Chateau d'Ars 2011 / ehem. St. Chartier
#1
Hier das vielleicht erste Video mit Blowzabella vom diesjährigen Treffen:

http://www.youtube.com/watch?v=7tQaG5Av86Q

Gruß
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
Antworten
#2
Wer von den diesjährigen Teilnehmern des Festivals schreibt bitte mal einen Bericht darüber im Forum?
Ich denke da an Merrit, Alex oder Michael (Bitte drängeln!).
Im letzten Jahr hatte ich den Bericht übernommen.

Schöne Grüße
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
Antworten
#3
Music 
ohh wie scheee !

Antworten
#4
Ja bitte, ein Bericht! Ich wäre sooo gerne hingefahren und musste stattdessen auf eine Hochzeit...
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
Antworten
#5
Nachstehend findet Ihr noch ein paar weitere Videos vom diesjährigen Recontres, die inzwischen veröffentlicht wurden:

http://www.rencontresdeluthiers.org/en/images.php

http://www.youtube.com/watch?v=NKVG1KyOqMk

http://www.youtube.com/watch?v=QaDPCTMkKbY


Schöne Grüße
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
Antworten
#6
@ Armin
Toll..., danke für das Einstellen der ersten Impressionen.
Wenn des nur net immer sooo weit weg wär !!!Sad

Antworten
#7
Rainbow 
(18.07.2011, 10:00)ArminSchwerdt schrieb: Hier das vielleicht erste Video mit Blowzabella vom diesjährigen Treffen:
http://www.youtube.com/watch?v=7tQaG5Av86Q

Hallo,

Das Video oben ist leider vom letzten Jahr. Blowzabella hat dieses Jahr soweit ich weiß gar nicht gespielt.

Ich war dieses Jahr das erste mal beim Rencontres in Château d'Ars und bin immernoch begeistert. Fotos habe ich selbst leider nicht gemacht.

Das wichtigste zuerst Big Grin, das Wetter war Donnerstag und Freitag recht schön, dann fing es leider an zu stürmen und der Wind nahm uns einen unserer Pavillons. Den zweiten mussten wir auch abbauen. Da um das Château herum Bäume stehen, merkte man von dem Sturm auf dem Festivalgelände zum Glück nicht so viel, nur eben auf dem Zeltplatz.

Die Instrumentenbauerausstellung war für mich, vor allem weil ich das erste mal dabei war, sehr interessant. Da ich selbst nur Dudelsack spiele ist mir was Drehleiern angeht nur der Drehleierstand von Sebastian Hilsmann aufgefallen. Seine Instrumente kamen insgesamt sehr gut an. Gleich nebenan war la Violonnerie und daneben kam der Stand von Pepe Weissgerber, wo man einen Großteil der Zeit eine Session gab (z.B. mit Merit Zloch). Aus Dudelsackspielersicht ist noch auf den Stand von Matthias Branschke hinzuweisen, wo ich erstmal seinen neuen dreibordunigen Dudelsack mit vollbeklappter (Klappenmechanik für f', fis' und as' sowie Stop-Key) Spielpfeife anspielen konnte.

Zu den Auftritten kann ich nicht so viel sagen. Gut erinnern kann ich mich nur noch an den Bal mit „La Machine“ am Sonntag Abend, der mir sehr gut gefallen hat. Das Konzert von Alexis Vacher (Video oben) war auch super. Ich hatte so etwas auf der Drehleier bisher noch nicht gehört.
Ansonsten gab es sehr viele schöne Sessions auf dem Zeltplatz sowie auf dem Festivalgelände. Unser Lager wurde zu einem Magneten, der viele Leute zu Session und Gesprächen angelockt hat.
Der lange Weg von Kiel hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt und ich halte es nicht für unwahrscheinlich, wieder zu kommen.

Viele Grüße
Bastian
Antworten
#8
(18.07.2011, 12:28)ArminSchwerdt schrieb: Wer von den diesjährigen Teilnehmern des Festivals schreibt bitte mal einen Bericht darüber im Forum?
Ich denke da an Merrit, Alex oder Michael

Oui, mon general :;-) - diesen Auftrag führe ich aus.

