geerbte Drehleier
#1
Photo 
Hallo und guten Abend!

Ich habe vor einiger Zeit eine Drehleier "geerbt", die der verstorbene Schwiegervater meines Bruders (vielleicht kennt der eine oder andere Winnfried Goerge) 1974 gebaut hat.


.jpg   Drehleier ganz.jpg (Größe: 521,08 KB / Downloads: 49)  
.jpg   Drehleier Detail.jpg (Größe: 357,19 KB / Downloads: 33)

Ich bin instrumenten- und holztechnisch nicht unbegabt und würde dieses Instrument gerne wieder zum Klingen bringen. Dazu benötige ich zunächst einmal die richtigen Saiten.

Das Instrument ist - soweit ich das verstehe - für eine Melodie- und zwei Bordunsaiten ausgelegt. Ich würde also eine Bordun und die Melodiesaite in einem Grundton und die zweite Bordunsaite in der Quint stimmen. Ist das so richtig?

Das Instrument hat eine Mensur von 41 cm.

Kann mir jemand einen Grundton empfehlen und am besten auch noch einen Link oder eine Empfehlung zu den richtigen Saiten?

Weitere Fragen folgen sicher

Gruß

Stefan
Blessed is the man who, having nothing to say, abstains from giving wordy evidence of the fact.

George Eliot (1819-1880)
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#2
Ich würde auf jeden Fall neue Saiten aufziehen.
Frag' doch mal bei Kürschner nach, welche Saiten für eine Mensur von 41 cm geeignet sind für:
  • C-Schnarre / G-Schnarre
  • G-Melodiesaite
  • C-Bordun / G-Bordun.
Ob Du eine C- oder G-Schnarre oder Bordun haben möchtest, musst Du selbst entscheiden. Ich persönlich würde jedoch den gleichen Ton wählen, also entweder C-Schnarre und C-Bordun oder G-Schnarre und G-Bordun.
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
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#3
Hallo Catweazle,

ich habe jetzt erst seit Längerem wieder in dieses Forum geklickt, da ich den Eigenbau meiner Drehleier immer wieder aufschob und mich statt dessen mit Naturtönen und Musiktheorie beschäftigte. Was das Werken angeht bin ich Flug-Modellbauer und habe eine aus dem Leim gegangene Gitarren-Laute erfolgreich restauriert.

Deinen Fotos entnehme ich: eine Melodie-Saite, eine Bordun- / Schnarr?-Saite, eine weitere Bordun-Saite. Der "Hund" für die Schnarre (falls einmal vorhanden)*, der die Vorrichtung zum Einhängen der Melodie-Saite, die üblicherweise auch einen Wirbel zum Einstellen der Schnarre aufnimmt, und die Radabdeckung fehlen (oder auch nicht). - Ist das so richtig?

* Wenn ich mir den Steg genauer ansehe, ist es eine zweite Bordun-Saite ohne den "Hund" oder beweglichen Steg.

Ich sehe da jetzt kein allzu großes Problem das Instrument wieder spielbar zu machen. Falls meine Vermutung richtig ist, sollte es neuen Saiten - Melodie = g, Bordune = g und c - schon einmal zum Klingen zu bringen sein. Dazu, wie das mit der Watte und dem Kolophonium zu machen ist, findest Du hier im Forum einiges. Wie die Melodie-Saite einzuhängen ist, kann ich auf dem Foto nicht erkennen.

Eine neue Radabdeckung lässt sich leicht aus einem Stück Sperrholz mit 4 mm Dicke anfertigen. Zuschneiden, nass machen und auf einer Herdplatte biegen, gebogen mindestens drei Tage trocknen lassen. Dann Leisten zum Einhängen mit Weiß-Leim ankleben.

So viel erst einmal. Wenn Du noch Fragen hast, stelle sie bitte.

Liebe Grüße
Nicole
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