Der richtige Saitenandruck oder doch das Kolophonium?
#1
Ich habe letztens versucht, nachdem ich einen ungleichmäßigen Ton hatte neu zu Kolophonieren und hatte dabei nach meinem Gefühl zuviel Kolophonium (Waltharis bestes Karwendelharz) draufgegeben.
Ist bei dem Kolophonium aber auch schwer weil es sich zumindest bei einem neuen Block sehr ungleichmäßig auftragen läßt.
Also habe ich versucht es mit Schleifpapier (1000er Körnung) wieder zu entfernen, anschließend mit einem Tuch poliert, um danach erneut Kolophonium aufzutragen. Das Eigenartige war nur, dass die Saite selbst ohne Kolophonium genauso reagiert wie mit. Ist der Andruck also grundsätzlich zu stark oder habe ich das Kolophonium trotz Schleifpapier gar nicht entfernt? Huh
Sollte es der Andruck sein wie könnt ihr einschätzen, dass der Andruck jetzt genau richtig ist? Ich habe im Moment das Problem das überhaupt nicht einschätzen zu können. Ich weiß, wenn die Saite zu stark aufgedrückt wird klingts sehr kreischend und wenn Sie zu leicht aufliegt dann klingt Sie eher "hauchig" aber "hauchig" klang die Saite noch nie. Wie tastet man sich da am besten ran?
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#2
Unter ungleichmäßigem Ton verstehe ich, dass es Tonaussetzer gibt. Das ist i.d.R. darauf zurück zu führen, dass man sich auf der Radoberfläche eine Fettfläche zugezogen hat.
Normal geht das weg mit der Behandlung mit 250er Schleifpapier und neuem Auftragen von Kolophonium, aber 1000er habe ich noch nie benutzt.

Kannst du das mi dem ungleichmäßigen Ton noch etwas näher spezifizieren?

Gruß
Armin
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#3
Wenn du mit ungleichmäßigen Ton meinst, dass die Saite sehr schnelle, fast maschinengewehrartige und sehr starke Schwankungen hat, dann kann ich dir sagen, dass ich das schon mehrfach hatte und weder am Saitendruck, noch am Kolophonium lag, sondern an schlechter Wattierung. Wenn du das nicht sicher ausschließen kannst, solltest du diesen Faktor auch bedenken.
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#4
Danke für eure Antworten!

Gerd hat das Phänomen mit "maschinengewehrartig" ganz treffend beschrieben. Es klingt wie zusätzliche Schwingungen der Saite, das macht den Ton unrund. Es liegt also wahrscheinlich an der Wattierung. Was hast du denn nicht richtig gemacht beim Wattieren als das bei dir auftrat? Dann kann ich bei mir darauf achten.

Da fällt mir grade noch was anderes auf. Kennt ihr das wenn man eine Taste drückt und die Saite bleibt nach dem Loslassen der Taste irgendwie an dem Ton "hängen" oder gibt plötzlich einen anderen schrillen Ton von sich? Die Taste fällt definitiv zurück.

Bei der Schleifpapierkörnung habe ich mich an Helmut Gotschys "Wattierungsassistenten" gehalten. Er empfiehlt dort 600-1000er Körnung.
Ist es bei 250er Körnung nicht schwer das Rad danach wieder glatt zu bekommen?
Ich vermute mal stark, dass ich das Kolophonium gar nicht abgetragen habe oder nicht komplett anders kann ich mir das nicht erklären, wenn der Saitenandruck ok ist.

Ich glaube Hörbeispiele könnten im Allgemeinen ganz hilfreich sein. Vielleicht nehme ich die ganzen "schrägen Töne" (z.B. wie klingt ein Rad mit zu wenig Kolophonium) einfach mal auf. Dann könnte man leichter Diagnosen stellen.

Wenn man keine Erfahrung hat und es so viele Dinge gibt die man verändern kann, da macht man dann erstmal das Falsche und im Endeffekt alles noch schlimmer als vorher.
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#5
(31.05.2010, 20:13)Roland schrieb: Da fällt mir grade noch was anderes auf. Kennt ihr das wenn man eine Taste drückt und die Saite bleibt nach dem Loslassen der Taste irgendwie an dem Ton "hängen" oder gibt plötzlich einen anderen schrillen Ton von sich? Die Taste fällt definitiv zurück.

