Guter Klang = Teures Ding?
#21
(05.08.2010, 08:56)BeamHo schrieb: Kann es vielleicht sein, dass die deutlich teureren Instrumente einfach deswegen besser klingen, weil sie von Leuten gespielt werden, die es eben sehr gut können... vor allem auch was das Einrichten usw. angeht...
Die teureren Leiern unterscheiden sich nämlich in der grundsätzlichen Bauweise meist nicht wirklich von günstigeren, sind meistens eben nur bisschen besser ausgestattet (braucht der Anfänger über Jahre nicht) und reichlicher verziert (braucht man ebenfalls nicht wirklich).
Viel wichtiger ist es, das vorhandene Instrument anständig einzurichten.... mit Saiten, Saitendruck aufs Rad, Wattierung usw. lässt sich nämlich extremst viel am Klang machen....

MfG Björn
Sorry, aber das ist m.E. ziemlicher Quatsch. Leiern unterscheiden sich sehrwohl deutlich. Allein schon die verwendeten Materialien machen einiges aus. Tangenten aus Ebenholz sind nicht nur teurer sondern eben auch besser. Einstellbare Fähnchen (Metallfähnchen) wird man, ebeso wie verzugfreie Kunststoffräder, bei Billigleiern kaum finden, usw....
Dann kommen noch ein paar Details dazu, die man nicht sehen kann, nämlich die Bauweise innerhalb des Korpus.
Da kann man, wenn man schnell und billig baut, ne Menge Sachen verderben.
Oder, es wird im Bestreben den Sound zu verbessern, die Haltbarkeit vernachlässigt. Ich hab schon mehrere Leiern gesehen, auch sehr teure "Topmodelle", bei denen nach wenigen Jahren die Decke deutlich eingesunken und gerissen ist.
Insofern kann man schon sagen, daß der Preis nicht das wichtigste Kriterium ist.

Richtig ist wohl auch, daß ein Anfänger mit einen Topmodell nicht auch sofort Topsound erzeugen wird und umgekehrt, ein Meister wohl manchmal auch eine schlechtere Leier ganz passabel hinbekommt.


@Seikilos: Ich würde mir die Instrumente wirklich besser live anhören und die Eigentümer befragen.
Auf den Interneseiten von Herstellern, wird jede Leier gut klingen, sonst wäre der Mensch ja blöde, sowas zu veröffentlichen. Da gibt es tolle und simple Möglichkeiten nachträglich für guten Sound zu sorgen und Hersteller haben schließlich wirschaftliche Interessen.Wink
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#22
Das werd ich auf jeden Fall auch tun. Ich habe bereits mal eine Largo von Hilsmann angehört, wobei der Beistzer bei der Version besonders auf Lautstärke geachtet hat.

Live angucken ist im Moment nur so ungünstige, weil die Festivals erst wieder im nächsten Jahr sind.

Da werd ich wahrscheinlich auch nach Frankreich fahren. Bonjour.
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#23
um eine leier klanglich zu beurteilen sind youtube aufnahmen und die meisten demo aufnahmen meiner meinung nach ungeeignet. da die meisten aufnahmen die leiern deutlich schlechter klingen lassen als in natura.

ich würde dir auf jedenfall empfehlen dir mal die kleinen leiern in echt anzuhören, mache könnten dich mit einem sehr guten live sound überraschen.

sebastian baut übrigens auch alto leiern (mit 4 melodie saiten, statt 3 wie bei der largo). ist aber noch nicht auf seiner webseite zu finden, aber in seiner werkstatt steht eine rum Wink
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#24
Sorry Ventrus, aber wenn jetzt schon Ebenholztangenten, Metallfähnchen und verzugsfreie Kunstoffräder besser klingen sollten wie andre dann weiß ich auch nicht... das ist zwar alles praktischer, vllt. langlebiger o.ä., aber klanglich ists eher nebensächlich.
Klar unterscheiden sich die Materialien, aber die grundsätzliche Bauweise, die hauptverantwortlich für den Klang ist, die bleibt sich ziemlich ähnlich (z.B. Korpusform)
Denn die wirklich groben Schnitzer erlaubt sich da auch bei günstigeren Leiern kein professioneller Drehleierbauer...


MfG Björn
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#25
wie ein paar mal erwähnt Smile höre ich mir keine Youtube videos an.
Mein Augenmerk sind sowieso alle Aufnahmen durch Tonabnehmer in der Leier eingebaut, weil ich auch einen 4 Kanal Abnehmer haben will
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#26
Bei dem was du anscheinend alles drin haben willst, musst du aber schon Geld hinblättern. Da wirst du wohl Kompromisse eingehen müssen, da du mit der Ausstattung keine günstige Leier bekommen wirst. Es gibt halt noch keinen Drehleier Discount. Das sind Instrumente die immer noch handwerklich gefertigt werden und die nicht von der Stange gekauft werden können.

