Drehleier Forum

Normale Version: Frage zu dieser Leier
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3
Hey Smile

Ich habe vor einigen Wochen hier schon mal nach eurer Meinung zu einer Leier von Ebay gefragt.

Habe jetzt wieder eine dort zur Auktion gesehen, die ich diesmal auch von der Verarbeitung her (meine Laienmeinung...) viel besser finde. Preis fände ich auch ok.

Es stört mich nur, dass diese Leier nur eine Melodiesaite hat, aber damit könnte ich zur Not leben.

Wäre sehr schön, wenn jemand seine Profimeinung hier kundtun würde. Das hat mir bei der letzten Leier, an der ich interessiert war, sehr weitergeholfen Smile

http://www.ebay.com/itm/HURDY-GURDY-/252...SwB09YGOHh Das ist die besagte Leier. Smile
Da ich weder die Leier noch den Hersteller kenne kann ich nur die Bilder kommentieren, nicht die Verarbeitungsqualität oder den Klang etc.

Die Verarbeitung scheint den Bildern nach zu urteilen gut zu sein. Das mit der einen Melodiesaite muss kein Nachteil sein, wenn sie gegenüber den Bordunen kräftig genug rüberkommt. Auch bei meiner Highendleier nutze ich häufig nur eine Melodiesaite.
Was meines Erachtens jedoch ein großer Nachteil ist, ist dass das abgebildete Instrument der Erläuterung nach nur einen C Bordun und eine c' Schnarre hat. Damit ist man
auf Stücke  in C-Dur/C-Moll beschränkt. Viele schönen Stücke sind aber in G-Dur/G-Moll notiert. Klassische Drehleiern in unseren Breiten haben daher meistens sowohl einen C- als auch einen G-Bordun und eine c' und d' Schnarre (teilweise nur c' Schnarre die dann bei Stücken in G-Dur/G-Mollauf d' umgestimmt wird).

Mir ist auch aufgefallen, dass das abgebildete Instrument nicht wie normal üblich einen Tonumfan von 2 Oktaven aufweist. In der Abbildung erkenne ich in der unteren (diatonischen) Tastenreihe "nur" 12 Tasten hat. Gewöhnlich haben traditionelle Instrumente dort 13 Tasten (ohne septim in der 2. oktave) neue auch 14. Ähnlich ist es in der unteren Tastenreiche (chromatische Halbtonschritte) dort kann ich nur 9 statt der üblichen 10 Tasten erkennen. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass nur die jeweils letzten oberen Tasten (die in der Nähe des Rades) fehlen könnte man streng genommen sagen, dass man die nur sehr selten benötigt, ärgerlich ist es aber wenn einem dann schöne Stücke begegnen die sich wegen der Beschränkung eben nicht mehr spielen lassen...

Der angegebene Preis erscheint mir für eine Drehleier recht günstig. Normalerweise kosten solide Instrumente ab € 1000 aufwärts wobei man i. d. R. mit ca. € 2000/2500 rechnen sollte (Das ist auch gerechtfertigt wenn man bedenkt das diese Instrumente individuell in vielen Stunden Handarbeit angefertigt werden und alleine ein Satz Saiten € 100 und mehr kostet, vom sonstigen Material gar nicht zu sprechen [Tonholz, Achse, Lager, z.T. Stimmechaniken etc. etc.]).

Ausserdem ist zu bedenken, dass das Instrument anscheinend nicht aus Deutschland kommt und keine Angaben über den Instrumentenbauer vorliegen. Das kann es erschweren, wenn es mal nötig sein sollte das Instrument überholen zu lassen oder aber eine Reparatur anfällt. Gerade bei einem so komplexen Instrument wie einer Drehleier kann das durchaus der Fall sein. Günstiger ist es meiner Ansicht nach deshalb direkt beim Instrumentenbauer zu kaufen bzw. zu wissen an wen man sich bei Problemen wenden kann anstatt erst einen Instrumentenbauer suchen zu müssen der bereit ist sich des Instruments anzunehmen.

viele Grüße,
SN
(04.11.2016, 09:30)Stefan R schrieb: [ -> ]Da ich weder die Leier noch den Hersteller kenne kann ich nur die Bilder kommentieren, nicht die Verarbeitungsqualität oder den Klang etc.

