Urheberrecht vs. "modern trad"
#11

Unabhängig davon, ob du ein Stück bei der GEMA anmeldest, ist es durch das Urheberrecht geschützt. Indem du bei der GEMA Mitglied wirst, beauftragst du lediglich die GEMA dazu, für dich Gebühren zu kassieren und einen Teil davon an dich weiterzugeben.

Das stimmt theoretisch schon, nur praktisch kannst du es nicht beweisen,
auch wenn es Aufgenommen wurde, es gab schon ix Prozesse deswegen, und wer meinst Du gewinnt am Schluss? Natürlich der mit den meisten und teuersten Anwälten.
Wenn Du es aber Gema anmeldest ist es klar, wer es Komponiert hat
Aber am Schluss ist es jedem selber überlassen etwas anzumelden oder nicht.
Aber irgendwie geht es ja mal darum jemand zu erklären wie es funktioniert, und dass ist wichtig, wissen ist macht wie man so schön sagt.
Diskussionen über Gema gibt es hunderte in diversen Formen, immer sehr Emotional, dass ist aber nicht relevant, sondern die Tatsachen. Ich bin auch kein Fan dieses Systemes, aber wie gesagt gibt es im Moment nichts besseres.
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#12
@markusm:
Zitat:sondern die Tatsachen

Sorry, aber wie wär's denn dann, wenn du die urheberrechtliche Situation korrekt und nicht wie hier geschehen teilweise grob falsch wiedergeben würdest...?

Nix für ungut, aber das Verbreiten von teilweise eklatanten Fehlinformationen wie Deinen (Aufführung bei Sessions immer unproblematisch, Urheberrecht bis 50 Jahre nach dem Tod des Komponisten, Schutz erst ab Anmeldung - das hast du ja nun zähneknirschend ansatzweise korrigiert...) im belehrend-eindringlichen Brustton der Überzeugung führt genau zur großen Verunsicherung, die beim Thema Urheberrechte / GEMA in der Musikszene herrscht.

Beste Grüße,

Alex
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#13
Ja dann wenn Du es doch besser weisst, erkläre es uns doch. Ich sehe in Deiner Antwort keine Fakten, tut mir leid.

Hier die Fakten:Für Leistungsschutzrechte gelten kürzere Schutzfristen. Bei Musikstücken oder Audioaufnahmen endet die Frist für die Leistungsschutzrechte der ausübenden Künstler (beispielsweise der Sänger oder Instrumentalisten) meist schon 50 Jahre nach dem ersten Erscheinen des Tonträgers. Dies darf aber nicht mit dem Schutzrecht des Urhebers (beispielsweise des Komponisten oder Textdichters) verwechselt werden, für das die 70-Jahres-Frist nach dessen Tod gilt.
Ich schreibe ja explizit min. 50 Jahre.

Ich habe noch nie an einer Session Gebühren bezahlt, im Musik Jargon bedeutet Session, spontanes zusammentreffen und Musizieren, also eigentlich ein privat Anlass ohne Eintritt.

Natürlich wenn dass ganze gross angekündigt wird und Eintritt verlangt wird,
was sicher immer wieder mal passiert müssen Gebühren gezahlt werden, für mich ist dass aber keine Session.
Ich korrigiere nichts zähneknirschend, und wenn Dir meine Art etwas zu erklären nicht passt, behalte es doch für Dich und korrigiere, was nicht stimmt, aber eben bitte mit Fakten.
In diesem Sinne auch Grüsse
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#14
@markusm:

Zitat:sobald ich einen Song/Musik Komponiere und es bei der Suisa/Gema Anmelde ist er geschützt.

Das ist, wie schon Bastian ausführte, in der Form eine schlicht falsche Aussage. Der Schutz des Werks entsteht qua Gesetz durch die Schöpfung eines Werks mit entsprechender Schöpfungshöhe (§§ 1, 2, 7, 11 UrhG). Und natürlich lässt sich eine entsprechende Werksschöpfung auch einfacher beweisen als mit tausend teuren Anwälten, dahingehende Andeutungen sind pauschale Stammtischpolemik, die nur den Systemhass und die Unsicherheit von Urhebern schürt und diese ggf. in die Arme der GEMA treibt (weshalb die damit auch ungerne aufräumen würde).

