Deckenriss - wie dramatisch ist das & was tun?
#1
Hallo ihr,


ich habe eine Gotschy Phoenix DaVinci als Zweitleier erworben. Nach Experimenten mit zu dicken Saiten habe ich mir einen Deckenriss eingefangen. Jetzt bin ich am überlegen was ich mit der Leier weiter mache. Der Einschätzung eines Bauers zufolge käme mich die Reparatur auf an die 300 Euro. Das wäre finanziell kein Problem für mich. Andererseits nervt mich der Aufwand. Und dann finde ich die Phoenix doch wieder sehr schick.

Daher würde ich mich über ein paar Erfahrungen und Einschätzungen von euch freuen:
Was würdet ihr bei einem solchen Riss machen: Reparieren lassen oder ist schon alle Hoffnung verloren, dass das Ding wieder flott wird?
Wie sind eure Erfahrungen mit Deckenrissen: Lässt sich das reparieren oder klingt die Leier danach schlecht? Hält die Reparatur eines Deckenrisses dauerhaft oder bricht die Stelle wieder auf? Irgendwelche anderen Nachteile?  Weitere Tipps?

Ihr seht schon - ich bin kein Experte in Drehleierreparatur. Daher würde ich mich über Antworten sehr freuen.



Photos der Drehleier und des Deckenrisses finden sich hier - und ihr dürft gern mit den Photos machen was ihr wollt. Sie sind frei lizensiert:
https://www.flickr.com/photos/129427023@...394684635/
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#2
Ich würde dir empfehlen einfach mal Alexandra Betz (sie hat die Werkstatt von Gotschy vor einigen Jahren übernommen) anzuschreiben und sie fragen, was sich da machen lässt. Nicht, dass ich dem anderen Bauer seine Kompetenz absprechen mag, aber sie kennt ihre eigenen Instrumente wohl immer noch am Besten und wird dir deine Fragen wohl am Genauesten beantworten können.
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#3
wenns wirklich nur ein Deckenriss ist einfach Alexandra anrufen ... 

Wenn der Leim gut rein geht sollt es wieder passen!

die Stelle vom Riss sieht aber schon eigenartig aus.

mfg Daniel
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#4
Hallo ihr,

vielen lieben Dank für die Tipps. Ich schau dann mal was ich damit mache und wenn ich keine Interessenten finde, geht es spätestens in meinem Sommerurlaub in die Reparatur. Und wenn ich sie reparieren lasse, dann behalte ich sie auch. Das ist ja immer eine echte Fahrerei zu den Drehleier-Bauern  Wink
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#5
Mal was zum Thema:

 [Bild: DSCF1758.jpg] [Bild: DSCF1754.jpg]

So sieht ein Konstruktionsfehler (Phoenix Abraxas) irgendwann aus (eingeschnittene Kerben genau zwischen die Jahresringe, keine Randsperrung),
am Montag ging's bei dem Temperaturanstieg dann doch plötzlich recht weit auf.
Ich werde nachher mal bei Alexandra anrufen, ihr Vorgänger hat's zwar verzapft aber mal sehen was sie dazu sagt, ich hoffe die neuen Abraxas haben diese Art von Schallloch nicht mehr.
Das Fiese an der Geschichte ist, dass ich das Instrument unter weniger Spannung betrieben habe als bei Auslieferung, da ich die Schnarre von c auf ein leises G runtergestimmt habe.

Und hier die beiden langfristig funktionsuntüchtigen Kapos die mir Helmut damals für sage und schreibe 160€ angebaut hat bei denen die Gegenspannung zur Seite nur durch das Schraubengewinde gehalten werden sollte:

[Bild: DSCF1761.jpg] <--- tauschte ich vor langer Zeit gegen Loveland kapos aus, passt aber nicht mehr in den Koffer wenn beidseitig angebaut.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus (1478-1535)
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#6
Autsch!
Was ist draus geworden?
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
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#7
(26.04.2015, 19:28)Elisa schrieb: Autsch!
Was ist draus geworden?

