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Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - Druckversion

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Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - mg_james - 08.08.2017

Hallo liebe Leute,

ich bin seit heute neuer Benutzer in diesem Forum.
Da ich mich schon länger mit dem Gedanken beschäftige, 
der Drehleier an sich und im Besonderen näher zu kommen,
möchte ich die hier "vorhandenen" Wissenden fragen,
was sie zu dieser
http://www.ebay.de/itm/VIELLE-A-ROUE/282595754496?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2055119.m1438.l2649
Leier, dem Anbieter o. ä. (und dem für mich "etwas" unübersichtlichen/unver-
ständlichen Text) sagen könnten.
Letzten Endes wäre die Frage, ob man bei (möglicherweise) dieser
Investition (plus erforderliche Arbeiten) einen großen Fehler machen
würde.
Letzten Endes bin ich da völlig überfragt...

Vielen Dank für jede Information.

mg_james


RE: Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - aXis - 08.08.2017

Den Fotos nach zu urteilen, handelt es sich um einen Eigenbau minderer Qualität. Neben den Rissen der Decke sind wohl auch stellenweise die Leimfugen der Muschel offen. Darüber hinaus wurde das Instrument offenbar nicht gut behandelt, soweit man es auch anhand der fehlenden oder defekten Teile (Saiten, Schnarrsteg) beurteilen kann. Von der Optik mal ganz zu schweigen. Auch bei einem geringeren Kaufpreis (zzgl. Versandkosten) würde ich von dem Kauf der Drehleier abraten, erst recht, wenn man nicht über die Fertigkeiten und Fachkenntnisse zu einer Instandsetzung verfügt. Von einem professionellen Drehleierbauer repariert, wird schnell eine finanzielle Größenordnung erreicht, wo man auch über eine gute gebrauchte und vor allem intakte Leier nachdenken kann.

Eine Zordnung des Instruments zu einem französischen Drehleierbauer (Frühwerk, Jugendsünde?) ist mir nicht möglich. Und “L'instrument est en bon état général..." ist für mich etwas anderes. Über den Klang und die Bespielbarkeit lassen sich anhand der Fotos nur Vermutungen anstellen. Ich würde eine Drehleier in diesem Zustand jedenfalls nicht anbieten.


RE: Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - mg_james - 08.08.2017

(08.08.2017, 18:22)aXis schrieb: Den Fotos nach zu urteilen, handelt es sich um einen Eigenbau minderer Qualität. Neben den Rissen der Decke sind wohl auch stellenweise die Leimfugen der Muschel offen. Darüber hinaus wurde das Instrument offenbar nicht gut behandelt, soweit man es anhand der fehlenden oder defekten Teile beurteilen kann. Von der Optik mal ganz zu schweigen. Auch bei einem geringeren Kaufpreis (zzgl. Versandkosten) würde ich von dem Kauf der Drehleier abraten, erst recht, wenn man nicht über die Fertigkeiten und Fachkenntnisse zu einer Instandsetzung verfügt. Von einem professionellen Drehleierbauer repariert, wird schnell eine finanzielle Größenordnung erreicht, wo man auch über eine gute gebrauchte Leier nachdenken kann.

Eine Zordnung des Instruments zu einem französischen Drehleierbauer (Frühwerk, Jugendsünde?) ist mir nicht möglich. Und “L'instrument est en bon état général..." ist für mich etwas anderes. Über den Klang und die Bespielbarkeit lassen sich anhand der Fotos nur Vermutungen anstellen. Ich würde eine Drehleier in diesem Zustand jedenfalls nicht anbieten.

Danke für die schnelle Antwort.

Dann habe ich wahrscheinlich schon in die richtige Richtung "geahnt"...
Sehr doll sieht das alles nicht wirklich aus. 
Und die Arbeiten, die da zu machen wären, sind eher unkalkulierbar.

Ich werde weiter sparen und mit offenen Augen durch Veröffentlichungen
"gehen".

Mir war dies hier (positiv) aufgefallen:
http://drehleierbau-riedel.de/drehleier/
Ein (Bau)kurs mit Anleitungen, etc....

Finde ich interessant,


RE: Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - aXis - 14.08.2017

Eine kluge Entscheidung, dieses Instrument nicht zu kaufen. Ich habe mir die Fotos nochmal angesehen. Dabei fiel mir folgendes auf:

- Die Tangenten weisen weitere Bohrungen für die Fähnchen auf. Vielleicht wurden sie beim ersten Versuch falsch berechnet oder stammen von einem anderen Instrument. 

- Offenbar hat der Korpus nur zwei statt der üblichen drei Balken und damit auch nur zwei Stimmstöcke, was klanglich schon einen Unterschied macht.

- Bei sämtlichen lautenförmigen Drehleiern, die ich gesehen habe, ist der Mittelspan aus Ahorn, daraus ergibt sich der Wechsel der Späne bis zum Deckenrand zwischen Ahorn und Palisander/Nussbaum. Bei diesem Instrument ist es umgekehrt. Warum, weiß nur der Erbauer. 

Das alles zusammen genommen, lässt das Instrument einschließlich der bereits weiter oben genannten Mängel doch sehr verbaut erscheinen. Das nur als Ergänzung.


RE: Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - Viral - 17.08.2017

Instrumente sollte man einfach ausprobieren können. Besonders wenn man Anfänger ist, braucht man ein Instrument das funktioniert und nicht irgendwelche Macken hat, die einen beim Spielen in den Wahnsinn/Selbstzweifel stürzen.

Wenn ich nach einem Anfängerinstrument gefragt werde, empfehle ich meist sich eine Leier von Gotschy/Alexandra Betz oder von Beat Schenk (http://drehleierzentrum.de) anzuschauen. Da kann man einfach einen Termin ausmachen und mal rumprobieren. Der Beat bietet z. B. auch Spielworkshops (mit Leihleiern) an, da kannst lernst du dann an einem Wochenende mal so die Grundlagen lernen und merkst auch wie dir das Instrument liegt.


RE: Ist jemandem diese Lautenleier bekannt? Was könnte man raten? - mg_james - 17.08.2017

(17.08.2017, 11:39)Viral schrieb: Instrumente sollte man einfach ausprobieren können. Besonders wenn man Anfänger ist, braucht man ein Instrument das funktioniert und nicht irgendwelche Macken hat, die einen beim Spielen in den Wahnsinn/Selbstzweifel stürzen.

Wenn ich nach einem Anfängerinstrument gefragt werde, empfehle ich meist sich eine Leier von Gotschy/Alexandra Betz oder von Beat Schenk (http://drehleierzentrum.de) anzuschauen. Da kann man einfach einen Termin ausmachen und mal rumprobieren. Der Beat bietet z. B. auch Spielworkshops (mit Leihleiern) an, da kannst lernst du dann an einem Wochenende mal so die Grundlagen lernen und merkst auch wie dir das Instrument liegt.

Ja, da ist absolut etwas d'ran. Idea
Danke für alle Eure Meinungen/Anregungen!
Wink