Elektrische Abnahme eurer Drehleiern
#11
Ich hab das Prozedere grad hinter mir.
Ich hab seit einer Weile das Mehrkanalsystem von Sebastian Hilsmann mit Schertler-Abnehmern.

Es kommt auf deine individuellen Vorstellungen an, was für einen Verstärker du kaufen solltest. Bei mir tuts ein Verstärker für E-Gitarren und keiner für Akustikgitarren ganz gut, ist Geschmackssache.
Nun kommts drauf an, für was du ihn einsetzen willst. Auf großen Bühnen (keine Stadien, da brauchst du eh professionellere Lösungen Smile ) wäre eine hohe Leistung schon wünschenswert, für zuhause, auch mal zum laut werden, reichen 15, 20, 25 Watt voll aus.

Ich hab einen Leem GA-820R mit 25 Watt Leistung, den kann ich drinnen nicht voll aufdrehen, da fälllt die Lampe von der Decke.
Zudem kannst du, wohl auch, weil Verstärker halt normal nicht für Drehleiern konzipiert sind, nicht einfach blind einen kaufen, der kann ziemlich bescheiden klingen.
Einige Modelle kommen, z.B. ganz gut mit der Schnarre zurecht und geben sie natürlich wieder, bei anderen schepperts nur, das kannst du vorher aber auch nicht sehen, das musst du testen.

Die einzige Möglichkeit ist also, im lokalen Musikgeschäft (oder bei Freunden) verschiedenste Möglichkeiten auszuprobieren.
Die Verkäufer dort sollten keine Probleme haben, dir weiterzuhelfen, anschließen können sie es und hören, wie es klingt, musst du eh selbst ;-)

Ich hoffe, ich hab dir geholfen,

Gerd
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#12
Hallo Vroni,

den Ausführung von Gerd kann ich zustimmen.

Mit 25 Watt Leistung solltest Du ausreichend Reserven haben. Aber wichtig ist eben auch der Klang- und der lässt sich nur in einem direkten Vergleich beurteilen.

Viele Gitarrenkombos (also Verstärker und Lautsprecher in einem einzigen Gehäuse - und um die geht's wohl hier) besitzen noch eine Reihe von Zusatzoptionen (zweiter Kanal, Möglichkeit zum Einschleifen von Effekten, Line-In-Anschlüsse). Da musst Du entscheiden, ob Du so etwas bei einer seltenen Nutzung tatsächlich brauchst.

Zudem gibt es Röhren-, Halbleiter- und Hybridverstärker (also eine Mischung aus Transistor-und Röhrentechnologie). Da das Tonabnehmersystem Deiner Leier auf Piezo-Basis arbeitet, vermute ich fast, dass Du bei einem reinen Transistorverstärker fündig werden wirst. Das macht sich dann auch beim Transportgewicht positiv bemerkbar.

Du wirst übrigens nicht umhin kommen, den Verstärker auch bei höherer Lautstärke zu testen. Erstens willst Du ja die Leier im Bandkontext hervorheben; zweitens kann sich hier aber auch der Klang verändern. Und drittens ist auch zu testen, ob die Gefahr ungewollter Rückkopplungen besteht (da sind auch Piezo-Abnahmen nicht von verschont).

Gruß
JeanLuc
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#13
Wow, okay, danke schonmal für die vielen Infos!
Dann werd ich mich mal im Frühjahr mit meiner Leier auf zu einem Musikgeschäft machen und da mal ein bisschen rumprobieren!

Aber ein paar Sachen muss ich noch klären, sonst weiß i ja ned, auf was ich achten muss:
- Was ist eine Rückkopplung genau (sorry, bin echt a Nullchecker bei sowas, gehört hab ich das schonmal, aber was ist das genau und woran erkenn ichs?)
- Was bedeutet eigentlich Piezo-Basis?