Vielleicht zuwenig Saitendruck, vielleicht zuwenig Kolophonium, vielleicht aber auch die Watte, die nicht ordentlich fest an der Saite sitzt. Reib die Saite vorher mit Kolophonium ein und drück die Saite ordentlich mit leichten Drehbewegungen (der Saite!) ans Rad beim Wattieren. Überhaupt ist es grad am Anfang fast immer die Watte.

(31.05.2010, 20:13)Roland schrieb: Gerd hat das Phänomen mit "maschinengewehrartig" ganz treffend beschrieben. Es klingt wie zusätzliche Schwingungen der Saite, das macht den Ton unrund. Es liegt also wahrscheinlich an der Wattierung. Was hast du denn nicht richtig gemacht beim Wattieren als das bei dir auftrat? Dann kann ich bei mir darauf achten.

Tja, so ganz genau weiss ich das nicht mehr. Möglicherweise wars zu viel Watte, vielleicht aber auch ungleichmäßig verteilt. Probiers aus!

Folgendes gilt nur, wenn du, was ich glaube, noch nicht viel Erfahrung mit der Leier hast:
Such dir jemanden ders kann, grad mit den Komponenten Kolophonium/Watte kann man ohne Hilfe am Anfang schier verzweifeln. Nach einer Weile hast du das dann halbwegs raus.
Und schleif nicht so viel am Rad rum, wenn du nicht grade furchtbar aufs Rad gefasst hast, reicht es auch, mit nem Mikrofasertuch, etwas Druck und hoher Drehgeschwindigkeit das Rad zu säubern.

Aber ernsthaft: jemand, der dir zeigt, wie du deine Leier ordentlich einrichtest, grad bei solchen Problemchen, hilft Wunder. Lehrer sind auch gut ;-)
Nur so, ohne zu wissen, wie gut du drehst...
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#6
250er Schleifpapier hört sich für mich auch etwas Grob an.
Ich habe schon mehrfach gelesen und gehört das man sehr feines (um die 1000 rum) nehmen soll. Da damit nur das Kolophonium erwischt und das Rad weitgehend verschont bleibt.
Angaben natürlich ohne Gewähr Wink
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#7
Meine Angabe mit dem 250er Schleifpapier möchte ich nicht mehr aufrecht erhalten.

Ich habe ein 250er mit dem Schleifpapier verglichen, das ich für die Drehleiern verwende und dabei festgestellt, dass das 250er wirklich zu grob ist. Leider steht auf der Rückseite meines "feinen" Schleifpapiers die Körnung nicht drauf.

Herzliche Grüße
Armin
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#8
Was macht ihr eigentlich alle mit Schleifpapier am Rad?
Damit bekommt die Auflagefläche alle möglichen Formen, nur plan wirds nicht...
Wenn Fett draufgekommen ist würde ich ein fusselfreies Tuch mit bisschen Spiritus hernehmen, dann ist das Fett weg und bisschen was an Kolohonium auch...
Wenn dann immernoch zu viel drauf ist würde ich dem mit ner Rasierklinge o.ä. zu Leibe rücken...
Dann hat man hinterher wenigstens noch bzw. wieder ne plane Fläche, dann neu kolophonieren und gut...

MfG Björn
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#9
moin.
1000er schleifpapier ist ok, wenn man gerade kein tuch und spiritus zur hand hat, denke ich. das mach ich seit jahren so, ohne meine räder zu deformieren.
das mit der rasierklinge finde ich nun wiederum eher zweifelhaft, da hat man schnell ne kerbe im rad.

grüsse
ron
Drehleierspielen muss nicht sch...e klingen....
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#10
Das mit der Rasierklinge hab ich zwar auch noch nie gehört, aber ich denke es ist mit der Drehrichtung und nicht gegen die Drehrichtung halten gemeint. Da dürfte man prinzipiell auch keine Kerben bekommen. Aber machen würd ich es vermutlich trotzdem nicht.
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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