Was ist ein(e) Mouche?
#1
Hallo,

nachdem ich hier und im gesamten Netz schon viel gelesen habe, ist ein Begriff trotz Suchfunktion ungeklärt geblieben.

Daher meine Frage: Was zum Henker ist ein(e?) Mouche?

Ich weiß, was Melodiesaiten sind, Bordunsaiten und Schnarre. Das wird auch alles immer schön erklärt. Nur der Begriff Mouche konnte ich nicht erklärt finden. Zwischenzeitlich dachte ich, Schnarre und Mouche sind das gleiche - aber es gibt Leiern mit beidem.

Helft mir Unwissendem, eine der letzten Wissenslücken zu schließen!
Gruß,
Kristof
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#2
Bei der Mouche handelt es sich im Prinzip nur um eine weitere Bordunsaite, deren Ton höher gestimmt ist (laut Fustier in g), als der der übrigen Bordune. Sie ist zumeist oberhalb der C-Schnarre angebracht. Meine Leihleier hatte so eine.

Franz. "mouche" bedeutet im Deutschen "Fliege". Die Saite hat also den klanglichen Charakter einer Fliege.
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#3
Das hießt, es ist ein Bordun in der gleichen Oktav wie Schnarre und (zumindest eine) Melodiesaite?
Gruß,
Kristof
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#4
jep, findet man aber soweit ich weiss primär nur bei eher traditionellen franz. leiern.

moderne leiern haben so etwas nicht mehr - oder ich habe zumindest noch keine damit gesehen.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#5
Bei modernen macht gleich ne Schnarre dran Wink
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#6
Die traditionellen galicischen Drehleiern in Spanien waren ganz ohne Schnarren ausgestattet, wovon ich mich im Volkskundemuseun in Santiago de Compostella selbst überzeugen konnte.

Gruß
Armin
[Bild: Startbild_gr.jpg]

Einzige Lautenleier aus der Werkstatt von Sebastian Hilsmann
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#7
Wie die Fransozen ihre Saiten nennen...


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#8
Nachdem ich die Grafik - und auch die in Gotschys "Bau einer Drehleier" gesehen habe frage ich mich:

An meiner Leier ist der Petit Bordun unten und der Gros Bordun oben angebracht. Ein Fehler beim Aufziehen? Egal? Absicht?

Kann jemand sich dazu äußern?

Edit: Ich habe gerade bei dieser Leier Lautenleier - Reichmann - unbekannt gesehen, dass da auch die dickere Saite oben ist. Vielleicht eine "Modeerscheinung"?
Gruß,
Kristof
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#9
Hallo Kristof,

soweit ich weiß ist bei traditionellen Leiern der Petit Bordung i.d.R. oben und der Gros Bordun unten. Praktisch sollte die Anordnung aber eigentlich egal sein solange es klanglich keine Probleme macht. Vielleicht hat der Vorbesitzer die Saiten vertauscht, da sie in der ursprünglichen Anordnung eventuell nicht perfekt geklungen haben...Ich hatte an meiner wunderschönen, super klingenden Renaissance Leier, die ich vor einigen Jahren "gebraucht" gekauft habe das selbe Problem. In der ursprünglichen Anordnung wurden die Saiten vom Rad nicht so angestrichen wie sie sollten was zu unschönen Nebengeräuschen geführt hat. Ein Vertauschen der Saiten hat hier Abhilfe geschaffen. Der Grund dafür lag wohl daran, dass sich die Saitenführung im Laufe der Jahre verändert hat, da bei den Bordunen (wohl durch die Schwingungen) sich das Loch im Tangentenkasten in Richtung Mittelachse der Leier leicht vergrößert hat.
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