Welches Kolophonium benutzt ihr?
#1
Zum Thema Kolophonium gibt es zwar bereits etliche Beiträge im Forum, jedoch sind sie 9 Jahre alt. Da hat sich wohl mittlerweile auf dem Kolophonium-Markt einiges getan. Womit habt Ihr gute Erfahrungen gemacht? Benutzt Ihr je nach Außentemperatur verschiedene Sorten? Womit poliert Ihr nach? (Mein letzter Kursleiter nahm einen kleinen Holzblock!)
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#2
Auf dem Markt hat sich nach meiner Erfahrung nur quantitativ etwas getan, also mehr Auswahl. Entsprechend wenig gibt es Neues zu berichten, zumal die Hersteller immer ein großes Geheimnis um die Inhaltsstoffe und ihre Zusammensetzung machen. Ingredienzen nach altem Familienrezept und bla.

Grundsätzlich gilt: Je härter das Kolofon, desto geringer die Haftung und umgekehrt. Die Farbe ist dabei unerheblich, da das Kolofonium meist eingefärbt wird. Allenfalls beim Rohkolofonium könnte man Schlüsse zu Herkunft und Eigenschaften ziehen.

Bewährt hat sich je nach Geschmack ein Violin- oder Violakolofon, nach unten wird es immer weicher. 
Ein sehr gutes Violinkolofonium muss nicht zwingend auch für die Drehleier passen. So kann ein minderwertiges z.B. "schmieren", wie es ein Geigenbauer sagen würde, hat dafür aber bessere Hafteigenschaften am Rad.

In hiesigen Breiten ist ein Wechsel des Kolofons ja nach Außentemperatur m.E. nicht erforderlich, außer bei Extremwetterlagen wie diesen Sommer.

Festes Kolofonium oder Kolofoniumlösung (der Begriff Flüssigkolofonium ist irreführend) ist eher Glaubensfrage. Zum Grundieren nehme ich gelöstes, danach festes. Anfängern würde ich von flüssig zunächst abraten, solange man mit dem Verhältnis Watte/Kolofonium nicht vertraut ist, da es eher nach dem Alles oder Nichts-Prinzip funktioniert.

Glätten mit einem Klötzchen ist beim normalen nachkolofonieren nicht nötig, eher, wenn man das Rad z.B. nach dem Abziehen mit festem Kolofon behandelt. Durch die Reibung erwärmt es sich und homogenisiert die Oberfläche, aber Vorsicht: Sobald es nach Wald riecht, war es zu heiß, dann bilden sich Klümpchen auf der Radlauffläche.

Ansonsten gilt: Ausprobieren bis man das "richtige" für sich selbst gefunden ist. Die Farbe und ein großer Herstellername spielt da keine Rolle. Es gibt aber Hersteller, die eine Farbtabelle in Relation zum Härtegrad anführen, das ist eine ganz gute Orientierung.

Und eines noch: Kolofonium altert! Je nach Hersteller und Qualität unterschiedlich langsam. Da es lange vorhält, vollzieht sich der Prozess fast unmerklich. Es wird dann spröde, verliert Haftung und nähert sich seinem Ursprungszustand wieder an. Das kommt von zugesetzten, flüchtigen Bestandteilen. Man erkennt es beim genaueren Hinschauen daran, dass es trübe und innen rissig wird. Also, nach langem Gebrauch ruhig mal austauschen.
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