Drehleier Model Namen
#1
ich hab da mal eine frage als Drehleierneuling:
und zwar bin ich immer noch auf der suche nach einer Anfängerdrehleier Blush . weiß immer noch nicht von wem ich eine haben möchte und wollte mal fragen ob die verschiedenen Drehleiern von allen Bauern gleich genannt werden? (Z.B. beim Dudelsack kennt man beispielsweise die Schäferpfeife und man weiß wie diese aussieht oder beim Hümmelchen oder so und das bauen dann viele Bauer so,). Gibt es so etwas auch bei der Drehleier? oder heißen diese bei jedem Bauer anders? Ich habe immer andere Namen gefunden und finde das zum anfang echt verwirrend. Kann man mir da helfen?

Danke schonmal
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#2
Hallo Bini,

habe mal deinen Beitrag aus der Drehleierbauer Liste rausgenommen und in ein eigenes Thema verfrachtet.

Die Drehleierbauer haben für moderne Leiertypen jeweils eigene Namen.
Sebastians Hilsmanns Equivalent zur Wolfgang Weichselsbaumers "Alto" ist zum Beispiel die "Largo".

Nur die historischen Leiern wie die französische Lautenleier oder die Kastenleier haben Herstellerübergreifende feste Namen.

LG

Marc
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#3
das ist in ordnung :-)

dann habe ich noch eine frage
gibt es denn auch kein baustiel die einen namen hat? das die eckigen einen überbegriff haben und die bei dem rad rundlich ist auch? muss man das einen bauer alles erklären wenn man eine Leier bei ihm bestellt?
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#4
Also bei modernen Leiern gibt es einen gewissen Trend zu zwei vergleichbaren Modellen.

Meiner Meinung hat sich klar raus kristallisiert das es "kleine Leiern" und "große Leiern" gibt.

Die kleinen (vergleichbaren) Leiern sind:
Hilsmann - Vivace
Walter Simons - Marie Loise
Weichselbaumer - Allegro
Betz/Gotschy - Phönix

Die großen (vergleichbaren) Leiern sind:
Hilsmann - Largo
Walter Simons - TK10
Weichselbaumer - Alto (bzw dessen Nachfolgermodell Viola)

Die große Leiern haben ihre stärke definitiv bei den tiefen Melodiensaiten wegen fetten Korpus. Da Weichselbaumer mit seiner Alto Serie mit solchen Leiern zuerst auf den Markt war, habe ich mir angewöhnt bei den großen Leiern von "Alto-Leiern" zu reden, was aber auch schon zu einigen Missverständnissen geführt hat Smile

Walter Simons bietet noch ein günstiges Einsteiger Modell Names "Pixel", Hilsmann eine elektro Akustische Names "Accento" und Weichselbaumer noch ein paar mehr, vor allem auch für Barocke Musik.

Wenn du bei einem Bauer eine Leier bestellt hast du hoffentlich schon mit zwei bis drei Bauern auf Festivals, Spielkursen oder in ihrer Werkstatt gesprochen und dir ihre Modelle angeschaut. Die können dich am besten persönlich Beraten und dir Vorort am lebenden Objekt die unterschiede ihrer Modelle zweigen.
Dann sollten sich die meisten deiner Fragen und Erklärungsprobleme was du eigentlich willst erübrigen. Smile
Am besten ist es vermutlich auf einen Drehleierkurs zu gehen. Dort findet sich häufig auch ein Bauer und es gibt viele Drehleierspieler mit denen man sich austauschen kann und bestimmt auch ihr Instrument probespielen kann wenn man nett fragt.

LG

Marc

P.S. Ich hoffe doch das bei allen Drehleiern das Rad rundlich ist Smile
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#5
aber hat Weichselbaumer eine richtige Internetseite auser die wo man nur runterscrolen kann?
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#6
(14.12.2014, 00:52)Bini schrieb: aber hat Weichselbaumer eine richtige Internetseite auser die wo man nur runterscrolen kann?

Wolfgang Weichselbaumer hat kürzlich seine Webseite upgedatet.
Die vorherige war zwar nicht auf dem Stand der Technik, aber deutlich informativer wie seine jetzige.

Warum er so gut wie alle Informationen (und Soundbeispiele) von der Webseite entfernt hat und diese durch eine Scrollwüste mit vielen großen Bildern ersetzt hat ist mir persönlich ein Rätsel.
Bleibt zu hoffen das das nur eine Zwischenlösung ist.
Drehleiern kennen sehr wohl die Gesetze die Physik,
aber sie interessieren sich für diese nicht besonders.
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#7
Drehleiern entscheiden sich in Form, Klang und Mechanik wohl mehr als alle anderen Instrumente, wirkliche Vereinheitlichung gibt es dabei nicht.

