Komischer Klang und Watteproblem
#1
Hallo Leute!
Der Betreff hört sich schlimmer an, als es ist ;-) Mir sind nur in letzter Zeit ein paar Sachen an meiner Leih-Leier aufgefallen, die ich gerne mal klären würde.

Also, Erstens:
Manchmal, wenn ich auf der Melodiesaite neue Watte drauf habe, und schneller drehe, dann "flattert" der Ton so. Hört sich nicht schön an. Hab ich dann falsch wattiert? Ist die Watte nicht fest oder gleichmäßig genug drauf? Letztens, als ich da rumprobiert hatte, hab ich mir 2 fette Wasserblasen vom vielen Watte-zwirbeln geholt, jetz schmoll ich erstmal Undecided

Zweitens:
Bei mir haut die Watte öfters ab. Das heißt, sie wandert während dem Spielen immer weiter nach links, bei der tiefen Melodiesaite hatte ich eine Zeit lang sogar das Problem, dass sie nach ein bisschen Spielen gar nicht mehr am Rad war!
Hab auch schon öfters die Stelle der Seite mit Kolophonium behandelt, weil dann soll die Watte ja besser greifen. Das hat aber zu dem Zeitpunkt nicht viel gebracht. Zur Zeit hält die Watte wieder ganz gut. Aber an was liegt das?

Drittens:
Meine hohe Melodiesaite (oder was auch immer da) "quietscht" ab und zu beim Spielen. Und zwar hört sich das richtig nach quietschen an, nicht nach einem falschen oder schrägen Ton, sondern wie ein Quietschen bei einem mechanischen Teil, das nicht geölt ist oder so Big Grin Das Phänomen tritt einfach beim Spielen von verschiedenen Tönen auf, vor allem wenn ich schneller drehe. Das habe ich vorher noch nie gehabt.
Warum quietscht das und vor allem, WAS??

Vielleicht könnt ihr ja mal eure Erfahrungen preisgeben Smile

Liebe Grüße,
Vroni
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#2
Ich würd sagen der flatternde Ton kommt von der Wattierung. Das hab ich auch schonmal. Gerade gestern und die Watte ist auch nicht mehr opti, aber ich war gestern zu faul zum Wattieren (war froh, dass ich früh genug von der Arbeit kam um überhaupt zu spielen...)

Wenn die Watte abhaut ist sie wohl nicht gut festgeklebt. Versuchs mal mit Flüssigkolo. Das hält bei mir bombenfest. Vor allem in Kombi mit der langfaserigen Baumwolle Big Grin

Quietschen kenn ich auch. Meistens liegt es daran, dass ich die Taste nicht richtig gedrückt hab, also irgendwie nur an der Ecke erwischt hab oder so. Manchmal ist es auch nur ein bestimmter Ton, das dauert nicht lang und geht meistens von selber weg. Wahrscheinlich ist das wieder die doofe LuftfeuchtigkeitHuh

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen, aber vielleicht hat ja noch jemand andere Ideen?
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#3
Hm, muss ich mir doch mal das flüssige Kolophonium zulegen!

Und das mit der Luftfeuchtigkeit und quietschen, das könnte schon stimmen, wir haben zur Zeit nämlich draussen Auftritte und aufd Nacht ists zur Zeit ja ziemlich feucht!

Vielen Dank schonmal :-)
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#4
(19.07.2011, 14:50)Supervroun schrieb: Hm, muss ich mir doch mal das flüssige Kolophonium zulegen!

Und das mit der Luftfeuchtigkeit und quietschen, das könnte schon stimmen, wir haben zur Zeit nämlich draussen Auftritte und aufd Nacht ists zur Zeit ja ziemlich feucht!

Vielen Dank schonmal :-)

Also ich arbeite seit Jahren nur mit dem festen schwarzen Kolophonium und hatte noch nie das Bedürfnis, flüssiges Kolophonium zu benutzen. Das obwohl ich inzwischen die Darm-Melodiesaiten ausgetauscht habe gegen Silber-Melodiesaiten.

Ich gehe vor dem Wattieren fest mit der runden Außenseite des Kolophoniumblocks über die Saite in Höhe des Rades und bewege den Block auf der Saite ein paar mal hin und her. Das genügt. Dadurch entsteht auf dem Kolophoniumblock mit der Zeit eine Kerbe, aber das macht ja nichts.

