Drehleier - Welcher Instrumentenbauer entspricht meinen Anforderungen?
#11
Was mit der Seibert passiert weiß ich noch nicht. Entweder behalten oder verkaufen.

Das Wartungsbuch ist prinzipell sehr empfehlenswert, aber teilweise etwas veraltet da es viele technische Erneuerungen nicht aufgreift.

Als Einsteigerbuch ist das vergriffene Hummelbuch sehr gut geeignet. Evt. gibt es noch rest Exemplare und irgendwann soll es vielleicht mal im Netz frei verfügbar sein... Kenne den Status aber nicht.
Das Rote Delphino Buch ist auf jedenfall nicht Einsteiger tauglich sondern eher für Fortgeschrittene.

Die Optik einer Drehleier ist natürlich Geschmackssache, ich persönlich finde den Seibert Stiel eher bäuerlich (was nicht negativ gemeint ist), während Hilsmann und Weichselbaumer eine Symbiose aus modern und traditionell sind und auf mich sehr Edel wirken (verarbeitung, Design, Verzierungen).
Wie gesagt, das ist aber Geschmackssache.
Walter Simon Leiern sind eher schlicht und funktionell (er ist verfechter von Design folgt Funktion). Ich kenne jemanden der mal sagte Simon Leiern seien wie ein Baumarkt, nicht schön, aber funktionell und stabiel.

Was nicht Geschmackssache ist ist die Technik die dahinter steckt. Sebastian zB läst die Tangten von einen Profi anfertigen, die werden maschinel in den Fuß eingestampft.
Helmut dagegen klebt oder lötet seine Tangenten dagegen und fertigt sie von Hand da er so viel wie möglich selber machen will.
Das Schlägt sich im Preis nieder.
Zwei Melodiesaiten bei Hilsman (damals als ich sie bestellte) um die 180€ (inzwischen bestimmt viel teurer) und aktuell Seibert 133,40 .
Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber gute Technik ist eben teuer.
Die Mechaniken die man bei Helmut als Option hat kosten 23€ das Stück.
Bei Sebastian sind Schaller Mechaniken (welche nochmal um einiges besser sind) im Preis inklusive.

Zudem beschränkten sich Hilsmann, Simons, Weichselbaumer und Co. nur auf eine sehr beschränkte Form/Modell Auswahl. Diese sind in jahrelanger Arbeit klangtechnisch optimiert worden. Der Korpus hat einen großen Einfluss auf den Klang, vorallem dessen innen Leben.
Helmut hat dagegen eine verdammt große Auswahl an verschiedenen Korpies. Daher kann er schon Aufgrund der Quanität an verschiedenen Modellen nicht die Klangqualität der anderen großen Bauer anbieten, da er meiner Meinung nach schlichtweg zuviele Modelle hat um diese zu Perfektionieren.

Verstehe mich nicht falsch, ich will dir Helmut nicht madig reden. Er ist ein netter hilfsbereiter Kerl der gute Drehleiern baut die dazu noch günstig sind.
Aber wenn du "super geniales" Instrument willst das bis ins kleine Detail perfektioniert ist bist du bei ihm leider falsch.
Das wird er dir auch ganz offen und ehrlich sagen wenn du ihn danach frägst, er hat da einfach eine andere Philsophie und das ist ja auch ok so. Und sie scheint auch zu funktionieren, er hat ein gut gefülltes Auftragsbuch.

So, ich hoffe das hat dir geholfen Wink

Mein Tipp ist, fahr zu den Bauern hin die in Frage kommen und schau dir die Leiern vor Ort an und mach dir selber ein Bild und Besuch einen Kurs samt Leihinstrument Wink


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Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#12
Danke Marc, das hat mir wirklich sehr gefallen und geholfen!

Aber ich merke: Ich hätte mich nie in diesem Forum anmelden dürfen.

Der Wunsch eine Drehleier zu spielen und zu besitzen wird langsam wirklich zu groß ;-)

Ich werde mal sehen, ob ich irgendwie an das Hummelbuch komme... mal sehen, ob es da Quellen gibt.

Das mit den vielen verschiedenen Modellen ist mir auch schon aufgefallen. Was du schreibst, erscheint auch sehr logisch.

Ich werde in den nächsten Tagen nochmal Herrn Simons-Klabunde anschreiben, aber bin aktuell wieder eher auf dem Weichselbaumer-Trip.
Der ist seit ich mich für Leiern interessiere immer das non-plus-ultra gewesen. Und die Allegro ist preislich natürlich auch noch sehr interessant, wenn ich hier von den Preisen von Hilsmann lese.

Herr Weichselbaumer hat mir auch per Mail von seinen "großen" Leiern abgeraten, da man am Anfang mit der Allegro gut bedient hat und Jahre braucht, bis diese auch ausgespielt werden kann.