Die Verarbeitung scheint den Bildern nach zu urteilen gut zu sein. Das mit der einen Melodiesaite muss kein Nachteil sein, wenn sie gegenüber den Bordunen kräftig genug rüberkommt. Auch bei meiner Highendleier nutze ich häufig nur eine Melodiesaite.
Was meines Erachtens jedoch ein großer Nachteil ist, ist dass das abgebildete Instrument der Erläuterung nach nur einen C Bordun und eine c' Schnarre hat. Damit ist man
auf Stücke  in C-Dur/C-Moll beschränkt. Viele schönen Stücke sind aber in G-Dur/G-Moll notiert. Klassische Drehleiern in unseren Breiten haben daher meistens sowohl einen C- als auch einen G-Bordun und eine c' und d' Schnarre (teilweise nur c' Schnarre die dann bei Stücken in G-Dur/G-Mollauf d' umgestimmt wird).

Mir ist auch aufgefallen, dass das abgebildete Instrument nicht wie normal üblich einen Tonumfan von 2 Oktaven aufweist. In der Abbildung erkenne ich in der unteren (diatonischen) Tastenreihe "nur" 12 Tasten hat. Gewöhnlich haben traditionelle Instrumente dort 13 Tasten (ohne septim in der 2. oktave) neue auch 14. Ähnlich ist es in der unteren Tastenreiche (chromatische Halbtonschritte) dort kann ich nur 9 statt der üblichen 10 Tasten erkennen. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass nur die jeweils letzten oberen Tasten (die in der Nähe des Rades) fehlen könnte man streng genommen sagen, dass man die nur sehr selten benötigt, ärgerlich ist es aber wenn einem dann schöne Stücke begegnen die sich wegen der Beschränkung eben nicht mehr spielen lassen...

Der angegebene Preis erscheint mir für eine Drehleier recht günstig. Normalerweise kosten solide Instrumente ab € 1000 aufwärts wobei man i. d. R. mit ca. € 2000/2500 rechnen sollte (Das ist auch gerechtfertigt wenn man bedenkt das diese Instrumente individuell in vielen Stunden Handarbeit angefertigt werden und alleine ein Satz Saiten € 100 und mehr kostet, vom sonstigen Material gar nicht zu sprechen [Tonholz, Achse, Lager, z.T. Stimmechaniken etc. etc.]).

Ausserdem ist zu bedenken, dass das Instrument anscheinend nicht aus Deutschland kommt und keine Angaben über den Instrumentenbauer vorliegen. Das kann es erschweren, wenn es mal nötig sein sollte das Instrument überholen zu lassen oder aber eine Reparatur anfällt. Gerade bei einem so komplexen Instrument wie einer Drehleier kann das durchaus der Fall sein. Günstiger ist es meiner Ansicht nach deshalb direkt beim Instrumentenbauer zu kaufen bzw. zu wissen an wen man sich bei Problemen wenden kann anstatt erst einen Instrumentenbauer suchen zu müssen der bereit ist sich des Instruments anzunehmen.

viele Grüße,
SN

- Kann man die Saite nicht irgendwie umstimmen? Man kann sich in der Artikel Beschreibung ein stück auf dieser Leier anhören. Also kann man nicht einfach die melodiesaite höher oder tiefer stimmen? 
(04.11.2016, 09:48)...ja man kann die Bordunsaite umstimmen ABER: ohne Kapodaster bedeutet das, dass Du ständig die Saite "spannst und entspannst" das tut der Saite nicht gut und 4-Töne hochstimmen  (C auf G) beanspricht die Saite ziehmlich, wenn du Pech hast reißt sie, weil sie für die dann entstehende Zugkraft gar nicht ausgelegt ist (und ob sich die überspannte Saite dann gut anhört ist fraglich) ....warum wills Du die Melodiesaite umstimmen? Ob Dir der Klang gefällt oder nicht musst Du selbst entscheiden, das ist bei Drehleiern wie bei anderen Instrumenten auch immer Geschmackssache. Dazu kann und will ich Dir daher keinen Rat geben.MfG,SN schrieb: [ -> ]
(04.11.2016, 09:30)Stefan R schrieb: [ -> ]Da ich weder die Leier noch den Hersteller kenne kann ich nur die Bilder kommentieren, nicht die Verarbeitungsqualität oder den Klang etc.

Die Verarbeitung scheint den Bildern nach zu urteilen gut zu sein. Das mit der einen Melodiesaite muss kein Nachteil sein, wenn sie gegenüber den Bordunen kräftig genug rüberkommt. Auch bei meiner Highendleier nutze ich häufig nur eine Melodiesaite.
Was meines Erachtens jedoch ein großer Nachteil ist, ist dass das abgebildete Instrument der Erläuterung nach nur einen C Bordun und eine c' Schnarre hat. Damit ist man
auf Stücke  in C-Dur/C-Moll beschränkt. Viele schönen Stücke sind aber in G-Dur/G-Moll notiert. Klassische Drehleiern in unseren Breiten haben daher meistens sowohl einen C- als auch einen G-Bordun und eine c' und d' Schnarre (teilweise nur c' Schnarre die dann bei Stücken in G-Dur/G-Mollauf d' umgestimmt wird).

