ungewollte Flageolet-Töne
#1
hallo,
ich bin seit einem monat glücklicher besitzer einer leier vom reichmann.

neuerdings habe ich festgestellt, dass die eine melodiesaite bestimmte töne ab der 2ten oktave nicht sauber intoniert (beißt sich mit der anderen saite) und den ton h ganz oft oktaviert, insbesondere, wenn ich die drehgeschwindigkeit erhöhe - klingt irgendwie gar nicht schön.
ich habe x mal probiert, die watte neu aufzulegen, das wars nicht (zumal die andere saite mit der selben wattierung ganz okay klingt), habe ein, zwei, drei papiere unterlegt, das löste das problem auch nicht.

was kann ich da noch probieren?
woran könnte das liegen?

die saitenspannung zu erhöhen, indem ich die kerbe vertiefe, davor habe ich doch etwas respekt...

vielen dank im voraus für eure anregungen.
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#2
Hallo,
die Tangenten, kannst du doch so drehen, dass die Töne "gleich" sind und sich nicht beißen.
Der Abstand beider Melodiesaiten sollte gleich zu der Saite sein, sonst mußt du fester drücken bis beiden Töne kommen und versetzt dann eine Saite unter höheren Druck wie die andere, soll heißen:

- die Saite welche mehr Druck bekommt wird höher und es klingt schief

Lösung:

Versuche ob du die Ungenauigkeit über die Tangenten regeln kannst, hat deine Leier die Möglichkeit die Mensur am Sattel zu verändern, dann versuche auch dieses.
Überprüfe den Abstand der Tangenten zur Saite und versuche evtl. die Ungenauigkeiten zu beheben.
Hilft alles nix, den Erbauer fragen und evtl. von ihm überprüfen lassen.


Wenn du Holzfähnchen hast, überlege ob du diese nicht gegen Metalltangenten ersetzen lassen kannst, sie lassen sich genauer ausrichten (Abstand zur Saiten).

Gruß Hurdy
Cool The start and stop technology on hurdy-gurdy Cool
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#3
Ich glaube, Kurt Reichmann hat ne Abneigung gegen Metalltangenten. Zumindest hat er dafür nicht so viel übrig gehabt, als ich mal mit ihm telefoniert hab.
Dass die Töne oktavieren kann dadurch verursacht sein, dass die Watte nicht richtig an der Saite haftet, sondern "durchdreht". Kolophonium an die Saite schmieren vor dem Wattieren hilft. Aber es kann auch was ganz anderes sein, das ist ja das Schöne an der Drehleier ^^
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#4
vielen dank für eure antworten!

die beiden tangenten vom tiefen h waren tatsächlich nicht gleichzeitig auf der saite. den fehler habe ich kurzerhand mit nem scharfen messer korrigiert.

allerdings habe ich keine schwebung oder dissonanz beim tiefen h. die untere saite verändert ihre obertonstruktur einfach je nach drehgeschwindigkeit - soll heißen, irgendwann überwiegt der erste oberton, der ton bricht in die die oktav. leider passiert das relativ früh.

in den oberen tonlagen hab ich festgestellt, dass durch die erneute wattierung - mit zuhilfenahme des tips von gerd (kolophonium auf die saite) die schwebung/das beißen abnimmt.

also alles in allem erste erfolge, dank euch beiden!

allerdings habe ich immernoch dieses blöde okavierte h.
wenn beide saiten klingen, dann fällt die oktavierte note klangfarblich raus, wenn sie alleine spielt klingts schlicht falsch, so wie wenn jemand 'alle meine entchen' singt und zwischendrin nen hickser kriegt...

zum reichmann nach frankfurt sinds halt doch 2 std fahrt, da suche ich lieber vor ort noch n weilchen.

habt ihr noch ideen, was ich ausprobieren könnte?
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#5
Hab ich das richtig verstanden und es entsteht ein neuer Schwingungsknoten auf der Saite, wodurch sie nach oben hüpft?

Nachdem ich neue Saiten drauf hatte, hatte ich das recht häufig. Hab dann die Saite immer manuell ein bisschen gedehnt, damit sich das Material dehnt und nicht mehr soviel Spannung drauf ist. Im Moment hab ich das auch öfter mal wieder, denke aber, dass es wegen den Witterungsverhältnissen ist. Passiert immer dann, wenn ich die Leier durch die Gegend getragen habe. Ich zupf die Saite dann kurz von Hand an und sie schwingt sich wieder da ein, wo sie soll.
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#6
@elisa: das mit dem schwingungsknoten hast du gut ausgedrückt, genau so ist es.

könnte das viell. an der fußbodenheizung und der 30% luftfeuchtigkeit liegen?

wie hast du die "manuell gedehnt"? ist das die schöne formulierung für -einmal kräftig dran gezogen- ?

wann zupfst du sie von hand an? - während des spiels?
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#7
Das kann durchaus an unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit und Heizungsluft liegen.
Im Herbst hat meine Leier öfter gezickt. Im Winter überhaupt nicht, und jetzt wieder. Muss an diesem Übergangswetter liegen. Sie mag es halt am liebsten knackig kalt*g* Holzinstrumente brauchen schonmal ein bisschen feuchtere Luft (etwa 45% würde ich schätzen)

Ich habe die Saite mit beiden Händen gepackt, zwischen den jeweiligen Daumen und Zeigefingern eingeklemmt und sachte hin und her gedehnt. Das ganze mal weiter am Rad und mal weiter hinten Richtung Wirbelkasten. Die Saite hat sich dadurch erheblich entspannt und den Bordun muss ich in letzter Zeit nur noch minimal nachstimmten. Die großen Schwankungen sind seitdem weg.

Wenn ich merke, dass die Saite springt, dann zupfe ich sie beim Spielen zwischendurch kurz mit der linken Hand an. Manchmal hängt sie sich aber auch nach ein paar Takten von selber wieder ein.
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#8
So, gleich mal mein erstes Problem.

Ich habe auf meine Drehleier eine tiefe G-Saite als Melodiesaite aufgezogen und es haut alles super hin, bis auf die Tatsache, dass vor allem wenn ich schneller drehe, sehr oft ein Flageolet-Ton entsteht, sprich die Saite klingt auf einmal eine Oktave höher. Ich muss also oft ziemlich aufpassen, dass ich nicht zu schnell drehe, sonst entsteht dieser Ton.

Kann das sein, dass ich zu wenig Saitendruck drauf habe? Das würde für mich logisch klingen.
Oder liegt es doch am Watte-Kolophonium-Zusammenspiel?

Ich hatte das schon mal bei meiner alten hohen Saite, das ist aber irgendwann von selber wieder weggegangen.

lg
Meinten Sie "Drehleiter"?
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#9
Das Thema hatten wir hier irgendwo schonmal und da waren auch viele Anregungen aufgekommen.
@Marc: lassen sich die Themen kombinieren?
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#10
(09.08.2010, 17:17)Elisa schrieb: Das Thema hatten wir hier irgendwo schonmal und da waren auch viele Anregungen aufgekommen.
@Marc: lassen sich die Themen kombinieren?

Oh, wenns so is, dann tuts mir leid, ich habe jetzt nix gefunden.
Meinten Sie "Drehleiter"?
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