Meine Sicht der Dinge war von 10:00-19:00 die aus einem Instrumentenbauerstand, wie man sich nach Bastians Beitrag schon denken kann. Nichtsdestotrotz ist es mir gelungen, die beiden Konzerte, die ich sehen wollte, ein weiteres, das ich glücklicherweise per Zufall mitbekam, und eine der CD-Präsentationen von La Machine zu sehen und zu hören und gelegentlich eine gute session zu spielen. Repräsentabel ist der "Bericht" daher sicher nicht - aber Ihr wolltet das ja so :-)

Aaaalso:

Extrablatt, Extrablatt!!
Drehleier 2011 in Chateau d´Ars besonders stark vertreten! Schöne frische Tonträger auf dem Markt! Deutscher Drehleierbauer bricht Verkaufsrekorde - Harfenbauer neidisch! Wetter und session wie immer!

Hier schlich sich der Druckfehlerteufel ein :-) : Blowzabella spielte 2011 NICHT - das Video ist von 2010 (auch hier hat Bastian aufgepaßt!)

Die Stimmung in Chateau d´Ars hat in meinen Augen gegenüber 2009, wo alles für mich ein wenig verhalten wirkte, sehr zugelegt. Es sind ein wenig mehr Leute da, es ist aber nach wie vor nicht überfüllt (freie Stellen auf den Zeltplätzen). Sowohl im Instrumentenbauerpark als auch nachts auf dem Zeltplatz laufen hörenswerte sessions und nach Ende der offiziellen Tanzangebote (so hörte ich) sind die zwei offenen Bühnen bis zum Morgengrauen aktiv.
Insgesamt fehlen aber die regen offenen Bühnen aus den früheren Jahren in Saint Chartier. Die zwei verbliebenen erwachen erst spät und zögerlich zum Leben. Bezüglich des Grundes dafür bilden sich im Freundeskreis gerade diverse Theorien, die ich Interessierten gern ausführlich darlege :-).
Die Stimmung war trotz teils widerlichem Wetter gut, die Tanzflächen und Konzerte waren voll und generell ein Publikum anwesend, das sich speziell für die hier gebotene Musik und den Tanz sowie Party interessiert. Nach wie vor fehlen die unglaublichen Mengen wildgewordener Wochenendhippies, "Orks" und Djembenklopfer, die Saint Chartier in den letzten 4 Jahren für mich unerträglich machten, aber nicht der Partyfaktor.

Es waren (wieder) wesentlich mehr Deutsche in Chateau d´Ars als in den vergangenen Jahren. Dazu kam in meinem Bekannten- und Freundeskreis eine große Gruppe grooviger und ununterbrochen zu Spielen aufgelegter Dänen mit zwei sehr guten Drehleierspielern und etliche Österreicher. Am später vom Wind zerstörten roten dänischen Pavillion lief allabendlich eine große Zeltplatzsession.
Dort wurde eine Mischung aus trad aus Deutschland, Österreich und Dänemark sowie Neukompositionen aus diesen Ländern und aus der westeuropäischen Bordunszene der letzten 10 Jahre gespielt, was nicht nur mir großen Spaß macht.

Die Instrumentenbauerausstellung war in den vergangenen Jahren meines Erachtens schon besser besucht, aber mein Instrumentenbauerfreundeskreis und wir selbst waren trotzdem (teilweise sehr :-) zufrieden. Hier liefen tagsüber zahlreiche "hochwertige" sessions, mehr als 2009. An unserem Stand sowie bei Matthias Branschke ließ sich ab und an die deutsch-österreichisch-dänische Musikergang nieder und das packte das Werkzeug aus.
Sebastian Hilsmann, mit uns in einer Standreihe - war nahezu ununterbrochen belagert. Es spielte fast immer jemand im Stand. Bereits am Freitagabend konnte Sebastian einen Bestellungsrekord bekanntgeben, um ihn dann am Sonnabend selbst zu brechen.

Das Eröffnungskonzert - Goat System - wird hier nicht von so großem Interesse sein, da es sich um reine Dudelsackmusik handelte.