Mir ist auch aufgefallen, dass das abgebildete Instrument nicht wie normal üblich einen Tonumfan von 2 Oktaven aufweist. In der Abbildung erkenne ich in der unteren (diatonischen) Tastenreihe "nur" 12 Tasten hat. Gewöhnlich haben traditionelle Instrumente dort 13 Tasten (ohne septim in der 2. oktave) neue auch 14. Ähnlich ist es in der unteren Tastenreiche (chromatische Halbtonschritte) dort kann ich nur 9 statt der üblichen 10 Tasten erkennen. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass nur die jeweils letzten oberen Tasten (die in der Nähe des Rades) fehlen könnte man streng genommen sagen, dass man die nur sehr selten benötigt, ärgerlich ist es aber wenn einem dann schöne Stücke begegnen die sich wegen der Beschränkung eben nicht mehr spielen lassen...

Der angegebene Preis erscheint mir für eine Drehleier recht günstig. Normalerweise kosten solide Instrumente ab € 1000 aufwärts wobei man i. d. R. mit ca. € 2000/2500 rechnen sollte (Das ist auch gerechtfertigt wenn man bedenkt das diese Instrumente individuell in vielen Stunden Handarbeit angefertigt werden und alleine ein Satz Saiten € 100 und mehr kostet, vom sonstigen Material gar nicht zu sprechen [Tonholz, Achse, Lager, z.T. Stimmechaniken etc. etc.]).

Ausserdem ist zu bedenken, dass das Instrument anscheinend nicht aus Deutschland kommt und keine Angaben über den Instrumentenbauer vorliegen. Das kann es erschweren, wenn es mal nötig sein sollte das Instrument überholen zu lassen oder aber eine Reparatur anfällt. Gerade bei einem so komplexen Instrument wie einer Drehleier kann das durchaus der Fall sein. Günstiger ist es meiner Ansicht nach deshalb direkt beim Instrumentenbauer zu kaufen bzw. zu wissen an wen man sich bei Problemen wenden kann anstatt erst einen Instrumentenbauer suchen zu müssen der bereit ist sich des Instruments anzunehmen.

viele Grüße,
SN

- Kann man die Saite nicht irgendwie umstimmen? Man kann sich in der Artikel Beschreibung ein stück auf dieser Leier anhören. Also kann man nicht einfach die melodiesaite höher oder tiefer stimmen? 
Hallo,

das Instrument scheint spielbar zu sein...aber ich würde sie trotzdem nicht kaufen. Du in den Möglichkeiten mit diesem Instrument sehr beschränkt und wirst (sofern Du Spaß am Drehleier spielen findest) sehr schnell frustriert sein. 
Wenn Du die Saiten ständig umstimmen musst, halten sie die jeweilige Stimmung auch nur sehr schlecht.

Ich wäre immer noch für die Variante mit einem Leihinstrument ausprobieren, ob es was für Dich ist und dann was Vernünftiges kaufen.
Du schriebst, dass du seit 16 Jahren "Klavier, Geige, etc." spielst und fragst ernsthaft, ob man bei einem Streichinstrument (Drehleier) die Saiten einfach so um eine Quinte verstimmen und dann ordentlich spielen kann? Da bin ich baff. Machst du das bei deiner Violine auch? oO Mit Darmsaiten geht das (nach unten) bedingt, aber Lautstärke, Ansprache und Saitenbauch (kann schnell scheppern) ändern sich dann natürlich stark.
In Kombination mit der Preisvorstellung, beschleicht mich erneut das Gefühl, dass die Drehleier als Instrument auch hier wieder nicht ernstgenommen wird und eher ein Gimmick/Spielzeug gesucht wird, was letztlich an der Wand oder wieder bei eBay landet.

