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Tune transponieren - Druckversion

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Tune transponieren - darkstain - 21.05.2013

Hi,

ich steh vor der kleinen Aufgabe, dass ich mir einen Tune transponieren muss, da ich den im Ensemble spielen werde, aber die Noten für Drehleier recht schecht sind. Speziell bei meiner recht hoch. Geht los beim d und hoch bis zum .. c oder so.

In welchen Abständen kann ich den grundsätzlich transponieren, so dass der tune dann noch zu den anderen passt? Der tune ist in D-Dur.
Ich würde dann natürlich in einer anderen Tonart spielen, die anderen Leute aber weiter in D-Dur. Was würde passen ?

viele Grüße


RE: Tune transponieren - Marc - 21.05.2013

wenn er in d-dur steht kannst du ihn doch wunderbar spielen.

wenn du keinen d bordune hast, kannst du mal überprüfen ob du zumindest die C schnarre auf D überspannen kannst (machen nicht alle mit, wenn du dir unsicher bist, frag deinen bauer).

zur Not kannst du auch G Bordun und g Schnarre nehmen, da es sich hierbei um die Qunite bzw Quarte zu D handelt.


Aber um deine Frage zu beantworten: harmonisch ist in der Regel: Quinte, Quarte und Terz.
Es würde sich also anbieten eine Quiente runter auf G zu stimmen, dann passt es zu seinen Bordunen, aber durchgehend einen Quintabstand bei der selben Melodie fände ich auf Dauer etwas... komisch.

Wäre evt besser wenn du eine zweite Stimme in G schreibst...?



RE: Tune transponieren - darkstain - 21.05.2013

Danke für die rasche Antwort Smile
Ja, an sich könnt ich die super spielen. Nur gibt's meine Leier technisch nicht her, weil beim hohen a schon Schluss ist Undecided Das ist recht unschön.

Zudem geht der tune halt mit den tiefen D los, und ich würde eh die ganze Zeit quasi oktaviert spielen. Weiß nicht, ob das dann noch so prall ist Smile

Was meinst du denn mit 2. Stimme in G .. also genau der Unterschied zum Runterstimmen um eine Quinte. Komplett (oder teilweise) neue Melodie, oder meintest du was anderes?

viele Grüße


RE: Tune transponieren - Marc - 21.05.2013

Wenn die hohen Töne nicht gehen liegt das meist an der Mensur und/oder Watte und/oder Saitendruck aufs Rad (Liste beliebig erweiterbar...).

Wer hat denn die Leier gebaut? Im Zweifelsfall würde ich mal zum Bauer fahren, zwecks Wartung.

Oktaviert macht mM nach nichts aus. Das hast du ja auch wenn du die hohe und tiefe Melodie Saite gleichzeitig spielst. Wobei das natürlich vom Instrument abhängt.
Beim Klavier ist es zB verpönt die selbe Melodie oktaviert zu spielen, bei der Drehleier ist es gewollt.

Ich würde die die Vorzeichen von D-Dur nehmen aber der Grundton ist G (wenn ich mich nicht vertan habe müsste das G-Lydisch sein:

G A H CIS D E FIS G

Dann analysierst du die Akkorde und baust darauf hin deine Zweitstimme auf.

So... ich hoffe mal das ist jetzt nicht kompletter Stuss was ich da geschrieben habe, in Musiktheorie bin ich nicht so der Crack. Wenn jemand anderer Meinung ist oder hier was fahrlässig falsch sein sollte, ruhig schreiben Wink



RE: Tune transponieren - Marc - 21.05.2013

Ich glaube ich nehme vom geschrieben doch lieber Abstand.

Wenn du in G Lydisch eine zweite Stimme schreibst hast du ja ganz andere Harmonien als in D-DUR.

Am besten du bleibst in D-Dur und baust darauf deine zweite Stimme auf. Und wie oben schon geschrieben Bordurne dann weg lassen oder sich schlau machen ob du die C Schnarre auf D überspannen kannst.


RE: Tune transponieren - Kristof - 21.05.2013

Marc war etwas schneller, daher gibt es Dopplungen - aber das hier ist vielleicht etwas genauer zum Thema "andere Tonart" und "zweite Stimme":

Was genau möchtest du? Mit den anderen zusammen die Melodie spielen? Dann kannst du nur oktavieren. Du kannst nicht einfach in einer anderen Tonart spielen als der Rest der Gruppe.

