Aufnahme mit Externem Mikro
#11
Auf seinerm Workshop auf dem Klangrauschtreffen hat uns Horst Vogelsang, Tontechniker, folgende externe Mikros aus seiner Erfahrung für Drehleier empfohlen:

- CAD e60 zum am Ständer davorstellen, offenbar guter Instrumenten-Allrounder (nicht für Gesang/Sprache) für ca. 120 Euro, B-Ware grad auch 100Euro (in Deutschland offenbar nur hier http://digitalaudioservice.de/catalogsea...?q=cad+e60 zu bekommen)

- Audio Technica ATM350, zum Anklemmen mit Schwanenhals (siehe Photo von robert@spielleut.de oben - FALLS man solche Saitenführungen für die Bordune hat....) oder Anbinden mit mitgeliefertem Klettband um den Saitenhalter (geht gut).
Mit 245 Euro bei http://www.thomann.de/de/audio_technica_atm350.htm der teurere Bruder vom Audio Technica Pro35 (ebenda 166 Euro), mit welchem aber Horst Vogelsang keine Erfahrung hat.

Ich bin außerdem mal so frei, auch seine Antwort hier weiterzugeben auf meine Anfrage zum Vergleich dieser beiden Mikrophone bzw. angeklemmt gg. davorgestellt:

"Der Vorteil, den man sich mit einem Mikro wie dem ATM350 erkauft ist die kleinere Größe. Kleiner bauen kostet mehr Geld :-)
Natürlich klingen die Mikrofone unterschiedlich, aber nicht besser oder schlechter.
Wenn man so ein kleines Schwanenhalsmikrofon gut platziert bekommt, hat man mehr Bewegungsmöglichkeiten.
Bei starr stehenden Mikrofonen muss man sehr diszipliniert den Platz wahren. Hat aber den Vorteil, dass man genau diesen Platz feedbacktechnisch besser einrichten kann (weil sich das Mike halt nicht über die Bühne bewegt)."
(Zitat Ende)

Und ich selber wünsch mir, mich jederzeit zum zwischen-Nach/UmStimmen und Schnarre einrichten vom Mikro wegdrehen zu können, statt bei ranmontiertem Mikro dem Tontechniker zu signalisieren, dass er mich mal kurz abdrehen soll. Oder bräuchte eben zusätzlich noch ne Lautstärke-Regelung am Mikrophon??
___

Und eine nicht-Empfehlung für Drehleier war dabei:
- Das AKG C 411 PP - Kondensator Mikrofon "speziell für Saiteninstrumente" zum ankleben, Preisklasse übrigens knapp unter dem Pro35, geht für gezupfte Saiteninstrumente (sehr) gut, bei Drehleier (hm, ich glaube Horst erwähnte auch Nyckelharpa) hat er aber keine guten Ergebnisse damit bekommen.

_____________

Frage an robert@spielleut.de:
Wie findest Du denn das Pro35 klanglich, ist der Klang der Leier damit natürlich? Oder hat wer schon das Pro35 und das ATM350 an der Drehleier vergleichen können?
Und: Veränderst Du die Position (geht ja am Schwanenhals gut), um Balance zwischen Bordun und Meldie / beide gegen Schnarre noch anzugleichen?
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#12
Danke fürs Weitergeben der Infos. Da du ja auch Nyckelharpa erwähnt hast (und ich demnächst eine kriege Wink ) würde es mich interessieren, was er dazu gesagt hat.

Zu deinem "Ich möchte beim Stimmen etc. leise sein"-Problem: Es gibt so "Bodeneffektgeräte", die du benutzen kannst, um dich selbst stumm zu schalten. Anstatt mit deinem Mikro dann direkt zum Tontechniker zu gehen, gehst du mit einem Kabel in das Effektgerät und mit einem zweiten Kabel aus dem Gerät raus und zum Tontechniker. Du hast dann am Gerät einen Fußschalter, mit dem du dich stumm schalten kannst.

