Drehleier Forum

Normale Version: tief d stimmung
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Hallo liebe "Radler",
stimmt jemand seine Leier auch so tief und mit welchen Saiten ?

https://www.youtube.com/watch?v=wUKY41JBb7w

Für die Bordune und die Tiefe Melodie habe ich mir Lenzner Sonderanfertigungen machen lassen - die sind ganz gut.
Schnarre und hohe Melodie sind Nylgut ( Darm mag ich aus praktischen Gründen nicht).
Wer hat Erfahrungen mit Carbon etc. oder anderen Materialien mit weniger Zugkraft ?
Hallo Siegfried,

klar gibt es hier Leute, die eine solche Stimmung auf ihrem Instrument haben. Ich selbst nicht, aber das liegt daran, dass ich ein Instrument habe, dass auf die G/C-Stimmung ausgelegt ist.

Für die tiefe D-Stimmung muss die Leier anders gebaut sein, sonst klingt das meiner Meinung nach nicht schön. In Deutschland findet man die tiefen Saiten daher meistens auch eher auf "großen Leiern", wie z.B. die Largo von Sebastian Hilsmann oder Viola/Tenor von Wolfgang Weichselbaumer. Hohe D-Saiten gehen dahingegen meistens recht gut, weil die ja zwischen der tiefen und der hohen G-Saite liegt und daher auch ganz gut auf eine G/C-Leier passt.

Das ganze ist meiner Meinung nach weniger eine Frage der Besaitung, als eine Frage des Instruments. Wenn ein Instrument auf G/C ausgelegt ist, wird es am Besten in dieser Stimmung funktionieren, dass ist einfach konstruktionsbedingt so. Man macht aus einer Geige ja auch kein Cello, nur weil man Cello-Saiten aufzieht Wink
(29.12.2014, 13:10)Pan schrieb: [ -> ]Man macht aus einer Geige ja auch kein Cello, nur weil man Cello-Saiten aufzieht Wink

Ein extrem passender und sehr deutlicher Vergleich :-)
Danke für eure Antworten.
Bei Neil Brook funtioniert dies aber sehr gut wie ich in dem link gesehen und gehört habe. (3D hurdy Gurdy youtube)
Alles natürlich innerhalb eines gewissen aber wohltuend anders klingendem Rahmen - übrigens bei beibehaltener 35cm Mensur.
Auch meine Gotschy Alea tut sich nicht schwer in diesen Tiefen - probiert es mal aus -.......
(30.12.2014, 01:01)siegfried schrieb: [ -> ]Danke für eure Antworten.
Bei Neil Brook funtioniert dies aber sehr gut wie ich in dem link gesehen und gehört habe. (3D hurdy Gurdy youtube)
Alles natürlich innerhalb eines gewissen aber wohltuend anders klingendem Rahmen - übrigens bei beibehaltener 35cm Mensur.
Auch meine Gotschy Alea tut sich nicht schwer in diesen Tiefen - probiert es mal aus -.......

Es gibt viele Möglichkeiten was die Besaitung angeht, man muss halt nur schauen wie viel Spannung die Stimmwirbel und das Instrument aushalten, wenn es an wahnsinnig dicke Saiten unter großer Spannung geht und der Ausschlag gegen die Tangenten sowie die Lautstärke sind ja auch zu berücksichtigen. Wer sein Instrument gnadenlos überspannt, muss sich über nicht eingeplanten Verzug oder Schlimmeres halt nicht wundern, habe ich bei Drehleiern allerdings noch nicht gesehen.
Ich kenne das 3D Modell von Neil Brook nicht und auf seiner Website steht auch nichts dazu, von daher kann ich nicht sagen, auf welche Stimmung es auslegt ist. Beim Video steht zumindest auch nichts in die Richtung, dass es eigentlich für G/C gedacht war und er dann einfach mal D-Saiten aufgezogen hat. Ich würde daher einfach mal davon ausgehen, dass er das Instrument für die D-Stimmung konstruiert hat. Nach seiner Website bietet er das bei verschiedenen Instrumenten an.