Zitat:Dabei ist wichtig zu wissen, dass beim Tod des Komponisten, das Uhrheberrecht nicht gleich erlischt, es geht noch min. 50 Jahre, erst dann ist er frei.

Das Urheberrecht erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod eines nichtanonymen Werks (§ 64 UrhG). Ein Erlöschen bereits nach 50 Jahren ist gesetzlich nicht möglich.

Zitat:Dies darf aber nicht mit dem Schutzrecht des Urhebers (beispielsweise des Komponisten oder Textdichters) verwechselt werden

Aber genau darüber hast du doch gerade gesprochen, U(h)rheberrecht. Deine Ausführungen zum Thema "ausübender Künstler" sind m.E. etwas irreführend. Tatsächlich bestehen doch Urheberrechte jedes Schöpfers eines Werks, ob es sich nun um eine Komposition oder eine Aufführung handelt. Und auch das bemisst sich in seiner Dauer auch wieder und u.a. nach § 64 UrhG.

Zitat:Ich habe noch nie an einer Session Gebühren bezahlt, im Musik Jargon bedeutet Session, spontanes zusammentreffen und Musizieren, also eigentlich ein privat Anlass ohne Eintritt.

Theoretisch müsste jede Session, die Werke z.B. noch lebender Künstler aufführt, für die Aufführung zahlen. Der Vergütungsanspruch entsteht übrigens einfach, auch wenn Musiker wie der hier schon diskutierte Christoph Pelgen ihre Stücke zum Spielen "freigeben" - einen antizipierten Verzicht auf den Erstattungsanspruch nach § 52 I 2 UrhG sieht das Gesetz nicht vor. Natürlich ist es dann Christophs Sache, die Vergütung einzufordern (was er natürlich nicht tun würde).

Zur weiteren Klarstellung: Auch geschützte Werke dürfen typischerweise im Rahmen der von dir benannten Sessionkultur gespielt werden (sonst bedürfte es zusätzlich einer Lizenz des Urhebers, um das Stück überhaupt zur Aufführung bringen zu dürfen!), dennoch entsteht natürlich dabei ein Vergütungsanspruch (§ 52 I UrhG). Dieser wird, für den Fall, dass sich der Urheber von der GEMA vertreten lässt, von dieser GEMA dann wiederum nur in speziellen Fällen nach deren Richtlinien geltend gemacht.

Nochmal: Es geht mir hier nicht drum, es besser zu wissen, sondern darum, dass keine Unsicherheit geschürt wird, und die Gefahr sah ich bei deinen Postings. Natürlich sind die urheberrechtlichen Regeln komplex und gerade für amateurhaft geprägte Musikszenen wie unsere oft zu komplex. Durch die Zwischenschaltung von Verwertungsgesellschaften wird das ganze auch noch undurchsichtiger.
Mir ist nur wichtig zu vermitteln, dass man durch die ganze trübe Brühe durchfinden kann, und zwar auch ohne tausend teure Anwälte. Und da sind Leute wie du, die sich schon länger mit dem Thema auseinandersetzen und auch bereitwillig Auskünfte in Foren geben ganz besonders in der Pflicht, es dann auch korrekt zu machen.

Insoweit viele Grüße und nochmal nichts für ungut,

Alex
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#15
Habe Eure Diskussion mit Interesse verfolgtConfused
Kann mir jetzt jemand möglichst einfach erklären, was ich beachten und unternehmen muss, dass ich mich als Freizeitmusiker nicht strafbar mache, wenn ich:
- vor Publikum ohne Verpflichtungen spiele
- wenn ich vor Publikum spiele und dabei (direkt/indirekt) etwas verdiene

und dabei fremde Stücke benutze?

