Codex Verus: Transponieren von Tune für Drehleier
#1
Hi,

Nachdem das mit meinem ersten Posting (Zusammenspiel Leier/Dudelsack) so gut funktioniert hat - hier nun die nächste Frage. Smile

Marius hatte mich ja für das "Mittelalter-Projekt" auf den Codex Verus http://volynki.ru/files/codex_verus.pdf verwiesen und dort finden sich ja auch viele interessante Tunes.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie ich dort beim Transponieren vorgehen soll. Im Dokument findet sich ja auch ein Hinweis, dass eine Anleitung zum Umsetzen (Anwenden) der Melodien auf andere Instrumente (Skalen etc.) aus der ursprünglichen Fassung gelöscht wurde, weil für den Anfänger zu "verwirrend".

Nun gut, jetzt gibt es also die Tunes die fast alle ohne Vorzeichen (und damit in einer C/Am Skala?!?) notiert sind (eine Ausnahme G bzw. Gm) und es wird auch immer ein Bordunton mit angegeben. Bordun-Töne D, A oder G. Bevor ich meine grauen Zellen nun mit der Musik-Theorie überreize an euch alle die Frage, ob es eine einfache und praxisorientiere Anleitung gibt, wie sich diese Tunes in gut spielbare Fassungen (z. B. kompatibel mit A-Dorisch Dudelsack in Zusammenspiel mit Drehleier) übertragen lassen.

Beispiel: die Ungaresca ohne Vorzeichen notiert und mit C-Bordun scheint unproblematisch zu sein, weil mit einer klassischen auf C Grundton orientieren Drehleier sofort spielbar. Dahingegen sind die zwei Fassungen zum Traubentritt auch ohne Vorzeichen notiert - als Bordun wird aber D angegeben. Wie gehe ich nun vor, um z. B. die Traubentritt-Tunes in eine C-Bordun oder A-Bordun "=" Am (ich weiß eigentlich A-Dorisch) zu übertragen?

Hm - für mich kompliziertes Thema Wink . Ich hoffe mal ich habe mich verständlich ausgedrückt und bekomme von euch vielleicht wertvolle Tips wie ich hier richtig vorgehe. Bin mal gespannt auf die Antworten..
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#2
Wollt mir das jetzt grad mal anschauen, aber irgendwie geht die pdf Datei bei mir nicht... Er schreibt immer, defekte Datei...

Wenn du mir jeweils die Anfangs- und Endnote gibst kann ich dir vielleicht weiterhelfen. Smile
Ist wirklich wahr, ich habs in meinen Träumen selbst gesehen!
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#3
hallo eric,
ich hab dir mal nen bastelbogen hochgeladen. damit kannst du dir ein transponier-rad basteln, dass dir beim transponieren hilft. vllt nützt es dir ja was. anleitung steht dabei.
grüsse
ron


Angehängte Dateien
.pdf   transponierungsrad.pdf (Größe: 28,55 KB / Downloads: 49)
Drehleierspielen muss nicht sch...e klingen....
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#4
Also mir ist schleierhaft wie dieses Rad funktionieren soll.
Ich lasse das immer von dem Programm Capella für mich machen Big Grin
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#5
Das ist ja mal ein geniales Teil *lach*
Müsste ich mal in der Musikwissenschaft mit durch die Gegend wedeln... hehe

@Eric: Was anderes als jede Note einzeln umzutransponieren gibt es nicht. Außer du tippst alles in ein Computerprogramm und sagst dem Rechner dann, dass er es für dich umrechnen soll. In der Zeit hast du aber so ein kurzes Lied auch selbst transponiert. Ich denke mit Hilfe des Quintenzirkel und Transponierrades dürftest du gut hinkommen. Man braucht da ein bisschen Übung, dann geht das eigentlich ganz flott.
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#6
(23.05.2010, 13:53)Krümel schrieb: Wollt mir das jetzt grad mal anschauen, aber irgendwie geht die pdf Datei bei mir nicht... Er schreibt immer, defekte Datei...

Wenn du mir jeweils die Anfangs- und Endnote gibst kann ich dir vielleicht weiterhelfen. Smile

Hm - der Link funktioniert bei mir ohne Probleme. Trotzdem habe ich das PDF mal drangehängt. Ist ja einfacher, wenn man sich die Noten direkt anschauen kann. Wink
(23.05.2010, 14:11)Elisa schrieb: Das ist ja mal ein geniales Teil *lach*
Müsste ich mal in der Musikwissenschaft mit durch die Gegend wedeln... hehe

@Eric: Was anderes als jede Note einzeln umzutransponieren gibt es nicht. Außer du tippst alles in ein Computerprogramm und sagst dem Rechner dann, dass er es für dich umrechnen soll. In der Zeit hast du aber so ein kurzes Lied auch selbst transponiert. Ich denke mit Hilfe des Quintenzirkel und Transponierrades dürftest du gut hinkommen. Man braucht da ein bisschen Übung, dann geht das eigentlich ganz flott.