Zur Leier kann ich nur sagen, dass dir hier wohl keiner zu so einem kauf raten wird, da er das Ergebnis dann innerlich mitzuverantworten hätte und man das ja eher nur bei guten Bauern und sicherlich nicht bei "No-Name" machen möchte. Jedenfalls sieht diese Leier besser aus als die letzte, welche du erwähntest, auch wenn dazu nicht viel gehört.
Hm...sie ist tatsächlich verkauft worden...steht jedenfalls bei ebay.
Hast Du sie gekauft? Und wenn ja, würde es mich doch sehr interessieren, wie zufrieden Du damit bist.
(04.11.2016, 19:36)David-F schrieb: [ -> ]Du schriebst, dass du seit 16 Jahren "Klavier, Geige, etc." spielst und fragst ernsthaft, ob man bei einem Streichinstrument (Drehleier) die Saiten einfach so um eine Quinte verstimmen und dann ordentlich spielen kann? Da bin ich baff. Machst du das bei deiner Violine auch? oO Mit Darmsaiten geht das (nach unten) bedingt, aber Lautstärke, Ansprache und Saitenbauch (kann schnell scheppern) ändern sich dann natürlich stark.
In Kombination mit der Preisvorstellung, beschleicht mich erneut das Gefühl, dass die Drehleier als Instrument auch hier wieder nicht ernstgenommen wird und eher ein Gimmick/Spielzeug gesucht wird, was letztlich an der Wand oder wieder bei eBay landet.

Zur Leier kann ich nur sagen, dass dir hier wohl keiner zu so einem kauf raten wird, da er das Ergebnis dann innerlich mitzuverantworten hätte und man das ja eher nur bei guten Bauern und sicherlich nicht bei "No-Name" machen möchte. Jedenfalls sieht diese Leier besser aus als die letzte, welche du erwähntest, auch wenn dazu nicht viel gehört.

Nein, bei der Geige natürlich nicht, aber ich sehe sehr oft, wie Leute bei ihrer Gitarre die Saiten einfach umstimmen. Habe auch von einer Drehleierspielerin, die in einer bekannten Metalband spielt, mitbekommen, dass sie auch einfach immer ihre Schnarre umstimmt von G auf A. Daher habe ich gefragt, da ich mich mit der Drehleier an sich nicht so auskenne. Natürlich würde ich nicht jeden Tag einfach wild herumstimmen, sondern die Saite dann einfach in einer anderen Stimmung lassen, wenn ich hauptsächlich solche Lieder in dieser Tonlage spiele. 

Habe mir die Leier auch nicht gekauft. Mir hat ein Leierbauer bzw. Händler zwei Angebote gemacht, ein Mal eine Gotschy für 2400 Euro und eine Weichselbaumer für 4100 Euro. Werde denk ich die letztere nehmen, da schon mehrere Leute mir gesagt haben, dass ich an dieser Leier wohl länger meinen Spaß haben werde Smile
Ja, bei der Gitarre gibts viele verschiedene Stimmung, aber auch da geht das Rumstimmen nur in gewissem Maße. Verstimmen um Sekunden und Terzen nach unten und oben sind häufig, aber eine Quinte kannst du "normalerweise" vergessen. Da brauchst du dann spezielle Saiten dafür und musst das Instrument entsprechend anpassen. Gerade Metal-Gitarristen stimmen gerne sehr tief - aber da sind die Gitarren dann auch drauf ausgelegt. Und ständig umstimmen kannst du auch nur, wenn du es dir leisten kannst, dass ständig Saiten reissen. Die machen häufige Rumstimmerei nicht so ewig lang mit. Hab mal eine Zeit lang mit verschiedenen Tunings experimentiert und das war dann auch so ziemlich das erste Mal, dass mir Saiten gerissen sind. Das kann man aber nicht mit dem Umstimmen bei einer Drehleier vergleichen (weil du hier dann vermutlich z.B. die Fähnchen stark anpassen musst etc. - es ist halt einfach ein anderen Instrument). Und wie gesagt geht es ja um eine Quinte, was ein ganz schöner Unterschied ist. Das mit der Schnarre würde schon gehen, ist aber nervig und eine Drehleier ist eh nicht so mega stimmstabil - mit sowas tust du dir keinen Gefallen.
Übrigens gibt es im Folk-Bereich auch viele verschiedene Geigenstimmungen Wink

Zur Weichselbaumer-Leier: Kommt ein bißchen drauf an. Klasse Instrumente und toller Klang (und er wird auch nicht umsonst als einer der Top-Leierbauer angesehen), haben aber häufiger so ihre Problemchen, wie Risse in der Decke etc.
Wenn du jetzt auf einmal mit dem Gedanken spielst, so viel Geld für eine richtige Leier auszugeben: Inwiefern hast du dich denn mit den verschiedenen Bauern auseinandergesetzt? Z.B. Walter Simons, Sebstian Hilsmann etc.?
Was für eine Weichselbaumer ist es denn?
Seiten: 1 2 3