Kolophonium
#21
Also bei meiner Leileier sind keine Kratzer auf dem Rad zu erkennen und ich hab das wie gesagt schon immer mit dem Block gemacht, weil der Staub mich immer zum Niesen gebracht hat.

Hab mal gehört, dass der Staub schlecht für die Lackierung etc. des Holzes ist, wenn er sich ablagert.

Wollte heute neues Kollophonium kaufen, weil meins ja kaputt gegangen ist, hab demletzt schwedisches empfohlen bekommen. "Nyman" oder so ähnlich, aber das gabs im Musikladen nur für Kontrabässe. Eignet sich das denn?
Der Typ im Laden meinte, dass das für Violinen am weichesten wäre. Stimmt doch gar nicht, oder? Dachte man bräuchte weicheres für dickere Saiten *grübel* Aber in dem Laden sind sie meistens etwas inkompetent. Dachte ich frag da mal das "Kompetentzzentrum" im Drehleierforum. Big Grin
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#22
Soviel ich weiss, ist es schon so das je dicker die Saite ist man ein weicheres Kolophonium benutzen sollte. Ich habe so einiges gehört, 5 Drehleierspieler befragt 6 Antworten.... die einen sagen nimm welches für Violinen, die anderen ach doch eher für cello, ... aber so ne richtige aussage warum das eine jetzt besser sei...hab ich so noch nicht bekommen. Was mir nur gesagt wurde ist das je weicher das Kolophonium ist desto weicher soll der Klang sein, ich konnte es noch nicht testen, hat da jemand schon Erfahrungen gemacht?
Ich wohne lieber am Busen der Natur als am Arsch der Welt.

Eine Frage die viele Leute beschäfftigt:
Wenn man einen Schlumpf würgt welche Farbe bekommt er dann?!?
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#23
Es ist so, dass man fast jedes Kolophonium verwenden kann, jedoch ist es auch hier so, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

Kolophonium für Cello eignet sich bei Nylonsaiten mit OB-watte recht gut, Violinen- Kolophonium eignet sich nach meinem Wissen besser für Darmsaiten und Baumwolle als Wattierung (Baumwolle muß man allerdings öfter erneuern nach meinen Erfahrumgen).

Bei flüssigem Kolophonium finde ich bei Holzrädern die Erstbestreichung (neues Rad oder nach dem Abziehen) super, danach arbeite ich nur noch mit festem Kolophonium.
Flüssiges Kolophonium in Watte getränkt und getrocknet eignet sich super um zwischen den Stücken etwas neu aufzutragen.
Wenn ich festes Kolophonium aufgetragen habe ziehe ich mit einem OB etwas nach um die Oberfläch etwas zu polieren und dass sich das Harz gleichmäßig auf dem Rad verteilt, der Klang wird etwas feiner.
Bei einem Kunststoffrad sollte man, wie schon geschrieben, flüssiges Kolophonium verwenden, mit festen Brocken wird dass meistens nix.

Das beste Harz welches ich man hatte, war über 100 Jahre alt, es befand sich in einem Glas und war eher Hartwachsmäßig, etwas vergleichbares habe ich nie wieder gesehen.

Ich habe mal an einem Kolophonium-Freien-Rad gearbeitet, das Material ist eher Geheim, aber soviel kann man sagen, es ist ein spezielles Hartgummi. Leider übertrifft des Klang eines normalen Rades mit Kolophonium den Klang noch bei weitem und es wird sowas wohl nie geben, aber bracht man ja auch nicht, denn man ist so ja auch variabler mit dem Klang.

Hab ich was vergessen? Ach ja, manche benutzten ja hier und da Stahlsaiten als Bordunde, ich habe mal ein paar Tests mit nem Vox Humana gemacht, Celloharz aus Frankreich (Firma weiß ich nicht) war sehr gur, Violienenharz etwas zu Kratzig.

Gruß Hurdy
Cool The start and stop technology on hurdy-gurdy Cool
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#24
Da ich ja nur flüssiges benutze kenn ich mit festem nicht so gut aus. Aber ich meine auch, daß weiches besser geeignet sein soll und für dickere Saiten (Cello und Bass) meist weiches genommen wird.

Aus welchem Material sind denn eigentlich OBs?????
Damit kenn ich mich nämlich noch weniger aus, als mit festem KolophniumBig Grin
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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#25
(12.10.2009, 11:26)Ventrus schrieb: Der Kolophoniumstaub kann auch bis in den Bereich der Lager dringen, was langfristig eine aufwändigen Reinigungsaktion nötig macht.

Habe eben mal mit Helmut telefoniert. Er meinte er kolophoniert mit zerbröselten Kolophonium in einem Beutel schon seit 20 Jahren und da ist noch nie eine Mechanik dabei kaputt gegangen. Big Grin

Inzwischen habe ich auch rausgefunden das es völlig reicht den Beutel auf das Rad zu legen, dabei kommt genug Staub heraus das sich gezielt auf das Rad ablegt. Es staubt nur wenn man auf das Rad mit dem Beutel klopft.
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#26
Zur Frage,

welches Kolophonium am Besten sei,
habe ich folgendes im "Drehleierbuch" gefunden:

"... Für die daher wichtige Wahl des Kolophoniums
kommen die harten Harze für Geigen in Frage.
(z.B. Walthari - bestes Karwendelharz)"

Noch ein Tipp:

Kolophonium nur auf der rechten Saite der Lauffläche auftragen,
wenn Bordune und Schnarrsaite im Klangbild zu schwach

und auf der linken Seite der Lauffläche, wenn die Melodiesaite
gegenüber Schnarrsaite und Bordunen zu leise sind.

Kann ich Flüssigkolophonium mit Spiritus herstellen?
Einfach nur auflösen lassen oder erhitzen?

Gruß
Lolle
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#27
Das Kolophonium einfach zerstoßen und dann auflösen. das löst sich im Spiritus wie Zucker in Wasser.
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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#28
Danke Totti

und das Verhältnis ist 1:10?
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#29
Walter hat mir mal gesagt 1:10.
Bei Simon Wascher auf der Seite steht noch wenn man etwas davon zwischen den Fingern zerreibt soll es nicht richtig kleben, sondern nur eine Art Widerstand zu spüren sein.
Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!
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#30
Wer gerne mit Kolophonium pudert: beim Geigenbauer kann man es auch direkt in Pulverform bestellen. Und zur Herstellung von flüssigem Kolophonium ist es auch günstiger, weil es sich schneller auflöst.

Marius
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