Quietschen und Scheppern
#1
https://youtu.be/qguVC8iI034

Moin, Ich hab leider seit längerer Zeit ein Quietschen oder viele Obertöne auf der tiefen Melodiesaite, hauptsächlich beim tiefen C aber auch bei anderen Tönen.
Ich spiele mit dem Gedanken, die Saite tiefer zu legen aber dann müsste ich etwas vom Steg wegfeilen und wollt lieber vorher fragen ob jemand da vielleicht andere Ursachen vermutet bevor ich es nicht zurücknehmen kann. (Bin damit noch nicht so erfahren.)

Die Hohe Melodiesaite hat auch einige Schepprige Töne, der schlimme H-Ton hört sich exakt gleich an wenn ich den Kleber entferne. Das war nur ein Test ob die Tangente dann vielleicht mehr Kontakt bekommt.


Zudem lassen sich die Töne auch nicht richtig stimmen, wenn ich die Tangente versetze springt der ton von zu tief nach zu hoch oder andersrum. Man kann nicht wirklich genau stimmen. Was könnte das sein?

Danke schonmal und Grüße!
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#2
Sehr lobenswert, die Demonstration mit Video!

Klingt für mich nach schlechter Wattierung. Ich würde sie komplett erneuern (in der richtigen Dicke, also weniger als zu sehen ist und auch nicht über die Kanten hinaus) und in Abhängigkeit hiervon das Kolofonium neu aufbringen. Von tieferen Einkerbungen am Steg würde ich dringend abraten, solange die Ursache nicht klar ist; in der Regel sind solche Klangphänomene nicht von dem bestehenden Saitenandruck verursacht.

Zu dem Problem mit dem Stimmen der Fähnchen kann ich nichts sagen.
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#3
Kann mich der Meinung von Axis nur anschließen. Wie alt sind die Saiten? Wenn diese länger als 2 Jahre auf dem Instrument waren, würde ich einen Wechsel empfehlen, das könnte auch helfen. 
Kontrolliere auch mal, ob die Saiten wirklich komplett auf der Radoberfläche aufliegen.
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#4
Vielen Dank für die schnellen Antworten!
Die Leier ist erst um die 6 Monate alt, also schätze ich die Saiten mal dementsprechend.

Die Wattierung habe ich verbessert ohne Erfolg.
Allerdings in Kombination mit festem Kolophonium auf dem Rad (vorher flüssiges) hat die hohe nicht umsponnene Saite dann doch Verbesserungen gezeigt (hauptsächlich beim tiefen f-Ton). Wenn auch nicht komplett behoben.

Bei der Tiefen umsponnenen haben sich hierbei die Quietschtöne zwar verringert aber das Scheppern des schlimmen teifen C-Tones ist nun deutlich lauter geworden. Leider immernoch unspielbar auf der Saite.

Die Auflage auf dem Rad scheint mir gleichmäßig.

Gruß!
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#5
(05.06.2019, 08:01)Hoschoknoscho schrieb: Vielen Dank für die schnellen Antworten!
Die Leier ist erst um die 6 Monate alt, also schätze ich die Saiten mal dementsprechend.

Die Wattierung habe ich verbessert ohne Erfolg.
Allerdings in Kombination mit festem Kolophonium auf dem Rad (vorher flüssiges) hat die hohe nicht umsponnene Saite dann doch Verbesserungen gezeigt (hauptsächlich beim tiefen f-Ton). Wenn auch nicht komplett behoben.

Bei der Tiefen umsponnenen haben sich hierbei die Quietschtöne zwar verringert aber das Scheppern des schlimmen teifen C-Tones ist nun deutlich lauter geworden. Leider immernoch unspielbar auf der Saite.

Die Auflage auf dem Rad scheint mir gleichmäßig.

Gruß!

Hast Du denn mal den Leierbauer kontaktiert? Wenn das Instrument noch so neu ist, hilft er/sie Dir doch bestimmt weiter.
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#6
Ich bleibe nach mehrmaligem Anhören dabei: Das Problem sitzt vor der Leier. Eine unzulängliche Haftreibung führt zu Flageolett-Tönen (das beschriebene "Quietschen") und zu einem Flimmern des Tones, was ursächlich wohl auf einer Phasenverschiebung beruht.

Bei einzelnen kritischen Tönen würde ich den Sitz der Fähnchen überprüfen, sind diese zu locker, kann das zu unerwünschten Schwingungen führen.

Darüber hinaus empfehle ich, soweit noch nicht bekannt, das Buch von Volker Heidemann und Philippe Destrem zur Wartung und Feinabstimmung der Drehleier. 

Und zum physikalischen Hintergrund diesen Wikipedia-Artikel: 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Haftgleiteffekt

(Mit dem Unterschied, dass statt Gegenmaßnahme der Effekt mit Kolofonium absichtlich noch verstärkt wird)
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