Tonwolf oder ähnliches Gerät...
#1
hallo...
für die Geige gibt es ja Tonwölfe bzw Hoteldämpfer, oder wie man sie auch gern nennen will.
Gibt es etwas ähnliches auch für die Drehleier?
Man kann natürlich durch vermindern des Auflagedrucks der Saiten auf das Rad die Lautstärke auch verändern, aber so ein Gerät wäre doch da die wesentlich einfachere Variante, vor allem wenn man dann wieder laut spielen will, muss man nicht erst wieder Papierchen raus klamüsern.
Gibt es sowas? Oder kann man gar Violinenwölfe für die Drehleier nehmen? bringt das was? Die Klangerzeugung ist ja nun doch ein wenig anders.
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#2
Ich denke nicht, dass so ein "Tonwolf" an einer Drehleier wirklich sinnvoll ist. Bei einem gut eingerichteten Instrument kann man die Lautstärke sehr gut über die Drehgeschwindigkeit regeln. Mein Gedanke bezieht sich jedoch nur auf den Bereich des dynamischen Drehleierspielens. Ich habe es zumindest so verstanden, dass du dies gemeint hast.

mfg brok
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#3
Hallo zusammen,

hmmm, die Lautstärke über die Drehgeschwindigkeit regeln? Ich hab da so meine Zweifel!

Bisher galt für mich, dass die Lautstärke der Drehleier, mal abgesehen vom Typ und damit vom Korpus, dem entsprechenden Klangvolumen und der Beschaffenheit des Rades, vom ausgewogenen Mischungs- und Einstellungsverhältnis folgender Faktoren abhängt:

- Saitenstärke
- Saitenspannung
- Saitenmaterial
- Tiefe der Kerbe am Steg und damit der Andruck auf das Rad
- Art und Menge der Watte
- Art und Menge des verwendeten Kolophoniums

Weiß jemand etwas anderes?

Hier im Forum gab/gibt es schon eine Diskussion zur Lautstärke der Drehleier:

Drehleier Forum > Drehleier > Pflege und Wartung > Lautstärke der einzelnen Saiten

Gruß,

Jürgen
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#4
(20.01.2012, 09:58)Klangholz schrieb: hmmm, die Lautstärke über die Drehgeschwindigkeit regeln? Ich hab da so meine Zweifel!

Und wie das geht, der Effekt ist aber eher subtiel und eigent sich gut zum betonen (Stichwort dynamisches spielen).
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#5
Hallo Marc,

klar, zum dynamischen Spielen und wenn Du "subtil" in der eigentlichen Wortbedeutung verstehst.

Aber Lautstärke im Sinne von "jetzt spiele ich draußen auf dem Mittelaltermarkt zusammen mit Marktsäcken und Trommeln und gleich darauf im Wohnklo meiner sehr hellhörigen Studentenbude" und dann erwarten, dass ich mit einer langsameren Drehgeschwindigkeit des Rades viele Dezibel Unterschied erzeuge und es einen deutlich hör- und messbaren Lautstärkeabfall gibt, dass es meine Nachbarn nicht mehr stört, halte ich für unrealistisch. Da kann ich bei laut "eingestellter" Leier noch so langsam drehen, ohne dass es krächzt, sehr viel leiser wird sie nicht.

Aber vielleicht ist es ja eine Frage des Modells/Typs und somit auch eine Frage der Finanzen!

Ist es möglich, dass der o.g. Effekt bei Leiern ohne Elektrik, die mehr als 6.000 Euro kosten, erzeugt werden kann, d.h. grad noch auf dem Markt und nun bei "hellhörigen" Nachbarn und die Leier wird bei langsamerem Drehen vom Düsenjet zum Segelflieger, vom Presslufthammer zum Schraubendreher?

Jürgen
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#6
(20.01.2012, 11:21)Klangholz schrieb: Aber Lautstärke im Sinne von "jetzt spiele ich draußen auf dem Mittelaltermarkt zusammen mit Marktsäcken und Trommeln und gleich darauf im Wohnklo meiner sehr hellhörigen Studentenbude" und dann erwarten, dass ich mit einer langsameren Drehgeschwindigkeit des Rades viele Dezibel Unterschied erzeuge und es einen deutlich hör- und messbaren Lautstärkeabfall gibt, dass es meine Nachbarn nicht mehr stört, halte ich für unrealistisch. Da kann ich bei laut "eingestellter" Leier noch so langsam drehen, ohne dass es krächzt, sehr viel leiser wird sie nicht.

Aber vielleicht ist es ja eine Frage des Modells/Typs und somit auch eine Frage der Finanzen!

Da sind wir ja einer Meinung Wink

Ob bei besonderen teuren Modellen "mehr" Möglich ist, weiss ich nicht.

Aber Weichselbaumer hat inzwischen Drehleiern wo man während den Spiel über die Kurbel das Rad vertikal verstellen kann und damit den Saitendruck. Ich denke damit kann man mehr als subtile Lautstärke Änderungen erziehlen, auch wenn die Technik vermutlich eher zum dynamisch spielen entwickelt worden ist.



Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#7

Hallo Marc,

das habe ich auch schon mitbekommen, leider aber noch nicht die Möglichkeit gehabt, es live zu hören oder selbst auszuprobieren.

Damit zurück zur Ausgangsfrage:

Tonwolf, ja oder nein?

Nur für die Chanterelles oder auch die Bordune? Letzteres stelle ich mir schwierig vor.

Gruß,

Jürgen
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#8
Im Drehleierkurs in Bad Homburg hat unser Kursleiter, Peter Streng, einen Dämpfer für Violine empfohlen. Es können damit aber nur die Melodiesaiten gedämpft werden. Bordune und Schnarre werden nicht beeinflußt. Dennoch, für Tonleiterübungen und zum Üben und Lernen von Melodien bringt es auf jeden Fall was. Die Leier wird merklich leiser und man hat immer noch saubere Töne. (Meine Variante war bis dahin, meine zweite Melodiesaite derart "runterzustimmen", daß sie sehr leise wurde. Der Klang war dann halt extrem übel!).

Ideal wäre es, einen Instrumentenladen mit Geigenzubehör in der Nähe zu haben, wo man einen Dämpfer evtl. ausprobieren darf. Ich hab jedoch auf gut Glück folgendes Teil bestellt und hatte dann auch das Glück, daß der Dämpfer auf meiner Leier paßt:

http://schneidermusik.de/shop2/product_i...s_id/97110

Allerdings haben wir bei Peter auf Wunsch der Kursteilnehmer auch noch viele andere Tips in Sachen Besaitung bekommen. Ist halt einer der vielen Vorteile, die Spielkurse bieten. Smile


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