Besten Dank
markus
drehleierwerkstatt.ch
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#16
(21.06.2012, 13:36)markus schrieb: Kann mir jetzt jemand möglichst einfach erklären, was ich beachten und unternehmen muss, dass ich mich als Freizeitmusiker nicht strafbar mache, wenn ich:
- vor Publikum ohne Verpflichtungen spiele
- wenn ich vor Publikum spiele und dabei (direkt/indirekt) etwas verdiene

und dabei fremde Stücke benutze?

irgendwelche gema gebühren sind nicht in erster linie dein problem sondern die des veranstalters.
prinzipell gilt aber: traditionelle stücke sind einigermaßen unproblematisch - da eben traditionell und damit nur abgepflichtig wenn du eine geschützte interpretation davon spielst.

auch wenn kein eintritt verlangt wird, muss der veranstalter eventuelle gema bebühren abführen.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#17
Danke für Deine Ausführungen

Kann ich also davon aus gehen, dass wenn ich als Strassen- oder Gartenzaun und Landmusiker traditionelle Lieder spiele, ich mich nicht um Abgaben kümmern muss?

Herzliche Grüsse
markus
drehleierwerkstatt.ch
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#18
ja, aber du must gegenfalls beweisen das sie gema-frei sind - da wir leider in deutschland eine sogenannte gema-vermutung haben. du bist also schludig bis du das gegenteil beweisen hast Sad

beweisen kannst du zB durch eine notensammlung wo es als traditionell vermerkt ist.
oder einfach gema-freie stücke von leuten spielen die das ähnlich wie christoph sehen (im zweifelsfall die person einfach fragen - die wenigsten folk musiker wollen mit ihrer musik reich werden und freuen sich wenn ihre stücke gespielt werden).

edit: ich sehe du bist aus der schweiz... wir/ich reden hier vom deutschem recht.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#19
Die sicherste Variante ist, eigene Kompositionen (als Nichtgemamitglied) und Stücke von Komponisten zu spielen, die mehr als 70 Jahre tot sind (und dabei ausschließlich eigene Arrangements zu entwickeln). Da es auch in Deutschland genug musikalische Quellen dieses Alters mit hervorragend geeigneter Bordunmusik gibt, sehe ich da an sich wenig Schwierigkeiten.

Achtung bei sogenannter Marktmusik: Da ist einiges an Neukompositionen dabei, und vieles an Arrangements ist geschützt - das ist erneut eine ungünstige Lage, weil man nachweisen muss, ein anderes Arrangement gespielt zu haben als das geschützte.

Viele Grüße,

Alex
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#20
Lieber Markus,

ich komme auch aus der Schweiz und bin schon Jahrzehnte Musiker,
ich habe es noch nie erlebt dass irgendwer irgendwelche Gebühren von
Musikern die auf der Strasse oder vor Freunden spielt eingefordert hat.
Natürlich haben alle vorgehende Posts mit Ihren Beteiligten recht, es wird
präzise nach dem Recht argumentiert, was natürlich theoretisch auch richtig ist. Praktisch aber hält sich niemand daran, ausser eben es wird öffentlich.
Die Suisa Gema kann ja nicht an jeder Geburtstagsparty oder Hochzeit kontrollieren wer welches Stück spielt. Es ist einfach zu aufwendig und uninteressant, da es um wenige Franken pro stück geht.
Ich habe schon gehört dass die Gema strenger ist als die Suisa, ich kann dass nicht beurteilen, habe aber schon viel in DE gespielt und selten Gebühren
bezahlt oder erhalten, obwohl es eigentlich Pflicht vom Veranstalter war und meine Songs angemeldet.
Natürlich wird es anders wenn Du CD aufnimmst oder Konzerte geben willst, ab dann würde ich mich mit dem Thema auseinander setzen.
Wenn mann es genau wissen will ist die ganze Geschiche extrem Kompliziert und die Praxis unterscheidet sich sehr vom eigentlichen Recht, dass sieht man immer wieder an Prozessen wie z.B. mit Youtoube und Public Domains, aber wie Marc sagt ist dass eher ein Problem der Veranstalter.
Um es nochmals auszudrücken, dass sind meine praktischen Erfahrungen als Musiker und die meisten meiner Kollegen haben dieselben, also mach Dir nicht allzuviel Gedanken und spiel was Du Lust hast.
Grüsse markusm

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