Effekte wärn natürlich cool, so zur Gaudi Wink Kommt aber dann auch drauf an, was man dafür mehr bezahlen muss.

lg
Vroni
Meinten Sie "Drehleiter"?
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#14
Eine Rückkopplung ist, wenn dein Tonabnehmer nicht mehr nur die Geräusche deiner Leier aufnimmt, sondern auch noch das, was der Lautsprecher deines Verstärkers ihm gerade entgegenbrüllt. Da das, was der brüllt, aber auch von Abnehmer kommt, ist das wie eine Endlosschleife, die sich verstärkt.
Ist ein unangenehmes, wenn auch in der Rockmusik manchmal gewolltes, Pfeifen, man erkennts, wenn mans hört. Setz dich einfach nicht vor deinen sehr laut aufgedrehten Verstärker, dann solltest du keine Probleme haben.

Ein Piezoelektrischer Tonabnehmer basiert auf piezoelektrischen Materialien, die die besondere Eigenschaft haben, dass sie bei Verformung eine elektrische Spannung erzeugen. Da der Korpus deiner Leier mit der Musik schwingt, verformt das natürlich sowohl das Holz, als auch die darauf montierten Abnehmer. Bam! Smile
Andere Tonabnehmer dagegen funktionieren z.B. mit einer Membran oder mit dem Induktionsstrom, den die Saite in der Spule des Abnehmers erzeugt (z.B. bei E-Gitarren).

Effekte sind lustig, aber mit, sagen wir mal, 50 Euro aufwärts pro einzelnen Effekt nicht für Spielereien lohnenswert. Es sei denn, du hast Gitarristenfreunde, die dir sowas leihen.
Multieffektgeräte, die etwas günstiger kommen, haben oft so klassische Gitarreneffekte wie Reverb und Wah-Wah drinnen, die auf der Leier nicht so doll klingen, zumindest meiner Meinung nach, aber das ist auch Geschmackssache.

Grüße,
Gerd
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#15
Ich benutze den eingebauten Artec A-Gitarren Tonabnehmer meiner Phoenix Abraxas mit Equalizer und Vorverstärker an einem "Marshall AS50D",
[Bild: 7526_AS50D_800.jpg]
welcher damit einfach klasse klingt und auch noch einen Kanal für das Gesangsmikrophon frei hat.
Ich habe mich damals nach langem Rumprobieren in einem örtlichen Musikalienhandel entschieden und der Rod von den Ärzten war gerade da und pflichtete dieser Entscheidung bei.

Gestern war ich wieder unterwegs (eigentlich auf Suche nach einem passenden Multieffektpedal, aber ich wurde nicht fündig) und stieß dabei auf etwas recht Neues, nämlich die "Vox Soundbox Mini".
[Bild: Jan14_LNU_VOX_SoundBox_Mini_Slant_WEB.jpg]
Ich habe noch nie einen so handlichen, vielseitigen und dabei stromsparenden Amp gesehen, das schlägt sich allerdings auch etwas im Preis nieder. Der Klang war mit der Drehleier auf Anhieb gut und das Teil lässt sich mit Netzteil oder AA Batterien betreiben, ist also auf jeden Fall etwas für die Freunde mobiler Elektronik, die Maximallautstärke hat bei der Größe natürlich ihre Grenzen, reicht aber für mich locker aus und ist immernoch erheblich lauter als meine eigentlich ohnehin schon laute Phoenix im stromfreien Modus.
Hall und Chorus sind eingebaut, hier ein kleiner Test des Teils an einer E-Gitarre: http://www.youtube.com/watch?v=sJE-hF63atA
Dass man das Teil auf einen normalen Mikrophonständer schrauben und seinen mp3/ogg/flac-player anschließen kann und dann eine ordentliche mobile Anlage hat, ist natürlich auch nicht schlecht. Wink

Diese Ausflüge waren wie immer sehr schräg, nicht nur in Bezug auf die Eingangskontrolle bei der man für das in den Laden geschleppte Instrument neuerdings Typus, Hersteller etc... angeben muss.

Was mich wirklich interessieren würde, sind Erfahrungen mit kleinen Tonabnehmern direkt an den Stegen und deren Verkabelung sowie auch Erfahrungen mit E-Geigentonabnehmern bei Metallsaiten.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus (1478-1535)
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