dass irgendein Bauteil der Leier mitschwingt. Z.B. Teile der Tastatur. Ich hab mehrere Kapodaster auf der Leier und der Kapo, mit der ich die C-Schnarre aufs D hochstimmen kann, schwingt ziemlich stark mit, wenn ich ihn aktiviert habe. Das macht dann so rauschende Geräusche. D.h. der Kapo schwingt wohl stark beim Ton D mit. Das konnte ich etwas beheben, indem ich etwas zwischen Kapo und Befestigung am Korpus geschoben habe. Ganz weg ist es aber nicht. Ist mein tiefer G-Bordun zu stark eingestellt, neigt meine Tastatur auch dazu mitzuschwingen. Als bei meinem Tangentenkastendeckel mal die Magnete rausgefallen sind und er dadurch nicht richtig geschlossen hat, hat der auch zu sowas geneigt.

Vielleicht lohnt es sich mal zu schauen, bei welchen Tönen du das rauschende Geräusch sehr stark hast und dann mal zu schauen, ob die ähnliche Obertöne haben, die für sowas sorgen könnten. Dann müsste man halt noch schauen, was dann mitschwingt, falls es tatsächlich sowas ist.
Hallo, als Neuling habe ich folgendes Problem:
Vor kurzer Zeit erwarb ich eine gebrauchte Gotschy Standart, welche wohl von der Vorbesitzerin nicht so viel gespielt wurde. Die umspannte Melodiesaite in G  macht mir nun Sorgen, denn sie scheppert, tönt metallen, quitscht, und lässt etwas mitschwingen (tönt wie eine leise Schnarre)! Das ist mir zuviel des Guten, und nach mehrmaligem Wattieren tönt es immer noch nicht besser. Ich möchte einen warmen Ton erzielen, weiss aber nicht an was es liegt!

Besten Dank für eure Antworten

Neunwelten
(14.08.2016, 17:06)Neunwelten schrieb: [ -> ]Hallo, als Neuling habe ich folgendes Problem:
Vor kurzer Zeit erwarb ich eine gebrauchte Gotschy Standart, welche wohl von der Vorbesitzerin nicht so viel gespielt wurde. Die umspannte Melodiesaite in G  macht mir nun Sorgen, denn sie scheppert, tönt metallen, quitscht, und lässt etwas mitschwingen (tönt wie eine leise Schnarre)! Das ist mir zuviel des Guten, und nach mehrmaligem Wattieren tönt es immer noch nicht besser. Ich möchte einen warmen Ton erzielen, weiss aber nicht an was es liegt!

Besten Dank für eure Antworten

Neunwelten

Bei meiner alten Gotschy (Baujahr 2006) hat die mitgelieferte tiefe g-Melodiesaite (Corelli Crystal) gegen die Holzfähnchen geschlagen, eine strammere Saite mit geringerem Ausschlag (ich nutze Thomastik medium) sowie bessere Metall-/Kunststoff-/Gummi-Fähnchen lösen das Problem, notfalls den Abstand zwischen Saite und Fähnchen vergrößern, geht auf unterschiedliche Arten.
Wo das Quietschen herkommen könnte außer von falscher Wattierung oder Kolophonierung fällt mir gerade nicht ein, vielleicht hängt es ja damit zusammen.
@ David-F
Vielen Dank für deine prompte Antwort  Rolleyes
Es ist genau diese CORELLI- Saite aufgezogen, ja, und das mit dem Kollophonium hatte ich auch in Verdacht, das könnte es sein. Momentan bin ich am Basteln, um die Drehleier besser kennenzulernen  Big Grin  Danke für den Tipp mit der Saite, das werde ich probieren!
(14.08.2016, 17:40)Neunwelten schrieb: [ -> ]@ David-F
Vielen Dank für deine prompte Antwort  Rolleyes
Es ist genau diese CORELLI- Saite aufgezogen, ja, und das mit dem Kollophonium hatte ich auch in Verdacht, das könnte es sein. Momentan bin ich am Basteln, um die Drehleier besser kennenzulernen  Big Grin  Danke für den Tipp mit der Saite, das werde ich probieren!

Wenn du auch diesen Karwendelharzblock nutzt, kann ich nur empfehlen, nach dem Abrieb auf das Rad das Kolophonium durch einige Umdrehungen mit einem weichen Tuch und leichtem Druck gleichmäßig zu verteilen (es darf kein heller Staub mehr sichtbar sein), sonst kann es schonmal kratzende Töne geben, vor allem in hoher Lage. Außerdem darauf achten, dass die Randkante so wenig Harz wie möglich abbekommt, dort also gegebenenfalls vermehrt mit dem Tuch langgehen.
Genau, Walthari Karwendel-Harz  Confused OK, das habe ich natürlich nicht gemacht!
Welches Harz ist zu empfehlen?
(14.08.2016, 19:23)Neunwelten schrieb: [ -> ]Genau, Walthari Karwendel-Harz  Confused OK, das habe ich natürlich nicht gemacht!
Welches Harz ist zu empfehlen?

Ich bin mit dem Walthari Karwendel-Harz zufrieden, man muss halt nur an das anschließende Verreiben mit dem Tuch (also festhalten und die Kurbel drehen) denken.
Viele nutzen inzwischen Flüssigkolophonium, was letzten Endes wohl auch nur in Isopropanol aufgelöstes Harz auf einem Tuch und damit ähnlich ist.
Vielen Dank für deine zahlreichen und wertvollen Tipps, das werde ich gerne ausprobieren, und hoffe dass ich eines Tages das tolle Instrument und die Wartung verstehe   Blush