Wenn Du das auch so machst, fühle mal vorsichtig, ob die Saite genügend klebt, bevor Du die Watte aufziehst.

Das Problem mit dem Quietschgeräusch hatte ich vor ein paar Jahren auch mal während der Übergangszeit (Frühjahr, Herbst). Seit ich die Drehleiern nach dem Spielen grundsätzlich wieder in den Koffer packe und nicht auf dem Drehleierständer offen im Raum stehen lasse, gibt es dererlei Probleme nicht mehr.
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
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#5
@armin
Wechel "Silber-Melodiesaiten" verwendest du?

Gruß Hurdy
Cool The start and stop technology on hurdy-gurdy Cool
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#6
Hallo Supervroun,
Die Luftfeuchtigkeit bei uns ist momentan zwischen 70 und 75 %, für eine Leier, zumindest für die Gotschy Leiern ist am optimalsten um die 60% Luftfeuchtigkeit. Zumindest hat mir die Alexandra das beim Kauf erklärt.
Wenn Du einen Hygrometer hast, dann kannst Du Dir den besten Platz für Deine Leier zum Aufbewahren damit suchen. Wenn ich meine Leier momentan draussen spiel kreischt sie auch. Das kann ich nur mit meiner Riedel Leier machen, die ist nicht so empfindlich.
Lg Andrea
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#7
(19.07.2011, 19:06)mr.hurdy schrieb: @armin
Wechel "Silber-Melodiesaiten" verwendest du?

Gruß Hurdy

Bei der oktavierten G-Saite handelt es sich um:
thomastik vision; 4/4 violine g-4 weich; vi04w; silber umsponnen, (EUR 10,50 bei Schneider Musik).
Für die "hohe" G-Saite habe ich die Thomastik vi02st "vision" Violine, a'-2 Aluminium umsponnen, 4/4 stark (EUR 6,85 bei Schneider Musik).

Das war eine Empfehlung unseres Forumsmitgliedes Bridget, der ich dafür sehr dankbar bin.

Gruß
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

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#8
Danke für die detallierte Antwort Armin.
Ich habe noch einen Satz guter Saiten für 4/4 Geige hier, leider hatte ich vor Jahren keine guten Erfahrungen mit solchen Saiten für Violine gemacht, es kann natürlich auch an meinen Anfänglichen Problemen im Drehleierbau gelegen haben. Dann will ich doch mal alles die Tage nochmal bei meiner neuen Leier ausprobieren, evtl. hab ich ja jetzt mehr Erfolg.

Gruß Hurdy
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#9
(20.07.2011, 17:50)mr.hurdy schrieb: Danke für die detallierte Antwort Armin.
Ich habe noch einen Satz guter Saiten für 4/4 Geige hier, leider hatte ich vor Jahren keine guten Erfahrungen mit solchen Saiten für Violine gemacht, es kann natürlich auch an meinen Anfänglichen Problemen im Drehleierbau gelegen haben. Dann will ich doch mal alles die Tage nochmal bei meiner neuen Leier ausprobieren, evtl. hab ich ja jetzt mehr Erfolg.

Gruß Hurdy

Hallo Hurdy,

wichtig wäre m.E.n.noch, dass Du die gleiche Mensurlänge hast, wie ich bei meinen beiden Leiern (35 cm), weil die Saite sonst vielleicht reißen könnte.

Gruß
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

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#10
Hallo Supervroun,

wenn Dir die Watte auf einer Darmsaite abhaut,
hilft es auch, sie mit feinem Schleifpapier nochmals
ein wenig anzurauen und sie dann mit etwas flüssigem Kolophon
einzureiben.

Das Flattern kann auch daher kommen, daß Du zu freigiebig beim Wattieren
dran gegangen bist. Dadurch hatte ich auch mal das Problem, mit dem quietschen. Aber nur bei den oberen Tönen. Helmut Gotschy hat mir beim letzten Besuch nochmal gesagt, das ein Fingernagel großßes Stück Watte vollkommen ausreichend ist. Die Größe sollte die Watte aber erst erreicht haben, wenn Du sie ein wenig auseinander gezupft hast. Seit ich darauf achte, habe ich diesbezüglich keine Probleme mehr.
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