Du solltest dir überlegen, was du genau willst und das den Drehleierbauern sagen, damit sie dir die entsprechenden Vorschläge machen können. Auf Festivals direkt mehrere Drehleierbauer mit ihren Modellen zur Verfügung zu haben ist die beste Lösung, davon abgesehen, dass man dort auch gleich den entsprechenden Einsatz sehen kann.

Wenn du auf Dauer komplexe Schnarrhythmen lernen willst, solltest du m.E.n. keinen Raddurchmesser unter 20cm nehmen, wenn dir mehr an einem kompakten Instrument und Schnarre nur für Akzente wichtig ist, sind kleinere Durchmesser sinnvoll, aber wie gesagt schränkt das auf Dauer etwas ein (dieses Problem habe ich derzeit).

Die Mensur (schwingende Saitenlänge) ist inzwischen auch häufig unterschiedlich, längere Mensur bedeutet in der Regel wärmerer Klang, weniger Probleme mit tiefen/dicken Saiten und in gewissem Maße auch größere Tastenabstände, wobei sich Letzteres Konstruktiv meist gut angleichen lässt.

Die Menge an Kapodastern sowie Schnarr-, Bordun- und Melodiesaiten hängt eben davon ab, in wievielen Tonarten und mit welchen Registern/Intervallen du spielen möchtest.

Die Korpusform (Lautenkorpus, Tropfenform, Barock, etc...) und Menge (wenn existent) an Resonanzsaiten hängt von deinem Klangideal ab.

Am Ende entscheiden sich die Leute aber ohnehin primär über den Preis.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus (1478-1535)
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#8
Hallo Bini,

ich denke meine Vorredner haben das mit den Modellen recht gut erklärt. Wenn Du eine "Anfängerleier" suchst, dann würde ich Dir zu einem traditionell besaitetem Instrument (G/C Bordun, 2-3 g Melodiesaiten davon eine eventuell oktaviert, c/d Schnarre) raten. Alles andere ist m.E. zwar toll, kann aber gerade am Anfang auch verwirren (außerdem wird es mit Kapodastern, mehreren Schnarren, verschiedene
Melodiesaiten, Mikrofon oder Verstärker etc. schnell auch recht teuer. Diese Investition lohnt sich meiner Meinung erst wenn Du Dir auch sicher bist das die Drehleier genau das Instrument ist das zu Dir passt...).

Von ganz günstigen Angeboten würde ich ebenfalls eher abraten, da es für einen Anfänger sicher nicht einfach ist hier "Spreu" von "Weizen" zu unterscheiden.

Aber bei den bereits genannten Instrumentenbauern kann man m.E. nichts falsch machen.

Wenn Du die Möglichkeit hast mehrere Instrumente auszubrobieren (z.B. auf einem Festival etc.) dann mach das, denn dem Einen liegen Lautenleiern gut dem anderen
"Gitarrenförmige" (zumindest Bröker nennt in ihrer Diss "Die Drehleier der Bau und ihre Geschichte" alle möglichen nicht-Lautenformen so).

viele Grüße,
SN
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#9
Ich danke euch sehr das ihr mir in der Sache so hilfreich seid. ich habe leider erst im Mai einen Kurs (ich hatte dieses Jahr schon einen). Da werde ich mich auf jeden fall mal umsehen.

Aber ist für einen Anfänger es leichter ein schon eingespieltes Instrument zu suchen oder sich wirklich ein neues bauen zu lassen?

Was sagt ihr so von der Erfahrung her?

Liebe Grüße
Bini
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#10
...ein gut eingerichtetes neues Instrument, damit wirst Du meiner Meinung nach am wenigsten Probleme haben.

Bei einer gut eingespielten gebrauchten Drehleier solltest Du schon genau nachfragen warum es verkauft wird und prüfen ob die Tangenten nicht mit der Zeit ein zu großes Spiel entwickelt haben. Schlecht ist es z.B. wenn der Besitzer selbst irgendwie daran herumgebastelt hat...

Ich habe mir meine 1. Leier gebraucht über einen Drehleierbauer gekauft, das könnte auch für Dich eine Option sein, da dann die gebrauchte Leier i.d.R. durchgesehen ist und eventuelle Probleme behoben sind.

viele Grüße,
S.N.
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