Aber wie gesagt... das ist nur der aktuelle Stand.. kann sich immer wieder ändern ;-)


Gruß und danke,

Marcel
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#13
Hey Marcel,

mein Fehler Wink Hatte die Preise von Sebastian falsch im Kopf gehabt... die Vivace mit DREI Melodiesaiten kostete damals gut 3000 €... die mit nur zwei Melodiesaiten ist erheblich billiger
Zitat:Vivace

2 Melodiesaiten, 1 Schnarrsaite, 2 Bordune, inkl. Metallfähnchen
2.340,-€

2 Melodiesaiten, 2 Schnarrsaite, 2 Bordune, inkl. Metallfähnchen
2.600,-€

3 Melodiesaiten, 2 Schnarrsaiten, 2 Bordune, inkl. Metallfähnchen und höhenverstellbarer Melodiesteg
3.190,-€

Achtung, diese Preisliste ist auf jedenfall veraltet. Frag am besten Sebstian was seine Leiern aktuell kosten.

Die Faustregel ist das sich Hilsmann und Weichselbaumer preislich nicht viel schenken. Sebastian sollte n kleinen Tick günstiger sein.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#14
Danke...

ich frag nochmal nach!

Gruß, Marcel
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#15
Hallo, lieber Marcel, ich kann als außenstehender, aber drehleieraffiner Mensch das, was Wolfgang Weichselbaumer Dir zu den "großen" Leiern gesagt hat, nur bestätigen. Und ich kann Dir sehr zu einer allegro raten.

In Sachen Friktionswirbel: Ich kenne Menschen, die damit nie auch nur die geringsten Problem hatten, und solche mit jeder Menge Schwierigkeiten. Das hängt m.Ea. von hauptsächlich von den Erwartungen des Käufers ab :-)

Liebe Grüße, Merit Zloch
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#16
Hi,

danke auch nochmal für deine Antwort!


Was ich von einer Bekannten, die seit vielen Jahren Drehleier spielt und auch unterrichtet über Weichselbaumer gehört habe ist, dass viele seiner Leiern früher oder später aus dem Leim gehen, weil sie extrem in Leichtbau gebaut werden.

Momentan tendiere ich ja zu Sebastian Hilsmann, der ist aber ja nochmal teurer als Weichselbaumer... =(


Gruß, Marcel
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#17
(06.05.2012, 15:47)MarcelH. schrieb: Momentan tendiere ich ja zu Sebastian Hilsmann, der ist aber ja nochmal teurer als Weichselbaumer... =(

Was Sebstian hat inzwischen Weichselbaumer preislich überhohlt? Krass...
Wobei, inwieweit sind die Angebote vergleichbar und wie hoch ist der preisliche Unterschied?
Eine Hilsmann Vivace hat ja zB Mechachniken und ne Allegro nur Holzwirbel....

(06.05.2012, 15:47)MarcelH. schrieb: s ich von einer Bekannten, die seit vielen Jahren Drehleier spielt und auch unterrichtet über Weichselbaumer gehört habe ist, dass viele seiner Leiern früher oder später aus dem Leim gehen, weil sie extrem in Leichtbau gebaut werden.

Je Dünner das Holz einer Leier ist desto besser klingt sie... aber desto eher reißt der Deckel ein oder andere unschöne Sachen passieren mit dem Intrument.
Leierbauer müssen daher einen guten Kompromiss zwischen Holzdicke und Klang wählen.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#18
Hi Marc,

preislich verglichen hab ich die Vivace und die Allegro I mit jeweils 2x Melodie, 2x Bordun, einmal Schnarre.

Da ist Sebastian mehrere hundert Euro vornedran. Und die Tonabnehmer kommen mit bei ihm auch sehr teuer vor.

Außerdem muss man bei beiden noch alles Zubehör dazukaufen, bei Gotsch/Betz wäre ja zumindest mal ein Gurt und sowas dabei!


LG, Marcel
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#19
(06.05.2012, 15:47)MarcelH. schrieb: Was ich von einer Bekannten, die seit vielen Jahren Drehleier spielt und auch unterrichtet über Weichselbaumer gehört habe ist, dass viele seiner Leiern früher oder später aus dem Leim gehen, weil sie extrem in Leichtbau gebaut werden.

Mmmmmh, das mag sein. Aber die andere Seite: Ich kenne als Freund und Kollegen den Mann, den man ohne Ironie als den hardcore-Langzeittester einer Weichselbaumerleier bezeichnen kann :-).
Da ist noch nie was aus dem Leim gegangen (bei der Leier ;-)), was ich fast schon unheimlich finde, wenn man berücksichtigt, was dem Instrument zugemutet wird.... :-) :-)

Viele Grüße, Merit Zloch


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#20
Liebe Leute,

Walter Simons Leiern sind mit deutlich dickeren Decken versehen als alle mir bekannten anderen Drehleiern mit moderner Verbalkung, und dadurch kommt auch sehr viel raus - es ist also nicht nur in die Richtung "dünn" zu optimieren, wenn man viel Klang will, das geht jedenfalls auch anders.

Beste Grüße,

Alex
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