ein paar naive fragen...
#11
(28.09.2010, 19:50)Jonas schrieb: Was mich bisher davon abhält, sind ein paar pragmatische Gründe. Ich wohne in der Stadt in einer Mietswohnung und so ein Gerät ist ja nun nicht unbedingt das leiseste. Es würde mir aber natürlich nichts bringen, wenn ich ein Instrument habe, was ich in der eigenen Wohnung nicht spielen kann. Kann man da irgendwas machen oder ist es eher utopisch im Stadtmietshaus Drehleier zu üben?

Hallo Jonas!
Also, ich meine mich zu erinnern, dass das Ausüben von "Hausmusik", sprich das Musizieren in den eigenen vier Wänden, auch im Mehrfamilienhaus erlaubt ist und zwar 2 Stunden am Tag außerhalb der Ruhezeiten, die üblicherweise von 22 bis 8 Uhr und von 13 bis 15 Uhr sind. Für Berufsmusiker und Musikstudenten gibt es andere Regeln.
Ich wohne auch in einer Mietswohnung, in einem Mehrfamilienhaus. Hellhörig ist es bei uns nicht aber ich denke schon, dass manche Nachbarn was mitbekommen, Beschwerden habe ich bisher (ich spiele seit 4 1/2 Jahren) nicht bekommen.
Gruß
Bridget Smile
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#12
(29.09.2010, 12:05)Jonas schrieb: Und denn Rest des Jahres. Hast du da Literatur oder so um dir noch was beizubringen?

Ich hab ein Heft zum Thema Drehleier spielen, in das hab ich aber ehrlich gesagt noch gar nicht so reingeschaut...

Mei, hauptsächlich übe (oder beachte) ich halt dann die Sachen, die wir im Kurs lernen. Da bekommen wir auch Noten.
An Noten scheiterts aber sowieso ned, weil ich in ner Mittelalterband spiele, d.h. ich hab genug zum üben Wink
Meinten Sie "Drehleiter"?
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#13
@Bridget:

Die Angabe von festen Zeiten ist nett gemeint, juristisch aber leider nicht haltbar Wink Die Materie ist relativ komplex, da gibt es verschiedene Einflüsse zu berücksichtigen, öffentlich- wie privatrechtliche.

Erstmal das erfreuliche: Jeder darf üben, auch in Mietswohnungen. Ein vertraglicher Ausschluss im Mietvertrag ist unwirksam. Probleme geben kann es da nur, wenn der Vermieter vor dem Einzug gefragt hat ob man Musik macht, man dies verneint hat und schon zum damaligen Zeitpunkt Musik gemacht hat... nach Einzug damit zu beginnen ist dann wieder unproblematisch.

Grundsätzlich sollte man mal in den eigenen Mietvertrag schauen. Wenn dort ein Zeitrahmen angegeben ist, sollte man sich daran halten, falls dieser nicht völlig abstrus ist ("morgens zwischen 9.30 Uhr und 11 Uhr" - alles schon gelesen...). Dazu kommen ggf. landesgesetzliche Regelungen zu einer "Mittagsruhe" usw., die zu beachten sind. Für relativ universell sicher halte ich die Zeit von 9-12 Uhr und von 15 - 19 Uhr. Wie lange man auf dem jeweiligen Instrument üben darf, variiert nach dem Einzelfall, da sind Faktoren die Hellhörigkeit des Hauses, die Lautstärke des Instruments und die lokale Rechtsprechung, die durchaus von Stadt zu Stadt variiert, ausschlaggebend. Die jeweilige Übezeit sollte, so empfehle ich, am Stück genommen werden, wenn es über eine Stunde hinaus geht kann man auch mal teilen. Mit einer Drehleier sollte man sich im Bereich von (werk)täglicher Musik bis zu einer Stunde pro Tag nirgendwo einem Risiko aussetzen. Sonntags kann es je nach Land schon kritisch werden; teilweise werden in Mietverträgen verlängerte Ruhezeiten für Samstage (etwa bis 10 Uhr) festgesetzt. Wenn es dann täglich regelmäßig mehr als zwei Stunden werden, empfehle ich, sich rückzuversichern.

Andere Regeln für Berufsmusiker und Musikstudenten gelten übrigens leider so gar nicht... Undecided

Informierende Grüße,

Alex
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#14
@Firunew: Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Dann ist das ja doch nicht so problematisch.
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#15
Interessant. Ich war auf dem gleichen Kenntnissstand wie Bridget. Gut, daß ich keine Nachbarn habeBig Grin
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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#16
(30.09.2010, 16:47)Totti schrieb: Interessant. Ich war auf dem gleichen Kenntnissstand wie Bridget. Gut, daß ich keine Nachbarn habeBig Grin

Was hast du mit denen gemacht? Dodgy
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#17
In siedendem Öl gekochtAngel
Nein Unsinn. Ich hab ein Haus. Es wohnt keiner über mir und keiner unter mir. Nur neben mir. Das aber zum einen zu weit von meinem Wohnzimmer entfernt um etwas mitzubekommen und zum anderen können sie sich, falls doch, gerne beim Vermieter beschweren. Der bin nämlich ich.Tongue
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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#18
(30.09.2010, 16:56)Totti schrieb: In siedendem Öl gekochtAngel
Nein Unsinn. Ich hab ein Haus. Es wohnt keiner über mir und keiner unter mir. Nur neben mir. Das aber zum einen zu weit von meinem Wohnzimmer entfernt um etwas mitzubekommen und zum anderen können sie sich, falls doch, gerne beim Vermieter beschweren. Der bin nämlich ich.Tongue

Hast du noch ein Zimmer frei? Big Grin

Am besten mit den Nachbarn einfach abstimmen, dann kann gar nichts passieren. Ich denke da zum Beispiel an die, die Nachtschicht haben. Wenn man vorher lieb fragt, dann kommt seltener jemand vorbei und beschwert sich, habe ich gelernt.

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#19
Das ist sowieso immer die grundlegendste Sache.
Ich hab auch beim Einzug erst mal die Nachbarn kontaktiert, mich vorgestellt und die Tatsachen auf den Tisch gelegt, mit dem Zusatz, dass man sich wenn es denn stören sollte, ruhig an mich wenden kann. Kaffe und Kekse bewirken Wunder, aber was wirklich entscheidend ist, ist, dass ihr dem Nachbarn damit ein "Gesicht" von euch gebt, so dass man menschlicher handelt, das heißt, nicht direkt behördliche Wege einschlägt.
Summa summarum: Ich stimme euch voll zu!
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#20
Sorry, hab' den Thread erst heute gesehen - aber hier noch ein Tip von mir: Ich habe ja mal Dudelsack gespielt und damals auch in einem Mehrfamilien Mietshaus gewohnt. Ich hatte mit dem Vermieter abgesprochen das ich die Waschkueche oder den Kellervorraum nutzen durfte. War fuer den Winter ideal, im Sommer bin ich raus in die Natur. Die Drehleier ist da viel "Nachbarn-freundlicher"!
Stine
Die Drehleier ist ein Instrument mit dem man waechst - zusammenwaechst! Heart
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