Umso spannender für Drehleierspieler ist sicher Alexis Vacher´s neues Konzertprogramm OVNI (Observance Viellistique Non Identifiée :-)

(hier ein weiteres Video:
http://youtu.be/mINItUPxO-4

hier geht´s zur website: http://www.alexisvacher.com/Site/Concert....I%22.html)

in das ich mehr oder minder hineingeriet und dann nicht mehr weg wollte, was keineswegs am strömenden Regen lag. Es handelte sich - einmal mehr :-) - um Solo-Drehleier mit Effekten und loop - aber mit explosiver Energie und einer wohlkomponierten Ein-Mann-Bühnenshow, was im Verlauf des Konzertes zur Über-Kopf-Entsorgung der Stühle im Bereich vor der Bühne führte.
Ich hatte etwas (für meinen Geschmack zu) Intelektuelles erwartet, aber stattdessen wurde nach und nach der Saal gerockt und emotional "gebrainwashed". Virtuos und sehr musikalisch spielte Alexis Vacher mit akustischen Klischees. Anfangs fühlte man sich in einen 70er-Jahre-UFOfilm versetzt, dann zeitweilig in einen "Grufti"club, in eine musikalische Freakshow (wobei sowohl Säge als auch Hammer an der Leier zum Einsatz kamen - und das war nicht nur ein skuriller Einfall, sondern klang und groovte!) und am Ende in einen hardrock-Hexenkessel. Besonders faszinierend fand ich den Einsatz der Gesangsstimme, und zwar immer mit Effekten (bis hin zum mehrstimmigen Chor).
(Fast) nie ging es um bloße Show - Effekte und Klischees wurden außer in einem Fall musikalisch verwandelt, um etwas Neues zu schaffen. Leider waren die CDs innerhalb von Minuten vergriffen.

Sehr empfehlen kann ich die neue La Machine-CD "Les coloeurs", die sicher auch außerhalb von Chateau d´Ars relativ problemlos erhältlich ist.

http://www.lamachine.info/

Neben mehreren akustischen CD-Präsentationskonzerten am Stand von AEPEM beschloß ein gigantischer Tanzabend mit meiner Lieblingsband am Sonntag das Festival. Selbst das Wetter hatte ein Einsehen - nach einer ca. 20minütigen Regenphase verlief der Abend trocken, wenngleich bei äußerst glitschiger Tanzfläche :-)
Wer La Machine nicht kennt: Man nehme zwei exzellente Musiker am traditionellen Berry-Duo Dudelsack-Drehleier, zwei weitere exzellente Musiker am Kontrabaß und an der Perkussion (Wooooo wachsen eigentlich solche Perkussionisten????), traditionelle Musik aus der eigenen Region - dem Berry in diesem Fall - und Eigenkompositionen und spiele das Ganze mit dem musikalischen Hintergrund des 20. und 21. Jahrhunderts. Julien Barbances an den Dudelsäcken, der Violine und gelegentlicher Perkussion singt wunderbar und untraditionell und gibt dem Ganzen noch eine besondere, emotionale Qualität als "Frontsänger" bei etlichen Nummern.
Das Quartett spielt mit soviel gelassenem groove, so zurückgelehnt und gleichzeitig so energiegeladen und mit grandioser Bühnenpräsenz, daß man sich immer, wenn sich beim Hören das Hirn kurz einschaltet, fragt, wie das eigentlich geht. Die neue CD ist wie gesagt klasse, und es schälen sich für mich schon mindestens 3 zukünftige sessionhits heraus.

Irgendwie gehört diese Supergruppe für mich schon so sehr zu meinem Musikleben dazu, daß ich über sie nicht soviel schreiben kann wie über Alexis Vacher, der für mich Neuland war.

Fazit zu den von mir gehörten Konzerten: In meiner Begeisterung wünschte ich mir einmal mehr, mehr Musiker aus Deutschland würden der hiesigen traditionellen Musik die Chance geben, Inspiration zu soviel Neuem und Guten zu sein. Aber nur Geduld, es beginnt ja langsam aber sicher auch bei uns....

Viele Grüße, Merit Zloch
Antworten
#9
Hey Merit danke für den tollen Bericht!

Ich freue mich persönlich sehr das der Stand vom besagten deutschen Drehleierbauer so gut lief Big Grin
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
Antworten
#10
@ Merit

Danke Exclamation

Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste