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Tonlage - Dendren - 27.01.2014

Hallo,

ich bin ziemlich neu und habe auch kein Instrument. Im Moment bin ich nur im "neugierig sein Stadium". Ich habe letztens eine Aufnahme von einer sehr tief klingenden Leier gehört. Kann jede Leier so tief klingen oder sind das Besondere?


RE: Tonlage - Hochrheinpilger - 27.01.2014

Ohne zu wissen, auf was für eine Aufnahme Du dich beziehst...
Es gibt Drehleiern unterschiedlicher Mensuren (also Grundlänge der schwingenden Melodiesaiten).
Üblich sind 35 cm. Es gibt aber auch solche mit größerer Mensur, deren Grundton ist dann tiefer. Die heißen (neu gebaut) meist griffig irgendwas mit "Alt" oder "Tenor" im Namen.
Ein Cello klingt auch tiefer wie eine Geige.

Allerdings gibt es ...zig Varianten, eine Leier zu besaiten und zu stimmen - ich spiele (als blutiger Anfänger natürlich) auf einer 440er C/G-Stimmung mit einer 35 cm Drehleier. Vorteil: Die Tasten, die ja so ähnlich aussehen wie beim Klavier, funktionieren auch so (also die Taste, die wie "C" auf dem Klavier aussieht, spielt auch "C".)
Es ist daher nicht auszuschließen, dass die von Dir gehörte Leier zwar eine "normale" 35er, aber mit einer tiefen Besaitung und Stimmung war.


RE: Tonlage - Dendren - 27.01.2014

Oh die Aufnahme war von Efrén López (ein Mitglied der Gruppe L’Ham de Foc).


RE: Tonlage - Pan - 27.01.2014

Das kommt auf die Drehleier an. Eine richtig einheitliche Stimmung gibt es nicht. Es hängt auch vom Land ab, aus dem die Leier stammt.

Hier sind Drehleiern in C/G-Stimmung mit zwei Melodiesaiten weit verbreitet, d.h. die Melodiesaiten sind oktaviert in g/g' oder unisono g'/g' gestimmt. Bei einer g/g' Leier wäre also das g der tiefstmögliche Ton. Das entspricht der offenen, tiefsten Saite einer Geige, nur zum Vergleich. Das klingt schon relativ tief, aber ist wahrscheinlich nicht das, was du meinst. In Frankreich ist auch noch eine andere Stimmung für Drehleiern mit zwei Melodiesaiten gebräuchlich, die weiß ich aber gerade nicht auswendig (vielleicht sind die tiefer? Da kann sicher jemand anders Auskunft geben). Ungarische Leiern sind auch nochmal anders gestimmt.

Neben Drehleiern mit zwei gibt es aber auch noch modernere Varianten welche mit drei oder vier Melodiesaiten ausgestattet sind. Dabei ist dann meistens eine Saite tiefer gestimmt, in C oder D. Auf Efréns Website findet man ein paar Informationen zu seinen Leiern (http://www.efrenlopez.net/web_catala/inst_roda.htm), leider steht da aber nicht, wie er sie gestimmt hat. Man sieht aber, dass seine Leiern drei bzw. vier Melodiesaiten haben.

Ich vermute also mal, er wird im entsprechenden Stück auf einer C- oder D-Melodiesaite gespielt haben. Solche Leiern kosten dann natürlich mehr, als Leiern mit nur zwei Melodiesaiten. Ich weiß nicht, ob es zweisaitige Drehleiern gibt, die auf eine tiefere Stimmung ausgelegt sind. An sich ist eine tiefer Saite für den Anfang aber auch schwieriger zu spielen.

Um deine Frage also zu beantworten: Nein, dass kann nicht jede Leier. Die Drehleier ist halt kein wirklich standardisiertes Instrument. Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen, Formen, mit besonderer Ausstattung etc. pp. - richtig tiefe Melodiesaiten sind meines Wissens aber eher erst bei teureren Leiern zu finden.

Kannst du vielleicht den Titel des Lieds posten, auf das du dich beziehst? Wenn es richtig tief war, hat er vielleicht hat er auch mit einem Effektgerät (Octaver o.ä.) nachgeholfen.


RE: Tonlage - Dendren - 27.01.2014

Also Soundmixer hat er auf jedenfalls bentuzt, aber wenn er die Melodie spielt glaube ich das das der normale Sound der seiner Drehleier ist?

http://www.youtube.com/watch?v=eKhRqXvYMoU


RE: Tonlage - Marc - 27.01.2014

Ich denke das was du als so tief auf dem Video empfindest ist der Bordun.

Die gängigste tiefste Saite bei einer Drehleier ist die c Saite. So tiefe Melodiesaiten sind aber nicht einfach zu beschnarren und meiner Meinung nach nicht Anfängertauglich.

Hier sieht man Sebstian Hilsmann auf einer c Saite spielen.
http://www.youtube.com/watch?v=phE8ieOaytM


RE: Tonlage - Dendren - 27.01.2014

Oh! Genau so eine Tonlage meine ich! Das klingt wunderschön. Big Grin
Können das alle Leiern?


RE: Tonlage - Marc - 27.01.2014

Nein, das sind eher Ausnahmen bei normalen Drehleiern.

Wie Björn schon geschrieben hat sind hier Drehleiern in G/C Stimmung üblich.
Die tiefere C/A Stimmung findet man seltener.

Üblich bei G/C Stimmung sind zwei oktavierte G Saiten. Eine g und eine g'.
Die g Saite ist gerade mal Quarte höher als die c Saite bei der C/A Stimmung und auch deutlich Anfänger freundlicher.

So hört sich eine g und eine g' Saite zusammen an:
http://www.youtube.com/watch?v=II3EY4jwwaM


RE: Tonlage - Dendren - 27.01.2014

Also kann die übliche Drehleier nicht so gestimmt werden. Welche Modelle können denn die Tonlage spielen, jetzt außer diese.


RE: Tonlage - Marc - 27.01.2014

Für so tiefe Saiten nimmt man für gewöhnlich eine spezielle Drehleier die auf tiefe Töne spezialisiert ist. Die sind sündhaft teuer haben zwischen 3 und 4 Melodiesaiten.

Drehleier Modelle die für tiefe Töne optimiert sind und aus dem deutsprachigen Raum wären:

Weichselbaumer - Alto
Walter Simons - TK 10
Sebastian Hilsmann - Largo

Preislich beginnen die bei 6000 bis 7000 € - und sind alles andere als Anfängerfreundlich.

Als Anfänger empfiehlt sich eine G/C Leier mit 2 Melodie Saiten.

Sicher kannst du auch auf Anfängerleiern eine C/A Stimmung aufziehen, aber klingen wird das nicht so schön volumnös und wie schon gesagt sind c Saiten nicht einfach zu beschnarren.

Daher beherzige bitte meinen Rat, schwimm nicht gegen den Strom. Wenn du ernsthafte Drehleier ambitionen hast, fange mit einer G/C Leier mit 2 Melodiesaiten an. Eine fette 3 bis 4 saitige Leier mit einer c Saite kann man sich auch noch irgendwann als zweit Instrument hohlen.