franz. Lautenleier - Kurt Reichmann - ca. 1980 *jetzt mit Fotos*
#1
Mh ... so schnell kann es gehen. Ich habe gerade bei eBay eine Reichmann-Lautenleier ersteigert.

Jetzt bin ich ja mal gespannt ... bin gerade etwas überfordert, weil ich dachte, das klappt bestimmt nicht.

Sie hat zwei Melodiesaiten, zwei Bordunsaiten, eine Schnarre und eine Mouche (in der Beschreibung steht "4 Bordune", davon ist aber eines eindeutig eine Schnarre).

Ausserdem ziert den Wirbelkasten ein hübscher Mädchenkopf mit Blumen im Haar. Ich steh zwar nicht so auf Mädchen - aber der Kopf ist sehr hübsch. Ich werde dem Instrument wohl sehr gegen meine Gewohnheit einen Namen geben. Schließlich hat sie ja ein Gesicht.

Natürlich habe ich noch keine Fotos. Sobald sie hier ist, mache ich ganz viele :-)

Ich überlege jetzt schon, die Stimmwirbel durch Mechaniken zu ersetzen ... wenn es soweite ist, werde ich mich bei euch noch mal genau nach den Möglichkeiten erkundigen.

Ich hatte Ina Lemm geschrieben, die DVD eilte nicht, ich hätte ja eh noch kein Instrument. Well ... so schnell kann es mit etwas Glück manchmal gehen. Mit etwas Glück taugt die Leier jetzt auch wirklich was. Aber bei Reichmann hab ich ein ganz gutes Gefühl.
Gruß,
Kristof
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#2
Hallo Kristof,

schoenes Instrument. Herzlichen Glückwunsch.

Zu den Wirbeln: Ich spiele seit ein paar Jahren eine Reichmann Lautenleier mit Geigenwirbeln. Seit dem ich diese richtig mit Wirbelseife oder Kreide behandel kann ich die mit wenig Kraft (2 Finger) stimmen und danach halten die. Falls das nicht funktioniert kannst Du sie beim Geigenbauer richtig einpassen lassen. Ich spiele auch eine moderne Leier mit Mechaniken und sehe keinen Vorteil zu den Geigenwirbeln. Wenns mal Probleme gibt kann dir jeder Geigenbauer helfen .

Gruss
Friedrich
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#3
Bei Sebstian Hillsmann gibt es Mechaniken die sich optisch kaum von Holzwirbeln unterscheiden (bis eine kleine unauffällige schraube).
Zu sehen hier: http://www.drehleierwerkstatt.de/de/hurdygurdies/largo/

Ich würde Mechaniken immer Holzwirbeln vorziehen, den Mechaniken sind Wartungsfrei und funktionieren immer zuverlässig Wink

Und bei den Hilsmann Mechaniken gibt es auch Totschlagargument nicht, das es die Optik einer traditionellen Leier zerstört.

Das einzige was gegen diese Lösung spricht ist der Preis - billig sind die nämlich nicht.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#4
Na, ich schaue erst mal, wie die jetzigen Wirbel sich so verhalten.

Unser Orchester am Theater sitzt voll mit Instrumentalisten, die ganz normale Wirbel an ihren Instrumenten haben. Bei der Geige, die ich mal zu stimmen versuch habe, bin ich allerdings kläglich gescheitert, weil die Wirbel immer entweder zu fest oder zu locker saßen. Ein Mittelmaß war nicht zu finden.

Aber erst mal muss das gute Stück ja ankommen. Vielleicht bekomme ich den Verkäufer überredet, es sofort loszuschicken - in zwei Tagen habe ich Geburtstag, das wär doch ein schönes selbstgeschenktes Geschenk Cool

Und dann schaue ich mal, ob ich da sinnvolle Töne herausbekomme. Gibt es für Drehleiern eigentlich eine Grifftabelle? Wahrscheinlich nicht, gibt es ja für Klavier in dem Sinn auch nicht. Und wenn der Ton der leeren Saite ein g ist und die untere (schwarze) Tastenreihe eine C-Dur-Tonleiter ist, kanns ja nicht so schwer sein.
Gruß,
Kristof
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#5
Bei meiner Ex-Seibert Leier hatte ich auch Holzwirbel - es war die Hölle. Erlösung brachte dann das Nachrüsten von Schaller Mechaniken.

Eine Grifftabelle gibt es in Lehrbüchern, aber meiner Meinung nach braucht man keine, da du schon richtig erkannt hast. Es ist wie beim Klavier.
Zumal wenn man mehrere Saiten hat (neben G/C eine D/G oder C/F Melodie Saite), bräuchte man man verschiedene Grifftabellen Wink

Wenn du aber nur eine G/C Leier hast, kannst du hergehen und dir mit Tesafilm hinten unter den Tasten die Noten auf die Leier kleben. Also da wo "hinten" die Tasten beim drücken raus schauen - einfach über jedes Tastenloch ein kleines fetzchen Papier mit dem Notennamen mit Tesa befestigen.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#6
Gute Idee, aber ich glaube nach 17 Semester Musikstudium, 11 Instrumenten und 6 Jahren Festengagement als Opernsänger brauche ich höchstens kleine Tastmarkierungen, so wie Ina Lemm das vorschlägt. Ähnliches hat man ja (mit Dellen und Riffeln) am Akkordeon auch.

Mir helfen Grifftabellen immer, ein Instrument zu verinnerlichen. Ich habe Saxophon gelernt, indem ich mir erst die Grifftabelle genau angesehen und dann ein Instrument gekauft habe. Man könnte da schon von einer Art Inselbegabung sprechen, denn wesentlich "wichtigere" Dinge fallen mir deutlich schwerer Rolleyes Ich kann nur Musikinstrumente lernen und Opern singen Big Grin
Gruß,
Kristof
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#7
Hallo Kristof,

seit fast 30 Jahren spiele ich auf u.a. Reichmann-Leiern. Keine oder nur sehr geringe Schwierigkeiten gab es mit dem Verhalten und der Stimmbarkeit mit Geigenwirbeln bei den Leiern von Kurt. Auch ohne Seife oder Kreide. Im Gegensatz zu den Seibert- oder Riedel-Leiern einiger meiner SchülerInnen. Die sind daran fast schier verzweifelt und werden Marcs Erfahrungen teilen können. Selbst mit Kreiden und Seifen ist dem Problem manchmal nur schwer beizukommen gewesen.

Gruß und viel Freude mit der Leier!
Jürgen
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#8
Ich habe heute Abend die Nachricht bekommen, dass meine Leier schon morgen auf die Post geht Smile
Gruß,
Kristof
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#9
Hier eine Bezugsquelle zu Feinstimmwirbeln (ab Werk)
Feinstimmwirbel

LG Michael
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#10
Oha interessant. Die sehen aus wie die Pegheads (gibt ein Thread dazu im Forum).

Die Pegheads hat soweit ich weiss mal Walter Simon ausprobiert, aber die Mechanik war recht schnell schrott, weil sie nicht mit der Saitenspannung (Zug) einer Drehleier zurecht kamen.

Aber vielleicht sind das ja andere.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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