Zum Klang: dir ist vielleicht aufgefallen, dass man sich selber auch immer ganz anders hört, wenn die Stimme aufgenommen wurde und wiedergegeben wird. So ist das unter Umständen auch mit der Leier. Wenn du soviel Wert auf Klang legst dann hilft nur: Drehleierbauer/ Spieler abklappern und hören bzw. ausprobieren. Das Instrument hört und fühlt sich immer anders an wenn man es selbst spielt, als auf einer Aufnahme.

Es wurde oben schonmal erwähnt, aber als Anfänger braucht man m.E. wirklich keine vollausgestattete Leier. Damit wäre man nur überfordert, was das Einrichten betrifft. Und ob man dann am Anfang direkt den erwünschten Klang rausbekommt wage ich auch zu bezweifeln. Ist halt nicht mit einfach nur Drehen getan.

So, jetzt hab ich mich wahrscheinlich mit allen Leuten hier angelegt. Ist halt nur meine subjektive Meinung. Das kann jeder anders sehen, ich kann nur meine vertreten.
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#27
Was hat sich selber anders wahrnehmen mit der Wahrnehmung der Leier zutun?

Das ein 4 Kanal Pre-amp so 500-700 € extra kostet ist mir durchaus bewusst.
Und mir ist auch klar, dass die Wartung ein der Seiten, Tangenten, Stege usw aufwendig ist, aber inwiefern überfordert mich eine teurere Drehleier?
Gut ich muss eventuell eine Schnarre und einen Bordun mehr stimmen, oder übersehe ich da was essentielles?

Mir gehts ja nicht um Ausstattung, sondern um den Klang, den die günstigen Leiern verursachen (die, die ich gehört habe)

Ich bin mir dessen bewusst, dass man sich die Leiern selber anhören muss (das muss also niemand nochmal betonen Smile )
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#28
Weil der eigene Körper, wenn man das Instrument selber "auf dem Schoß" hat und spielt auch mit Resonanzkörper ist und man den Klang dann anders wahrnimmt, als wenn er nur aus den Boxen kommt.

Wie bei der Stimme auch, da funktioniert ja der Körper auch als Resonanzkörper mit. Andere Menschen hören deine Stimme zum Beispiel immer anders als du sie selber wahrnimmst.

Als ich zum Beispiel bei Marc war, und mir seine Leier angehört habe, habe ich auch einen deutlichen Unterschied festellen können im Gegensatz zu den Aufnahmen die ich gehört habe. Und sie selber zu spielen war auch nochmal ein ganz anderes Klanggefühl.
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#29
jep, meine Leier hört sich in echt wesentlich weniger grausam an als auf der Aufnahme im Tune of the Month Forum Big Grin

Aber auch ansonsten kann ich Elisa nur zustimmen Wink
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#30
Kunststoffräder machen meines Erachtens ein anderes Kolophonieren (nämlich mit weniger Kolophon) möglich, was in der Form bei Holzrädern eher nicht möglich zu sein scheint.

Metallfähnchen klingen nach meinem Empfinden tatsächlich in ansonsten baugleichen Instrumenten anders als Holzfähnchen.

Was das Holz der Tangenten, außer im Fall von Grenadill z.B. besonders quell- und verzugsstabil zu sein, mit dem Klang zu tun hat, ist mir allerdings nicht klar. Man kann übrigens auch aus heimischen Hölzern problemlos sehr sauber laufende Tangenten herstellen, als Beispiel verweise ich z.B. auf die Allegros von Wolfgang Weichselbaumer. Da lass ich mich aber gerne aufklären, wäre interessant Smile Meines Erachtens dürften die Tangenten doch selbst kaum resonieren...

@Seikilos: An "drehleierlastigen" Festivals kommt dieses Jahr noch mindestens die Sommerbordunale (http://www.bordun.de). Was die Komplexität eines Instruments angeht: Je multifunktionaler die Saiten verwendet werden, also mit Kapos auch mit anderen Tonarten verwendet werden und den anderen Saiten zusammen funktionieren müssen, desto genauer muss man einstellen. Das wäre für mich allerdings kein Grund, nicht eine Leier zu kaufen, die ich wirklich will. Dann würde ich mich vorher aber wirklich informiert haben, was unbedingt (!) den Kontakt mit Spielern, das Anhören und Ausprobieren unter Livebedingungen einschließt.

Siebzehn Drehleierspieler, mindestens achtzehn Meinungen Big Grin

Viele Grüße,

Alex
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