Drehleier Forum

Normale Version: Wieviel spiel dürfen Tangenten haben?
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Hallo,
ich habe mir die Tage eine Drehleier (neu) von einem Instrumentenbauer gekauft. Ich habe mir nun intensiv Zeit für die Drehleier genommen, und muss sagen, dass die Tangenten schon viel spiel haben (die oberen, schmaleren). Die Tangenten haben Metallfähnchen und diese bringen die Tangenten bei den höheren Tasten/Tönen um 2 - 3mm zum kippen. Das darf eingentlich nicht sein, oder? Kann man das selbst stabilisieren, oder muss ich dies zum Instrumentenbauer zurück geben und richten lassen.
Grüße
Klingt insgesamt nicht gut, aber ich verstehe nicht so ganz, was genau wie kippt. "Tangenten" und "Fähnchen" bezeichnen normalerweise das gleiche, weshalb mir nicht ganz klar ist, was passiert. Meinst du mit Tangente "Taste"? Wenn ja, wie kippt die Taste? Und in welche Richtung und wann (ich vermute, wenn du die Taste drückst)?
Evtl. wären Photos ganz gut.
Im Inneren des Tangentenkastens, fallen die ein oder anderen Metallfähnchen um ca. 2 - 3mm nach links oder nach rechts. Dies betrifft die Tasten für die hohen Noten. Sie sind schon im Ruhezustand "verwackelt", wenn ich die Drehleier umgeschnallt habe. Somit wird die Melodieseite auch nicht jedes mal auf den Millimeter genau getroffen. Die Metallfähnchen scheinen zu schwer zu sein, oder die Taste einfach nicht passgenau für die Aussparung.
Ah, okay. Etwas Spiel ist da schon normal (hab gerade mal bei meiner nachgesehen, da ist es aber weniger als 1mm), 2-3 mm klingt für mich aber schon ziemlich viel, da drehen sich die Tasten ja quasi schon ein Stück in ihrer Führung. Da kannst du ja überhaupt nicht sauber intonieren, oder?
Weiß nicht, ob man das selbst verbessern könnte, geht sicherlich irgendwie. Klingt für mich aber nach einem größeren Eingriff und auch etwas, was eher der Instrumentenbauer machen sollte. Da würd ich ihn auf jeden Fall nochmal besuchen...
Klingt für mich so, als wären entweder die Führungslöcher im Tangentenkasten zu groß oder die Tasten zu dünn, sodass die halt in der Führung zu viel Spiel haben.
Hm, OK, dann mache ich das. Vielen Dank für Deine Tipps und Info.
(15.12.2015, 21:45)Newbie schrieb: [ -> ]Hm, OK, dann mache ich das. Vielen Dank für Deine Tipps und Info.

...Also die Tasten sollten sich eigentlich so wenig wie möglich in ihrer Führung "verdrehen lassen"... Bei einer neuen Drehleier sollten die Tasten eigentlich gut passen und nicht wackeln (bei einem gebrauchten Instrument kann es schon mal vorkommen, dass sich die Führung im Tangentenkasten bereits etwas abgenutzt hat...).

Bei einer neu gekauften (neuen) Drehleier würde ich das Problem am Besten mit dem Instrumentenbauer besprechen und ihn bitten es zu beheben.

Ist das nicht möglich, lässt sich eine wackelnde Taste aber mit etwas Geschick und Geduld auch selbst recht einfach beheben, indem man an entsprechender Stelle in das "Loch im Tangentenkasten" ein Stückchen dünnes Furnier klebt (am besten auf beiden Seiten) und dieses anschließend vorsichtig soweit abschleift dass die Taste gut und leichtgängig sitzt. (Beim Abschleifen aber unbedingt darauf achten nur das Furnier und nicht etwa das Loch oder dessen Ecken zu vergrößeren...; Beim wieder Einbauen der Metallfähnchen ist es wichtig, die Schrauben vorsichtig festzuziehen, damit die Taste nicht springt...)