Hm - ich glaube ich habe mich doch unklar ausgedrückt. Ich weiß schon ganz grundsätzlich wie transponiert wird. Nur verwirrt mich die Notation der Tunes im Codex Verus. Dort sind die Melodien alle ohne Vorzeichen notiert (in der Notenlinie). Dennoch werden aber Bordun Töne angegeben. Im Falle der Traubentritt Tunes z. B. D Bordun. D-Bordun dachte ich würde z. B. zu G als Grundtonart passen. Dann fehlt mir (im Verständnis) aber das # in der Notation?!?

@Ron: Das Transposition Wheel muß ich mir mal in Ruhe anschauen. Danke dafür.

Eine gute und billige Hilfe zum Transponieren bietet auch die abc-Notation und die entsprechenden Programme auf dem Rechner oder im Netz, wie z. B. http://www.folkinfo.org/songs/abcconvert.php . Einzige Voraussetzung ist, dass die Melodie im abc-Format vorliegt.


Angehängte Dateien
.pdf   codex_verus.pdf (Größe: 434,94 KB / Downloads: 32)
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#7
Ich versuch es mal, keine Garantie für Richtigkeit. ^^

Die Ungaresca würd ich sagen, ist einfach in C notiert. Also einfach in die jeweilige Tonart transponieren.

Beim Traubentritt könnt ich mir vorstellen, dass es entweder irgendeine Kirchentonart ist. Würd aber sagen, dass es D is. Hab das schon öfter gesehen, dass Lieder eindeutig in bsw. D sind, die Vorzeichen aber fehlen. Kenn mich jetz nur mit den Kirchentonarten net so aus. ^^

Aber wenn du den Traubentritt in A spielen willst, einfach von D auf A rauf (oder runter) transponieren.

So, und jetzt hoff ich, dass ich keinen kompletten Blödsinn geschrieben hab und dann mit Schimpf und Schande davongejagt werde. Angel
Ist wirklich wahr, ich habs in meinen Träumen selbst gesehen!
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#8
Ich versuche mal meine Frage genauer zu erklären. Hier eine ABC-Notation von Traubentritt, die gut spielbar ist in Grundtonart C:

T:Traubentritt (Trad. Deutschland)
M:4/4
L:1/8
K:C
|AB|c2c2c2 AB|cdcBA2AB|c2c2BAG2|A4A2|
|AB|c2c2c2 AB|cdcBA2AB|c2c2BAG2|A4A4|
|e2e2d2c2|d2d2c2B2|c2dcB2A2|BcBAG2ef|e2dc BAG2|A4A2|
|cd|e2e2d2c2|d2d2c2B2|c2dcB2A2|BcBAG2ef|e2dc BAG2|A4A4|

Die ABC-Notation kann z. B. mit http://www.folkinfo.org/songs/abcconvert.php in ein PDF oder eine MIDI Datei übertragen werden (und von dort auch transponiert werden). Das ist sozusagen das Ziel-Format. In der Notation sind keine Vorzeichen angegeben, was bei C auch zu erwarten ist.

Im Codex Verus steht aber eine Version (ohne Vorzeichen), die auf D auf Grundton aufsetzt und D ist auch als Bordun angegeben. Heißt das nun, dass die Version dort in D-"Dur" notiert ist? Warum stehen denn keine Vorzeichen in der Notenlinie? Oder ist es in C notiert und dann verstehe ich nicht, warum D als Bordun angegeben ist?!? Vielleicht bin ich auch einfach nur zu blöd und mache einen grundsätzlichen Denkfehler. Huh
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#9
Marco meinte zu mir kürzlich etwa folgendes:

Wenn ein Lied in C notiert ist und keine Vorzeichen hat kann man die Noten "beliebig" nach oben und unten verschrieben ohne etwas beachten zu müssen.

Ich hoffe ich gebe ihn richtig wieder.

Ein weiterer Hinweis (den ich von Konstanze Kulinsky habe) ist:

Ein Lied passt häufig zum Bordunton wenn das Lied mit selbigen endet.

Das heißt in deinem ABC File endet das Stück auf a, daher passt es zum A Bordun.
Im Codex endet es auf D, daher passt es auf D.

Auch hier nehme ich keine Garantie darauf das ich es richtig wiedergebe Wink

Wie gesagt, das ist keine steinerne Regel sondern nur ein Hinweis. Viele Stücke passen auch auf den Bordun Ton obwohl sie nicht in dessen Tonart enden.
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#10
Ich würde sagen, dass ist einfach schlampig notiert.
Es müsste in D notiert sein mit den jeweiligen Kreuzen vorne am System und den Auflösungszeichen vor den jeweiligen Noten.
Beim Übergang von der zweiten Klammer zum zweiten Teil fehlt ja aucherstens ne Halbe und dann ne Viertel -und ich seh gerade in der ersten Klammer fehlt auch ne Viertel. Oder es hätten jeweils die entsprechenden Pausen hingesetzt gehört.
Und was bitte soll das für ein Ende sein? Wiederholungszeichen, Ganze Note, Taktstrich leerer Takt Schluss?

Hab gerade mal durchgeschaut, auch ansonsten sind da durchaus Schlampereien drin. tztztz
Sowas hätt ich in Satzlehre um die Ohren gehauen bekommen Big Grin
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