Du kannst aber in der gleichen Tonart eine eigene Stimme schreiben, die mit den Tönen spielt, die auf deiner Leier spielbar sind.

Dazu wäre es gut, wenn du Melodie und (Gitarren)-Akkorde hast. Jetzt kannst du die Akkordtöne über oder unter die Melodietöne setzen (so dass du praktisch auf jedem Melodieton einen Dreiklang hast) und aus den Tönen eine Melodie herausschreibst.

Dazu kannst du z. B. immer den zweiten Ton des Akkord-Tonstapels nehmen, zwischen den Tönen gelegentlich mal einen Übergangslauf zwischen zwei Tönen machen ... zu vermeiden sind (ausser es ist ein früh- oder hochmittelalterliches Stück) parallele Quinten und möglichst auch Stimmkreuzungen. Es empfehlen sich hingegen Gegenbewegungen und auch rhythmische Abwechslungen: Wenn die Melodie einen Halteton hat, kannst du in der Zeit kürzere Notenwerte spielen. Wenn die Melodie sehr bewegt ist, kannst du langsame Töne dagegen setzen. Wegen dieses "Dagegen" heißt das Ganze dann auch "Kontrapunkt".

Einfach in einer anderen Tonart wie der Rest spielen wird aber nicht funktionieren ...


RE: Tune transponieren - Marc - 21.05.2013

Und natürlich kann man auch prinzipiell Bordun Saiten hoch stimmen. Es gilt aber das selbe wie bei Scharrsaiten: sich vorher schlau machen ob es geht.

Manche machen dann nämlich *PLONK* und du hast zwei Hälften Wink

Und natürlich Leiern die Saiten aus wenn du es häufiger machst, das ständige hoch und runter stimmen tut ihnen nicht gut.

Wenn du das häufiger brauchen solltest solltest du über Kapos nachdenken.


RE: Tune transponieren - darkstain - 21.05.2013

Dankeschön Smile

Jam ich spiel eine Phoenix von Gotschy, und das Problem mit der hohen Lage is mir schon bekannt. Lieder kam ich halt noch nicht dazu (zeitlich und finanziell) da mal was machen zu lassen.

Die Idee, eine andere Melodie drüber zu spielen finde ich sehr reizvoll. Akkorde hab ich leider nicht, aber harmonisieren kann ich ein wenig. Vielleicht wird das ja was. Tongue

Noch mal zurück zur Musiktheorie - ok, dass ich keine andere Tonart einfach spielen kann, ist mir klar geworden. Was, wenn man einfach zu jedem Ton die (gr) Terz spielt? Man hat wahrscheinlich die schlimmsten Vorzeichen überall, aber rein theoretisch müsste das doch funktionieren? Oder stößt man dann wieder auf das Problem, dass die Harmonien dann nicht stimmen - wir werden auch mit Begleitung, also Akkorden spielen. Dodgy Hm, manchmal ist das undurchsichtig mit der Musiktheorie


RE: Tune transponieren - Kristof - 21.05.2013

Hast du ein Klavier oder etwas ähnliches da, wo du zwei Töne gleichzeitig spielen kannst? Dann spiel mal eine Tonleiter mit parallelel großen Terzen.

e f# g# a h
c d e f g

Ausschließlich parallele große Terzen klingen schräg und sicher nicht mehr, wie C-Dur.

Du kannst aber als einfache zweite Stimme immer den Ton "zwei Töner höher" innerhalb der Tonart spielen. Das heißt: Die Tonart bleibt. Du spielst den Ton einen Zwischenraum höher, wenn der Originalton in einem Zwischenraum liegt, wenn er auf einer Linie ist halt den eine Linie höher.

Das ergibt große oder kleine Terzen - allerdings ohne viel drübernachzudenken.

e f g a h
c d e f g

Wenn du immer nur große Terzen darüber setzt (und - wie du richtig bemerkt hast - komische Vorzeichen bekämes) würdes du in einer anderen Tonart spielen als der Rest.

Regel für eine zweite Stimme (egal, was für eine): Alle müssen in der gleichen Tonart spielen!


RE: Tune transponieren - darkstain - 22.05.2013

danke! das bringt mich schon mal weiter, so kann man gut ein wenig experimentieren. Smile