Nur von der Mensur her kannst du da keine Einschätzungen machen (aber auch dazu finde ich keine Zahlen - wo stehen denn die 35 cm?). Meine Phoenix Ultra hat eine Mensur von 39 cm, eine Largo von Sebastian Hilsmann hat im Vergleich "nur" 36 cm. Trotzdem klingt eine tiefe C-Saite (also nochmal einen Ganzton tiefer) auf einer Largo ganz, ganz anders und wesentlich besser, als sie jemals auf meiner Phoenix klingen könnte. Einfach, weil das Instrument dafür gebaut ist. Da spielen soviele Faktoren rein, z.B. die Bebalkung (die man von außen ja nicht sehen kann), das Holz, die Korpusform, die ganzen "Einzelteile" wie die Brücke etc. pp.
Natürlich auch die Saiten - aber die Saiten sind nur ein kleiner Teil vom Gesamtkonzept.

Natürlich heißt das wiederum nicht, dass andere Stimmungen als geplant auf jeden Fall und unbedingt schlecht klingen. Aber die Instrumentenbauer/innen denken sich ja schon was dabei, wenn sie ihre Instrumente konstruieren und es hat dann meist schon Sinn, die vorgesehene Stimmung beizubehalten. Der Vergleich "Geige <-> Cello" war vielleicht etwas übertrieben, was du möchtest, ist eher "Geige <-> Viola". Und klar kann man auch eine Geige bespannen und Stimmen wie eine Viola, dass wird auch nicht zwingend schlecht klingen - aber es hat auch schon seinen Grund, weshalb es die Viola als eigenes Instrument gibt Wink

Und wenn es auf deiner Phoenix Alea gut klingt, ist doch alles super Smile
Blos wirst du da wohl schon auch an Grenzen stoßen (oder weshalb dann die Frage nach den Saiten?) - und diese Grenzen wirst du dann auch mit anderen Saiten nicht überwinden können. Bei einer Phoenix könnte ich mir auch vorstellen, dass du da Probleme mit der Amplitude einer so tiefen Saite hast, oder? (wie David ja auch schon schreibt) Der Tangentenkasten ist ja schon relativ eng und schmal, so im Vergleich zu anderen Leiern.

In einem anderen Thread hast du geschrieben, dass du dir in naher Zukunft eine andere Leier zulegen willst. Wenn du darauf dann auch die tiefe D-Stimmung spielen magst, würd ich da dann aber auf jeden Fall eine Leier kaufen, die auch darauf ausgelegt ist. Alles andere wäre dann ja Quatsch, wenn du eh schon eine neue Leier kaufst, kannst du die dann ja auch so bauen lassen, dass sie direkt deinen Wünschen entspricht Wink
Ich würd dir sogar empfehlen dich evtl. nach Leiern mit 2,5 Oktaven umzusehen. Die haben dann entsprechend durch die zusätzlichen Tasten auch nochmal eine wesentlich längere Mensur und sind dann natürlich auch noch viel stärker auf die tiefen Lagen ausgerichtet, als eine "eigentlich G/C-Leier, die noch eine tiefe Saite dazu hat".

Übrigens lieb ich selbst die tiefe Stimmung vom Klang her auch total, nicht das wir uns da falsch verstehen.
Hallo Pan,
Danke für deine ausführliche Antwort. Du hast Recht, auf seiner Site steht dazu nichts.
Bei youtube gibts von Neil Brook ein Video - 3 D Hurdy Gurdy. Das sagt alles.
Nach dem neuesten Stand der Kommunikation mit ihm hat er mir versichert, daß eine 35 cm Mensur völlig ausreicht ein solch tiefes D zu erzeugen. Er möchte keine verlängerte Mensur bauen. Funktioniert auf meiner 35 cm Alea auch gut und die Amplitude der Saite ist selbst im engen Aleatangentenkasten kein Problem. Wie gesagt sie läuft. Die Frage nach anderer Besaitung bezog sich hauptsächlich darauf, einen etwas weicheren Klang zu erzeugen ohne auf Darm zurückgreifen zu müssen.
Beste Grüße und kommt alle gut ins neue Jahr
Siegfried
Welche Saiten genau von welchem Hersteller eignen sich denn für die tiefe D-Chanterelle bei einer Mensur von 35 cm und über welchen Weg sind diese zu beschaffen?
Hi Armin,
Neil Brook sagt Corelli Crystal Viola C, ich finde auch Lenzner Sonderanfertigungen im Bereich 1.25 mm gut. Jargar oder Thomastik mit vergleichbarem Durchmesser geht auch. Viel Spaß beim Probieren und spielen.
Schau mal bei Ebay.
Grüße
Siegfried