Saite
#1
Hallo zusammen,
Nach ausgiebigem Leiern habe ich mich mal unter Kollegen getraut. Hintergrund war ne gewandete Wanderung/Grillen. Das ging auch alles gut, sogar das spielen und laufen gleichzeitig. Allerdings wurden wir von Regen überrascht. Später in der wärmeren Scheune, hat es mir 2 Saiten gerissen (nicht an aufliegepunkten erstaunlicherweise)

Ich habe mich nun erkundigt, was es so gibt und bin auf Darmersatz (Kunststoff) gestossen, welche sich nicht so schnell verstimmen und welche auch robuster und somit besser für den Ausseneinsatz geeignet wären.

Kann man solche Saiten empfehlen?

Ersetzen muss ich eine Melodiesaite (G) und eine Bordunsaite (hohes C) beide waren Blanksaiten.

Lohnt es sich, alle Saiten zu ersetzen, damit ich gleichbleibende Qualität habe? Sie wurden seit 2007 nicht mehr erdetzt, und ich habe keine Lust, während des spielens eine Saize zu verlieren xD

Gruss Geron
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#2
Ich hatte letztes Jahr in Nimes eine Drehleier in den Fingern, die mit mit Kunststoffsaiten bespannt waren, sowohl Melodie- als auch Bordun- und Schnarrsaiten. Sie klangen nicht schlecht, aber sind m.E.n. mit hochwertigen Saiten im Klang nicht zu vergleichen.

Sebastian Hilsmann sagte mir mal irgendwann, dass mindestens jedes Jahr alle Saiten ausgetauscht werden sollten, wenn man hohe Qualitätsansprüche erwartet.
Daran hielt ich mich bisher bedingt. Melodie- und Schnarrsaiten tausche ich einmal im Jahr, die Bordunsaiten müssen länger halten, weil sie so teuer sind. Wenn man aber die Bordunsaiten auch öfter mal höher stimmt, als - wie vorgesehen - G, bzw. C oder D, sollte in Erwägung gezogen werden, diese auch jährlich zu erneuern. Aber auch dies ist differenziert zu beurteilen, weil der eine mehr, der andere weniger auf der Drehleier spielt.

Über die Saitenbespannung haben wir hier im Forum schon diskutiert. Wenn du darin stöberst, wirst du feststellen, dass einige brauchbare Hinweise hierauf existieren.
Scheue dich aber nicht, nachzufragen.

Schöne Grüße
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
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#3
Dann werd ich wahrscheinlich alle Saiten mal wechseln.... :-)

Ist die Liste noch aktuell und brauchbar, oder gab es schon änderungen?
http://drehleierforum.truar.com/attachment.php?aid=51

So zickig ist meine Phoenix eigentlich nicht, deshalb spiel ich mal weiterhin mit Darm Saiten.

Gruss und Danke im vorraus
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#4
(09.01.2012, 19:55)Geron schrieb: Dann werd ich wahrscheinlich alle Saiten mal wechseln.... :-)

Ist die Liste noch aktuell und brauchbar, oder gab es schon änderungen?
http://drehleierforum.truar.com/attachment.php?aid=51

So zickig ist meine Phoenix eigentlich nicht, deshalb spiel ich mal weiterhin mit Darm Saiten.

Gruss und Danke im vorraus

Hallo Geron,

die Liste ist weitestgehend noch aktuell. Sie ist allerdings auf die Mensurlänge 35 cm abgestimmt. Daher solltest Du dich nur daran orientieren, wenn deine Leier die gleiche Mensurlänge hat.

Gruß
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
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#5
Alles klar,
Da ich neu bei der Leier bin (beim Hackbrett war das ivel ienfacher xD) kommt direkt die folgefrage.

Mensurlänge=Saitenlänge von Aufliegepunkt bis Aufliegepunkt? "Steg" bist "Steg", oder "Steg" bis Rad?

Ist diese im normalfall bei der Bordun-,Melodie- und Schnarrensaite gleich, oder variiert das untereinander?
Edit:
Grade nachgemessen: (Steg bis Steg)
Bordun:40.5cm
Melodie:33.5cm
Schnarre:39cm

Laut HP sind es 38cm. Auf was kann ich gehen?
Ich habe momentan eine Phoenix Ultra (bin ich mir grade nicht sicher...) von Gotschy.
schnarre:
C/G
Melodie:
G/G
Bordung
C/G
Gibt es Saiten welche man besonders empfehlen kann? Der ehemalige Besitzer kann mir dazu (ärgerlicherweise) keine exakten Angaben machen.

Sorry nochmal für die vielen Fragen, aber ich will bei meinem Schmuckstück nichts falsch machen...
Danke schonmal für die vielen Antworten und Tipps ;-)
Greets Geron
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#6
Hallo Geron,

bei Saiteninstrumenten meint "Mensurlänge" im engeren Sinne die frei schwingende Länge der Saiten, gemessen zwischen dem Sattel und dem Steg des Instruments; Du schreibst "'Steg' bist 'Steg'". Das Rad bringt die Saite "innerhalb" der Mensur zum Schwingen, d.h., die Saite schwingt normalerweise links und rechts vom Rad (es sei denn, das Rad dreht direkt und ohne Zwischenraum am Steg oder Sattel -dieses habe ich jedoch noch nie irgendwo gesehen!).

Wenn Du Saiten bestellst, so ist die tatsächliche, also vorhandene Mensur ausschlaggebend, nicht das, was der Hersteller schreibt. Das ist wie bei den Autos: Wenn man sich darauf verlässt, was der Hersteller an Spritverbrauch angibt, und nur soviel tankt, wie man laut Berechnung bei einer bestimmten Entfernung bräuchte, so darf man sich nicht wundern, wenn der Wagen vor Erreichung des Ziels stehenbleibt, weil er keinen Sprit mehr hat, weil er i.d.R. mehr verbraucht als vom Hersteller angegeben. Ergo: Bestellst Du für Mensur 38 cm (wie vom Hersteller angegeben) und hast aber eine Mensurlänge von 40 cm, so könnte bei sehr knapper Messung u.U. die Saitenlänge nicht ausreichen. Meistens sind die Saiten aber doch so lang, dass diese 2 cm nicht ins Gewicht fallen.

Vorgenanntes bezieht sich lediglich auf die Länge der Saiten/Mensur.

Die physikalischen Eigenschaften, was Amplitude, Schwingungsverhalten und Klang angehen, mögen mensurbetreffend bei einer 38 cm-Saite anders sein als bei einer 40 cm-Saite. Ob das Publikum die Unterschiede jedoch hört oder bemerkt, wage ich zu bezweifeln. Physiker und Puristen mögen sich dementsprechend äußern.

Gruß,

Jürgen
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