Was für Watte benutzt ihr?
#31
(24.01.2010, 22:15)Marc schrieb: also geht es auch theoretisch ohne watte.

moin.
nicht wirklich. die watte soll das rosshaar des bogens ersetzen, also für die notwendige reibung sorgen. (btw: mit schutz der saite oder des rades hat die wattierung nicht viel zu tun). das wäre dann so, als wenn du ne geige mit nem holzstab anstatt des bogens spielen würdest.

ich persönlich nehme baumwolle direkt aus der baumwollkapsel und hab bei sowohl kunststoff-, als auch bei nem holzrad gute erfahrungen gemacht. die baumwollkapseln gints im floristenbedarfshandel.

für die frage, wie es früher gemacht wurde, also ob mit seide, baumwolle, schafswolle, rosshaar etc, empfehle ich die lektüre des werkes der frau bröcker. da steht sowas drin. die arbeit ist auch bei sonstigen historischen fragen ganz hilfreich.

grüsse
Ron

Drehleierspielen muss nicht sch...e klingen....
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#32
Wirklich nachgewiesen ist die Wattierung seit dem 17. Jahrhundert. Das bekannte Gemälde mit dem blinden Drehleierspieler lässt erstmals Wattierung erkennen. In wieweit das schon vorher praktiziert wurde ist natürlich wie immer unbekannt Wink

Ich könnte mir vorstellen, dass es erst mit dem neuen Ansehen der Drehleier nach dem Mittelalter gängige Praxis wurde. Schließlich erfüllte die Drehleier und auch insbesondere die Schnarre früher eine andere Funktion, als die von der wir heute ausgehen.

I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#33
Welche denn?
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#34
Ich gehe davon aus, dass die Wattierung unbedingt nötig ist, denn wer schon einmal probiert hat eine Saite ohne Watte zum klingen zu bringen, der kennt das Ergebnis - die Watte hat wie Ron beschreibt die entscheidende Aufgabe, etwas Reibung zwischen das Rad und die Saite zu bringen - wie bei einem Bogen.

Ich benutze auch normale Autopolierwatte aus dem Baumarkt - da hab ich 1998 mal ein Paket gekauft - die ist heute nicht mal zur Hälfte aufgebraucht... steht aber kein Verfallsdatum drauf ;-)

Wie oft oder regelmäßig ersetzt ihr denn Eure Watte?

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#35
Kleiner Exkurs zu Leiergeigers Frage:

Einen langen Ton (der nicht besonders großartig ist) kann man ja auch ohne Watte erzeugen.
Das Organistrum wurde ja zur Begleitung des Gesangs in Kirchen und Klöstern benutzt. Die parallelen Quart und Quint Intervallverschiebungen waren ja auch eher eine gemächliche Sache ohne viel Virtuosität.
Gegen Ende des Mittelalters geriet die Drehleiert in Verruf und wurde zum Instrument der Bettler. Es wird allgemein angenommen, dass der Schnarrsteg durchgängig gespielt wurde, um Aufmerksamkeit zu erregen. Eine akzentuierte Schnarrpraxis wie wir das heute kennen wurde erst in späteren Jahrhunderten entwickelt.

Aber wie gesagt, man kann nur annehmen und schlussfolgern. 100% -ig sagen kann man da nichts.

Ich denke, dass man man sich von dem Gedanken die Drehleier wäre schon immer so wie wir sie kennen lösen muss. Die Drehleier ist ein Instrument, dass große Wandlungen, sowohl in der Form als auch in der Sozialgeschichte erlebt hat. Das sollte man nicht ausblenden.

@Robert: Ich benutze bis jetzt o.b. aber ich wolte man Baumwolle ausprobieren, sobald ich an welche rankomme. Wie oft ich die ersetze ist schwierig zu sagen. Manchmal hält die Wattierung monatelang und solang mir der Klang gefällt, und die Watte nicht zu dünn wird, lass ich sie drauf. Manchmal wechsel ich die Wattierung häufiger (Vieleicht auch gerade beim Witterunsumschwung)
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#36
Sad Es scheint, als hätte mit Seide noch niemand experimentiert?

Mein Eindruck ist, dass Seide länger hält, weniger feuchtigkeitsempfindlich ist und besonders bei hohen Stimmungen (Standard g-Saite) den Klang verschärft. (Wer´s mag!)
Die Fasern sind sehr lang und lassen sich gut um die Seite wickeln.

Wegen der glatten Oberfläche der Seide hält die meist nicht von selbst, es empfiehlt sich etwas Flüssigkollophonium zu verwenden.

Im Musikhaus Glier in Ffm habe ich vor "Jahrzehnten" mal ein Tütchen Rohseide erworben, dass sicher noch bis zu meinem Lebensende reicht.
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#37
Ich habe mir gestern auf Empfehlung von Alex die Watte besorgt die wohl der Wolfgang Weichselbaumer benutzen soll.

Es handelt sich um die "Watte, zickzack" der Firma "Lohmann & Rauscher"
REF 10 113
PZN 122 518 4

Ich habe sie für etwa 7 Euro (250g... das ist echt... ne Menge) in einer Apotheke bekommen da es sich um Verbandswatte handelt.

Die Watte ist sehr langfassrig und haftet gut.
Dafür hat sie viele kleine Knötchen die aber zumindest bei mir wundersamer kein Abbruch tun...

Jedenfalls lässt sie sich viel besser Wattieren als die O.B. Watte die ich bisher benutzt habe.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#38
Hallo,

seit kurzem habe ich die Hartmann Bel Family Watte - die ist wahrhaftig sehr gut. Absolut Klumpenfrei, wickelt sich wie von selber um die Saiten und schön weich.
Leider wird diese Viskosewatte nicht mehr hergestellt, aber ich habe einen Internet Shop entdeckt der noch Restposten davon veräußert.
Der Hacken ist allerdings das die Versankosten gut 5 Euro betragen Undecided

Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#39
Zum Thema OBs.. Die wird nicht nur von Drehleierspielern verwendet. Auch Sackpfeifer benutzen die Dinger hin und wieder. Insbesondere im Winter wenn man in der Kälte spielt. Die Atemfeuchte kondensiert im Sack und wenn man nen Tampon mit in den Sack legt (man muss das Bändchen dazu verlängern, denn "reinHÄNGEN" bringt nix), und ihn an der tiefsten Stelle parkt, nimmt er die überschüssige Feuchtigkeit gut auf. Hier eignen sich allerdings nur die OB mini´s, da diese auch nach Aufquellen klein genug sind, um sie problemlos wieder aus dem Sack zu bekommen.
Aber um zum Thema zurückzukommen, ich nutze auch OB-Watte für die Wattierung.
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#40
Ich benutze mittlerweile auch Baumwolle, allerdings gekämmte.
Die hab ich von meinem Lehrer, der die vor Jahren mal in Frankreich erstanden hat. Wenn mein Vorrat aus ist, werde ich mal Rons Tipp mit dem Floristikladen nachgehen.

Ich finde, dass die Baumwolle bessere Ergebnisse liefert als die Ob- Watte. Sie hält lange, hat super lange Fasern, die sich prima um die Saite spindeln. Und die "Watteröllchen" werden super kompakt und dicht. Big Grin
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