Saitenheber / Saitenabsteller
#1
So,

nachdem ich mich die Tage nochmal über meinen fehlenden 2. Saitenheber aufregen musste habe ich kurzerhand den Vorhanden umgebaut.

Ich denke das diese Anleitung für den ein oder anderen auch zum nachträglichen Einbau geeignet ist.

Benötigtes Material:
- Messingröhrchen 4mm
- Messingröhrchen 5mm (innen 4mm!)
- etwas Hartholz
(am bestens eines, welches zur Drehleierfarbe passt oder sich beizen lässt, Ahorn zum Beispiel)
- Epoxydharz Kleber (nicht zwingend notwendig)

Bei meiner Leier befand sich der eine Saitenheber vorne am Tangentenkasten.
Hier war gegenübeliegend je eine 4mm Bohrung angebracht, in der der original Saitenheber steckte (Achse 4mm Buche Rundholz wie man es aus dem Baumarkt kennt)

Die Bohrung auf der Rückseite des Tagentenkasten habe ich auf 5mm aufgeweitet. Entsprechend muss beim Neubau auch verfahren werden.

Das 4mm Messingröhrchen wird soweit abgelängt, das es durch den kompletten Tangentenkasten reicht. Auf der Tastenseite schaut es ~5-7mm hinaus, auf der Gegenüberliegenden entsprechend der Knäufe die man anbringen will.

Das 5mm Röhrchen wird ebenso angepasst, allerdings darf es nur bis ungefähr zur Mitte des Tangentenkastens reichen.

Die Saitenheber selber habe ich aus einem Reststück Elsbeer-Holz vom Dudelsackbau herausgeschliffen. Wie die aussehen entnehmt bitte der Zeichnung. (Foto folgt später noch)
Darauf achten, das keine scharfen Kanten stehen bleiben!

Die "Griffe", die ausserhalb des Tangentenkastens angebracht sind bestehen aus Ebenholz, das passt aber optisch nicht gut bei mir und wird noch geändert.

Die Saitenheber werden je einer mit 3,9mm und 4,9mm duchbohrt (es gehen auch 4 und 5 aber dann muss man wahrscheinlich leimen)

Das 5mm Röhrchen wird durch die 5mm Bohrung geführt und im Inneren der erste Saitenheber aufgesteckt.
Als nächstes das 4mm Röhrchen durch das 5mm Röhrchen stecken und hier ebenfalls den Saitenheber innen aufschieben.
Das dünnere Röhrchen wird bis durch die gegen überliegende Bohrung im Tangentenkasten geführt und fungiert so als Achse. Auf der Aussenseite wird eine kleine Holzplatte mit 3,9mm Bohrung gesteckt um ein herausrutschen der Achse zu verhindern.

Die Saitenheber sollten nun entsprechend der Saiten auf dem jeweiligen Röhrchen positioniert werden.

Zuletzt nur noch von aussen die beiden Griffe auf die herausstehenden Messing-Röhrchen stecken/kleben und fertig sind die beiden Absteller.

Sollten die Achsen beim drehen zu schwer gehen oder komplett klämmen (das merkt man schon beim durchstecken der Röhrchen) dann sollten die Bohrlöcher vorsichtig aufgefeilt werde. Allerdings nicht zu weit, damit die Mimik nicht zu locker wird! Dann besteht die Gefahr das die Achsen sich gegenseitig verdrehen.

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ich habe extra keine genauen Maße angegeben, da man dies an seine Leier anpassen muss. Ich hoffe aber das das Prinzip rüber gekommen ist.

Als Attachment eine stümperhafte Zeichnung Wink


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Der Optimist wandelt auf Wolken, unter denen der Pessimist Trübsal bläst....
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#2
Raffiniert. Gefällt mir gut.
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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#3
Danke Cool

ich hab noch einen Fehler in der Zeichnung gefunden.

Bei dem Bild mit dem Heber selber muss es heissen:

Achsdurchmesser - 0,1mm
Der Optimist wandelt auf Wolken, unter denen der Pessimist Trübsal bläst....
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#4
Die meisten Saitenheber sind viel zu aufwendig und ermöglichen es nicht aus der Spielbewegung heraus die einzelnen Melodiesaiten zu- oder abzustellen oder die Funktion ist viel zu aufwendig und nur schwer reperabel bzw. auf ihre ihre Funktion richtig abzustimmen.
Dabei ist es so einfach, eine platzsparende Tangente im vorderen Tangentenkasten einzubauen, auf der eine Keil sitzt, dieser lässt es zu jede Melodiesaite schnell aus der Spielbewegung heraus zu bedienen.
Ich habe mir dass mal selber ausgedacht und bislang nur positive Resonanz auf diese einfache Technik bekommen.

Gruß Mr.Hurdy
Cool The start and stop technology on hurdy-gurdy Cool
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#5
Hi Hurdy,
beim Neubau sicherlich eine feine Sache und vor allem eine geniale Idee.

Bei meiner bestehenden Leier wäre dafür kein Platz mehr.

Gruß
M.
Der Optimist wandelt auf Wolken, unter denen der Pessimist Trübsal bläst....
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#6
Richtig Seili, dass wird nur für einen Neubau gehen, genauso wie die runde Tastatur bei der die Tangenten nicht umkippen, dann brauch man nur ein Loch bohren und nicht rechteckig fräsen Big Grin

Gruß Hurdy
Cool The start and stop technology on hurdy-gurdy Cool
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#7
Auch hier kurz nachgereicht ein Bild der Saitenheber


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