Boden-Stimmgeräte haben häufig die Eigenschaft, dass sie dich stumm stellen, wenn du mit ihnen stimmst. Es gibt aber meines wissens auch extra Geräte dafür. Die sollten nicht so teuer sein, denke ich. Ich kenn jetzt gerade keine Produktnamen, aber es gibt sowas definitiv. Nachfragen bei Thomann könnte da sicherlich was brauchbares hervorbringen.

Problematisch könnte da aber vielleicht die Phantomspeisung sein... hm... jetzt wo ich so überlege... da weiß ich gar nicht, ob es da was passendes gibt... aber wie gesagt, mit den Produkten kenn ich mich da nicht aus. Müsste man halt mal nachfragen. Du bist ja nicht der erste, der dieses Problem hat Smile
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#13
(10.07.2014, 22:52)Pan schrieb: [...]Zu deinem "Ich möchte beim Stimmen etc. leise sein"-Problem: Es gibt so "Bodeneffektgeräte", die du benutzen kannst, um dich selbst stumm zu schalten. Anstatt mit deinem Mikro dann direkt zum Tontechniker zu gehen, gehst du mit einem Kabel in das Effektgerät und mit einem zweiten Kabel aus dem Gerät raus und zum Tontechniker. [...]
Problematisch könnte da aber vielleicht die Phantomspeisung sein... hm... jetzt wo ich so überlege... da weiß ich gar nicht, ob es da was passendes gibt... aber wie gesagt, mit den Produkten kenn ich mich da nicht aus. Müsste man halt mal nachfragen. Du bist ja nicht der erste, der dieses Problem hat Smile
Es kann sein, dass es die Dinger symmetrisch gibt, aber die, die ich kenne, sind im Audioweg asymetrisch (weil die Gitarren und Bässe, für die sie gemacht wurden, auch asymmetrische Ausgänge haben). Erstens nix mit Phantomspeisung und: aus einem schönen symmetrischen Kondensatormikro-Signal ein asymmetrisches zu machen (störanfällig...) tut mir als Pultmensch weh.

Ich hab bei Thomann was gefunden: Heißt "Rolls MS 111" und müsste genau das tun, was Orange im Posting von 20:13 erwähnt.
Scheint aber eine der wenigen Kisten zu sein, die so was kann. Audiotechnica hat* so was auch im Programm "UNIMUTE", nur war das eher für Installed Sound und zum Anklemmen eines externen Schalters als Befehlsgeber.


*bei Audiotechnica auf der Homepage als "Discontinued" geführt. Schade - war bei meinen Installed Audio Projekten ein gern gesehenes Helferlein.
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#14
Ja, dass es bei den Stimmgeräten wohl eher nichts passendes gibt, hab ich mir schon fast gedacht. Sind ja in erster Linie für Gitarre & Bass konzipiert. Wenn man aber im Instrument einen Tonabnehmer hat, wäre das wiederum interessant.

Abe schön, dass du so auf die schnelle ein passendes Gerät gefunden hast! Das muss ich mir für die Zukunft auch mal merken.

Wenn du Pultmensch bist... wie bist du denn bisher damit umgegangen? Hast du dann tatsächlich immer manuell stumm geschaltet?
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#15
(11.07.2014, 00:01)Pan schrieb: [...]
Wenn du Pultmensch bist... wie bist du denn bisher damit umgegangen? Hast du dann tatsächlich immer manuell stumm geschaltet?
Ich mache (wenn ich am Pult stehe) überwiegend Musical/Sprache (Drahtlosmikros...) - also nicht Bands u.s.w.
Da besteht das Problem nicht so sehr - die Mikros werden nach Buch/Partitur auf- und zugemacht. Die Situation, dass im Orchester jemand "mitten drin" anfängt zu stimmen, hatte ich noch nie. Zwischen den Nummern ist das Orchester meist in Summe zu.
Aber ist ne ganz andere Situation als eine Bandabnahme. Technisch sind's die gleichen Grundlagen (also von Wegen Qualität der Signale, Mikros nur symmetrisch, asymmetrische Signale so früh wie möglich in einer DI-Box symmetrieren ...).
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#16
(10.07.2014, 20:13)Orange schrieb: [...]
- Audio Technica ATM350, zum Anklemmen mit Schwanenhals (siehe Photo von robert@spielleut.de oben - FALLS man solche Saitenführungen für die Bordune hat....) oder Anbinden mit mitgeliefertem Klettband um den Saitenhalter (geht gut).
Mit 245 Euro  bei http://www.thomann.de/de/audio_technica_atm350.htm der teurere Bruder vom  Audio Technica Pro35 (ebenda 166 Euro), mit welchem aber Horst Vogelsang keine Erfahrung hat.