Ach ja, ein kleines Stück Furnier bekommt man am ehesten bei einem Schreiner/Restaurator, der Baumarkt führt sowas häufig nicht.

Viele Grüße
SN
Ein gewisses Spiel der Tangenten in den Führungen ist unvermeidlich. In dem beschriebenen Ausmaß ist es aus meiner Sicht bei einem neuen Instrument inakzeptabel, weil jenseits der Toleranzen. Hier sollte der Hersteller (kostenfrei) nachbessern.

Anders ist es bei einer gebrauchten, viel gespielten Drehleier. Durch die Reibung (die Tangenten sind häufig aus härterem Holz als der Tangentenkasten) vergrößern sich im Laufe der Zeit die Abstände zwischen Führungen und Tangenten. Hier sollte man selbst Hand anlegen, weil man mehr Zeit und Sorgfalt investieren kann als der Drehleierbauer. Ist nicht nur eine Kostenfrage sondern auch eine gute Übung, um sich dem Instrument handwerklich zu nähern. Früher oder später kommt man eh nicht drumherum. 

Furniere, meist wird wohl Ahorn in Frage kommen, bekommt man auch in Fachgeschäften für Modellbau oder Geschäften für Bastler- und Künstlerbedarf. Die passend zugeschnittenen Furnierstücke sollten unter Druck mit Holzleim (sparsam) angebracht werden. Austretender Leim sollte sofort mit einem kleinen feuchten Lappen entfernt werden. Für die Anpassung bietet sich eine Schlüsselfeile an (eine eckige, also kein "Mäuseschwänzchen" o.ä., damit es keine "runden Ecken" gibt). Am besten legt man sich einen ganzen Satz zu, da man alle Teile irgendwann gebrauchen kann. Abschließend die Führungen und die betreffenden Stellen der Tangenten noch mit einem Grafitstift behandeln, zur Not tut es auch ein weicher Bleistift. Verbessert das Spielgefühl und verringert künftige Reibungsverluste. 
Bei meiner Gotschy (noch von Helmut) war es genau umgekehrt, die wurde im Winter passgenau gemacht und im Sommer klemmten alle Tasten, so dass ich etwas nachschleifen musste, was aber deutlich zu bevorzugen ist.
Etwas Spiel hat sie im Winter nun natürlich auch, aber deutlich weniger als einen Milimeter und absolut akzeptabel.
(18.12.2015, 10:05)David-F schrieb: [ -> ]Bei meiner Gotschy (noch von Helmut) war es genau umgekehrt, die wurde im Winter passgenau gemacht und im Sommer klemmten alle Tasten, so dass ich etwas nachschleifen musste, was aber deutlich zu bevorzugen ist.
Etwas Spiel hat sie im Winter nun natürlich auch, aber deutlich weniger als einen Milimeter und absolut akzeptabel.

Ich nehme mal an, dass Du es vor dem Abschleifen erst mit Graphit/Bleistift versucht hast. Ich empfehle dies jedem als Mittel der 1.Wahl um eine schwergängige Taste wieder leichtgängig zu machen.
(18.12.2015, 10:41)Stefan R schrieb: [ -> ]
(18.12.2015, 10:05)David-F schrieb: [ -> ]Bei meiner Gotschy (noch von Helmut) war es genau umgekehrt, die wurde im Winter passgenau gemacht und im Sommer klemmten alle Tasten, so dass ich etwas nachschleifen musste, was aber deutlich zu bevorzugen ist.
Etwas Spiel hat sie im Winter nun natürlich auch, aber deutlich weniger als einen Milimeter und absolut akzeptabel.

Ich nehme mal an, dass Du es vor dem Abschleifen erst mit Graphit/Bleistift versucht hast. Ich empfehle dies jedem als Mittel der 1.Wahl um eine schwergängige Taste wieder leichtgängig zu machen.

Jou habe ich natürlich, aber bei Wärmeausdehnung hilft das teilweise nicht mehr.
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