Alexandra meinte sie hätte keine Bedenken mit dem Instrument zu spielen und kenne Leute die Jahrelang mit solchen Rissen gespielt haben. Immerhin muss ich mir dann wegen der nächsten Sessions wohl keine Sorgen zu machen, vielleicht sollte ich trotzdem mal versuchen meine schwarze Leier erstmal primär im Schatten zu spielen. Wink
Desweiteren meinte sie, mit der Reparatur sollte man noch warten bis sie sich bei höherer Luftfeuchtigkeit wieder etwas geschlossen haben und dann reparieren.

Da wir dieses Jahr wohl auf komplett unterschiedlichen Festivals sind, werde ich das wohl selber machen und dann vielleicht auch gleich mal den Rand "sperren".

Die Fotos vom Eröffnungspost kann ich mir leider nicht ansehen, keine Ahnung wie vergleichbar das ist.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus (1478-1535)
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#8
(28.04.2015, 23:45)David-F schrieb: Die Fotos vom Eröffnungspost kann ich mir leider nicht ansehen, keine Ahnung wie vergleichbar das ist.

Wenn ich alle (3) Scripts verbiete, sehe ich statt nur dem Flickr-Logo (blauer+pinker Punkt) wenigstens anklickbare Kacheln, allerdings ohne Vorschau. Vielleicht gehen diese direkten Verknüpfungen (an die großen Bilder kam ich auch nur indirekt), auf diesen vier Bildern ist der Riss sichtbar:

https://www.flickr.com/photos/129427023@...1394684635 
https://c1.staticflickr.com/9/8579/16647...1cb8_b.jpg

https://www.flickr.com/photos/129427023@...1394684635 
https://c4.staticflickr.com/8/7638/16215...b0d3_b.jpg

https://www.flickr.com/photos/129427023@...1394684635 
https://c1.staticflickr.com/9/8669/16833...5ba4_b.jpg

https://www.flickr.com/photos/129427023@...1394684635 
https://c1.staticflickr.com/9/8692/16627...1ffb_b.jpg

___
@KaariKitsune:

Sehr schöne Farbgebung, die Leier, auch die Gotschy-typischen(?) Kombi-Wirbel mit Holzkopf gefallen mir besser als die sonstigen Metall-Mechaniken.

Noch etwas Senf ohne wirkliche Erfahrung:
Der Riss ist doch zumindest durch die hübsche Rosette jetzt abgegrenzt/gesperrt?
Aber den Balken unter dem Tangentenkasten-Ansatz würde ich gründlich inspizieren (lassen): Falls der Grund zu hohe Saitenspannung der Melodiesaiten war, drückte doch der stabile Tangentenkasten genau an dieser Verbindung Decke und eben auch Balken Richtung Rad (und vielleicht ein bisschen nach unten). Da hätt ich Angst, dass sich der Riss seitlich am T-kasten weiterzieht, wann immer ich die Leier daran anfasse.

Dagegen scheinden mir Deine, David, statisch eher unbelastet (und sind doch jetzt endlich beiderseits gesperrt - durch Decken-Ende und Radhalter...)

Smile
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#9
Danke für die Links, der jeweils Zweite geht.
Ich habe da selbige Bedenken, da die Faserrichtung der Tangentenkastenwände wohl die selbe sein dürfte wie die der Decke und die dünne Wand als Sperrung wohl ohnehin eher knapp ist.

Bezüglich meiner:
Ja, jetzt sind die Risse gesperrt aber eben nicht so, wie man sich das wünschen würde...
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus (1478-1535)
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#10
Die Themen Deckenrisse & Co. regen schon sehr zum Nachdenken an. Ich habe auch eine Meinung dazu, bringt aber nichts wenn ich sie äußere, weil rein spekulativ. Dann hatte ich die Idee, all das, was man überall nachlesen kann, mit meinen eigenen Erfahrungen zu verbinden und in einem eigenständigen Text zu packen. Erfahrene Drehleierspieler/-innen werden vermutlich auf Altbekanntes stoßen, Neueinsteigern hilft er vielleicht, folgenreiche  Fehler im Umgang mit dem Instrument zu vermeiden.

Auch wenn der Text allgemein gehalten ist, sind es eben immer auch meine Erfahrungen. Selbst bei den Empfehlungen von Geigenbauern kann man recht unterschiedliche und manchmal sogar gegensätzliche Empfehlungen lesen. So, das ist dabei heraus gekommen:


.pdf   DrehleierPflege.pdf (Größe: 219,7 KB / Downloads: 47)
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