Grundlegende Fragen zum Kastenleierbau
#1
Hallo liebe Leierbauer.

Ich bin gerade dabei mir meine erste Leier, eine Kastenleier zu bauen.
Hierzu habe ich ein paar Fragen.

1. Ich hatte vor die Saiten an der Rückwand zu befestigen. Zwischen Rückwand und Rad sind ca. 25mm abstand.
Brauche ich hier noch einen Steg um die Schwingung der Saiten auf den Boden zu übertragen, oder reicht es, wenn es direkt von der Rückwand zum Rad geht?

2. Für die Stimmwirbel wollte ich vorne in den Kasten ein ca. 30mm x 30mm Ahorn-Kantholz einleimen, so daß die Stimmwirbel im inneren des Kastens sind. Funktioniert das, bzw. wo kann ich das Kantholz festleimen, ohne die akustischen Eigenschaften zu beeinträchtigen?

Sollte ich etwas unverständlich geschrieben haben, gebt mir bitte bescheid. Vielen Dank im voraus!
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#2
Hast du irgendwelche Zeichnungen von deinen Plänen?
Dann kann dir vielleicht jemand genauer helfen.

P.S. Herzlich willkommen!! Smile
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#3
Danke Elisa!

Im Anhang habe ich eine schnelle Skizze eingestellt.

Ich hoffe sie ist verständlich.


Angehängte Dateien
.pdf   Skizze.pdf (Größe: 25,02 KB / Downloads: 66)
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#4
Also 25mm bis zur Wand, ist echt wenig, ich möchte nicht sagen dass es auch ohne Steg geht, aber da würde ich mir evtl. Gedanken machen alles nochmal zu änder. Du kannst es ja ausprobieren ohne einen Steg zu arbeiten, aber mal abgesehen von den fehlenden Klangeigenschaften, wie regulierst du die Höhe der Saiten, wenn diese direkt in der Zarge in einer Bohrung sitzen und eine saubere Saitenauflage bekommst du so bestimmt nicht hin. Möchtest du trotzdem einen Steg einbauen, so finde ich den Platz von 25mm reichlich wenig, Ok bei einer Kastenleier kann man es probieren, nur sein nicht entäuscht, aber ich glaube, so richtig was gibt dass nichts.
Eine Ahornklotz für die Stimmwirbel von 30x30mm ist vollkommen OK, ich habe sowas immer an der Zarge und unter der Decke verleimt, Stimmwirbel mit der Reibahle eingepasst und mit Wirbelseife versehen, da ist nie was schief gelaufen. Ich verwende aber nurnoch Mechaniken, für mich einfach die beste Lösung.

Gruß Hurdy
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#5
Dies sehe ich genau so! Die 25 mm sind meiner Meinung nach zu knapp bemessen, wenn Du noch kannst, würde ichda etwas mehr einplanen. Ohne Steg würde ich keinen Versuch wagen, Du kannst die Saiten nie einstellen und die Übertragung der Schwingungen auf die Decke funktioniert nach meinem Wissen auch nicht. Den Klotz für die Wirbel finde ich auch ok. den kannst du sicher auf, oder unter der Decke montieren, je nach Saitenhöhe und verwendeten Wirbeln/Mechaniken.

Beste Grüsse

Markus
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#6
Super,

Vielen Dank für die Infos!

Ich habe bis jetzt nur den Kasten zusammengeleimt sowie vorne und hinten einen Balken eingeleimt. Außerdem ein Loch für die Achse gebohrt.

Im Anhang ein Foto des bisherigen Ausbaustandes.
Die Innenlänge beträgt 48,5 cm;

Ich wollte eigentlich eine Mensur von 43cm; Dann reduzier ich eben auf 38cm und habe dann noch Platz für einen Steg, oder ich mach die Stimmwirbel doch außen hin und habe dann innen genug Platz für einen Steg bei 43 cm Mensur.

Welche Abstände zwischen Wand und Steg; bzw. Steg und Rad sind denn sinnvoll/optimal?


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#7
Eine Mensur von 43cm???
Würde Dir 35cm empfehlen, dies ist die am meisten verwendete. Beachte auch die erhältlichen Saitenlängen.
Den Abstand zwischen Steg und Rad soll nach meinen ERfahrungen nicht zu gross sein so ca. 0.5 - 1cm sind optimal. Habe jedoch erst zwei Leiern gebautBig Grin

Gruss Markus
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#8
Also der Abstand zwischen Rad und Steg, da streiten sich die Gemüter, jedefalls bei den Leiern die ich bislang gesehen habe, oft sind es 15-20mm, allgemein sagt man die Radstärke gleich dem Abstand zwischen Rad und Steg. Bei der Mensur sind wie bereits gesagt oft 330-350mm das Maß der Dinge, jedoch hat sich sowohl im französischen wie auch nun oft hier in Deutschland eine Mensur von 400mm durchgesetzt bzw. sie kann sich behaupten. Ich baue fast nur noch 400mm Mensur, drüber würd ich allerdings nicht gehen.

Gruß Hurdy
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#9
Nochmal vielen Dank für die schnellen Antworten und die tolle Unterstützung!
Kurz zur Mensur;Ich meinte 42cm bzw. 34cm Hatte die falschen Werte im Kopf.
Bei
http://www.kuerschner-saiten.de/deutsch/start.php?spr=d
gibt es hauptsächlich Saiten für 42cm Mensuren.

Habe bei meiner Suche auch oft von 42cm Mensuren gelesen, deshalb wollte ich so eine bauen.

A propos, was ist denn der Vorteil einer größeren Mensur, oder Nachteil?
Was passiert, wenn ich z.B. eine Saite für 42er Mensur auf eine Leier mit 35er Mensur aufziehe?



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#10
Bei kürzere Mensur eignet sich die Saite dann für ein höher gestimmtes Instrument. Stell dir vor du hast eine Mensur von 42cm, dann schlägst du eine Taste an, klar die Saite verkürzt sich und der Ton wird höher z.B. Statt ein G ein D, die Spannung der Saite verändert sich aber nicht wesentlich. Wenn du dir eine G-Saite für eine 42cm Mensur in entsprechender Oktave bestellst, dann solltest du diese auch nur dafür verwenden. Würdest du dir eine G-Saite in der gleichrn Oktave für eine Mensur von 34cm bestellen (also der gleiche Ton) so würde die Saite dicker sein, wie die die du für die 42cm Mensur bestellt hast.
Bei deinem Link sind die Saiten für die Melodiesaite mit 340mm angegeben, die anderen Saiten (z.B. Bordune) sind mit 420mm angegeben. Diese Bordunensaiten sind oft länger, so kann man mit dünneren Saiten einen tieferen Ton erzeugen, sollte aber nach der Beschreibung oben klar sein.

Ich hoffe du konntest folgen.

Gruß Hurdy
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