[...]
Und ich selber wünsch mir, mich jederzeit zum zwischen-Nach/UmStimmen und Schnarre einrichten vom Mikro wegdrehen zu können, statt bei ranmontiertem Mikro dem Tontechniker zu signalisieren, dass er mich mal kurz abdrehen soll. Oder bräuchte eben zusätzlich noch ne Lautstärke-Regelung am Mikrophon??


Schöner neuer Beitrag von mawe zum "Audio Technica Pro35" unter
 Drehleier Forum ›  Drehleier › Spielerisches 
[Bild: nav_bit.png] Verstärken durch Mikrophon
http://drehleierforum.truar.com/showthre...91#pid6791


Vor 2 Stunden
Nachträge zu meinem vorigen, zitierten Beitrag (oben #11):

(1) Aktuelle Preise sind jetzt deutlich höher:
http://www.thomann.de/de/audio_technica_pro35r.htm inzwischen 199 Euro
http://www.thomann.de/de/audio_technica_atm350_cw.htm (mit HRS-Stecker) 279 Euro, oder
http://www.thomann.de/de/audio_technica_atm350.htm       (mit TA3F-Stecker) 299 Euro

(2) auch zu mawes besagtem neuem Eintrag:
Mawe hat zum Mikro außerdem noch einen Fußschalter, um das Mikrophon zum Stimmen jederzeit auszuschalten, unabhängig vom Tontechniker!!!.
Hab ich auch bei Thom Kühn von Fievklang schon gesehen -- diese Box gibt es offenbar nicht zu kaufen, muss nämlich gegen Knacken abgesichert sein (Kondensator-Schaltung). Werd also demnächst löten und doch mal Mikrophon ausprobieren...
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#17
(10.09.2015, 18:30)Orange schrieb: (2) auch zu mawes besagtem neuem Eintrag:

Mawe hat zum Mikro außerdem noch einen Fußschalter, um das Mikrophon zum Stimmen jederzeit auszuschalten, unabhängig vom Tontechniker!!!.
Hab ich auch bei Thom Kühn von Fievklang schon gesehen -- diese Box gibt es offenbar nicht zu kaufen, muss nämlich gegen Knacken abgesichert sein (Kondensator-Schaltung). Werd also demnächst löten und doch mal Mikrophon ausprobieren...

So einen Fußschalter kann man sich wirklich sehr einfach selbst bauen. Hier gibt es die Beschreibung für die Schaltung:
http://web.archive.org/web/2012051006595...opless.htm

Ich habe in den Boxen, die ich für Thom und mich gebaut habe, nur einen Bipolaren 100uF Kondensator (und natürlich die Widerstände) genommen, den kleinen 0.1uF Kondensator weggelassen. Funktioniert wunderbar, ohne Knackser beim Schalten.

Das ganze in ein Euro-Gehäuse von Conard:
http://www.conrad.de/ce/de/product/520659/

Dazu einen schönen großen roten Knopf, an dem man gut erkennen kann, ob der Knopf gedrückt ist oder nicht. Dann braucht man auch keine LED.
Zum Beispiel: http://www.conrad.de/ce/de/product/702445/
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