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Neueinsteiger mit mittelalterlicher Kastenleier - Druckversion

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Neueinsteiger mit mittelalterlicher Kastenleier - HurdyGurdyJay - 20.11.2016

Servus zusammen,

nach geraumer Zeit hab ich nun endlich den Einstieg mit einer gebrauchten Kastenleier gefunden!

Gleich mal eine Frage vorweg, da die Leier ohne Anleitung oder weitere Infos (Hersteller??) kam:
Ist es üblich, dass die Tasten keinen Anschlag haben?

Bei meinem 'Gerät' ist es schwer möglich, einen Ton in der richtigen Höhe zu treffen, da bei minimal zu starkem Druck direkt die Saite überdehnt wird und sich die Tonhöhe ändert.
Den 'Melodiepunkt' zu finden, wo also gerade das Fähnchen die Saite trifft, ist bei der realisierten Mechanik kaum möglich..

Freue mich auf Feedback!

Viele Grüße,
Jay


RE: Neueinsteiger mit mittelalterlicher Kastenleier - David-F - 20.11.2016

(20.11.2016, 17:59)HurdyGurdyJay schrieb: Ist es üblich, dass die Tasten keinen Anschlag haben?

Bei meinem 'Gerät' ist es schwer möglich, einen Ton in der richtigen Höhe zu treffen, da bei minimal zu starkem Druck direkt die Saite überdehnt wird und sich die Tonhöhe ändert.
Den 'Melodiepunkt' zu finden, wo also gerade das Fähnchen die Saite trifft, ist bei der realisierten Mechanik kaum möglich..

Das ist normal und für Intonation, Vibrato und "Bending" zum Skalenausgleich z.B. durchaus gewollt.
Ein bisschen Feingefühl muss man immer mitbringen, im Vergleich zu anderen Streichinstrumenten ist das aber m.E.n. vernachlässigbar.

Ich würde dir vorschlagen, dass du dir ein Lehrbuch und einen Lehrer oder ein paar Workshopteilnahmen organisierst, denn da werden noch Unmengen solcher Fragen zu beantworten sein.

Im Februar ist z.B. ein Spielkurs in Mühlhausen:
http://drehleierforum.truar.com/forumdisplay.php?fid=9


RE: Neueinsteiger mit mittelalterlicher Kastenleier - aXis - 21.11.2016

"...bei minimal zu starkem Druck..." ist naturgemäß eine subjektive Angelegenheit. Was mir noch dazu einfällt:

Ist die Kastenleier vielleicht zu tief gestimmt?

Sind die Saiten für Mensur und Tonhöhe zu dünn?

Im Zweifelsfall mal beim Vorbesitzer nachfragen, auch wer der Hersteller der Leier ist. Ein seriöser Verkäufer wird dir sicherlich auch nach Abschluss des Geschäfts gerne Auskunft geben. Anleitungen sind Drehleiern grundsätzlich nicht beigelegt.

Zur Besaitung des Instruments gibt es von manchen Herstellern Besaitungsbeispiele auf ihrer Webseite. Da kannst du dir ohne größeren Aufwand einen Überblick verschaffen. Vielleicht löst eine etwas dickere Saite schon dein Problem.

Hier zwei Links, die weiterhelfen könnten:

http://www.kuerschner-saiten.de/deutsch/start.php

http://boisbuis.com/boisbuis/tarif_cordes.html

Bernd Kürschner bietet auch einen Saitenrechner an, der immer gute Ausgangswerte liefert. Für den Fall, dass du etwas tiefer einsteigen möchtest in die Materie.

Viel Erfolg!


RE: Neueinsteiger mit mittelalterlicher Kastenleier - HurdyGurdyJay - 28.11.2016

Hallo!

Zitat:Ist die Kastenleier vielleicht zu tief gestimmt?
Sind die Saiten für Mensur und Tonhöhe zu dünn?

Möglich - die Melodie-Saite vibriert recht heftig und wird gelegentlich zur "2. Schnarre".
Finde ich schon etwas seltsam.

Zitat:Das ist normal und für Intonation, Vibrato und "Bending" zum Skalenausgleich z.B. durchaus gewollt.
Ein bisschen Feingefühl muss man immer mitbringen, im Vergleich zu anderen Streichinstrumenten ist das aber m.E.n. vernachlässigbar.

Das macht natürlich Sinn, aber die Saite lässt sich so leicht durchdrücken, dass ein Treffen des Tons ohne diesen gleich zu verstimmen kaum möglich ist.
Ich komme von den klassischen Tasteninstrumenten (Piano/Keyboard), da ist das Spielgefühl natürlich komplett anders.

Bei meiner Leier scheint es mir allerdings ein konstruktionsbedingter Defizit zu sein oder ggf. die aktuelle Besaitung..

Zitat:http://www.kuerschner-saiten.de/deutsch/start.php
http://boisbuis.com/boisbuis/tarif_cordes.html

Die ist ja klasse - danke, gleich gebookmarkt!
Kann nur leider nicht wirklich sagen was da aktuell in meiner Leier aufgezogen ist..

Merci,
Jay


RE: Neueinsteiger mit mittelalterlicher Kastenleier - aXis - 29.11.2016

Wie wäre es, wenn du einfach mal ein paar Fotos von dem Instrument einstellst? Es gibt hier bestimmt jemand, der das Instrument zuordnen kann, wenn es sich nicht um einen Eigenbau handelt.

Hilfreich wäre zudem, wenn du noch die Mensur (schwingende Länge) der Melodiesaite(n) mit angibst und die derzeitige Tonhöhe. Wenn du kein Stimmgerät besitzt, dann nimm dein Keyboard/Piano. Sollte für dich doch kein Problem sein.