Anfängerfrage zur Tastenanordnung
#11
Und hier schlägt mein Germanistenherz höher Wink
Spaß beiseite. Passiert doch immer wieder.
Aber AFAIK kannte ich jetzt selbst als Anglist nicht...

Zum Thema:
Gute Frage, ich hab da nie drüber nachgedacht warum die Tasten so angeordnet sind, wie sie es nunmal sind.
Habe das einfach so hingenommen. Frei nach dem Motto "Ist halt ne Drehleier und kein Klavier".
Aber die alten Drehleiern haben ja zum Teil ganz andere Tangenten gehabt.
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
Antworten
#12
...ist kein Klavier - das ist schon klar.

Es gibt da aber auch noch eine der Drehleier sehr ähnliche Instrumentenform -
die Hommel, das Scheitholz und unzählige weitere Namen.
Vielleicht hat sich das eine aus dem anderen entwickelt - keine Ahnung.
Ein gewisser Verwandschaftsgrad ist jedenfalls nicht abzustreiten.
Ursprünglich waren die auch nur diatonisch aber bei neueren konnte man auch chromatisch greifen.
Dort ist es jedenfalls häufig so, dass auf der oder den vorderen Saite(n) (dem Spieler zugewand)
die Bundstege der diatonischen Reihe liegen, 6, 7, 1, 2, 3, usw. genau wie bei der Leier.
Die Unterteilung der Ganztöne erfolgt durch zusätzliche 'Zwischenbunde' bei der weiter hinteren Seite.

' l ' l l ' l ' l l ' l ' so ungefähr

Dann gibt es noch diese japanischen Koto, (kenn ich nur von Bildern)da ist es im Prinzip genauso,
nur dass dort Tasten zum Einsatz kommen, welche die Saiten zwischen den Bünden nach unten drücken.
(Vielleicht wär das auch eine Idee zwecks besserer Stimmhaltung für die Leier?)

Die Greifweise ist bei beiden aber genau anders herum als bei der Leier.

Gruß

gebt Bescheid, falls ich lästig werde
Antworten
#13
Lästig? Bei einem solch interessanten Thema? Das will ich überhört haben...
Ne, ernsthaft, wer das aus schwer nachvollziehbaren Gründen lästig findet, ist nicht gezwungen, das Thema zu lesen. Punkt.
Antworten
#14
Die von dir genannten Instrumente zählen in die Familie der Zupfsinstrumente. Sind also nicht direkt mit der Drehleier verwand. Diese zählt zu den Streich- oder Tasteninstrumenten (je nachdem welche Forschungsliteratur man liest). Generell nimmt man an, dass sie sich aus der Fidel oder Rebab entwickelt hat. Das Rad fungierte als endloser Bogen. (Ganz im Sinne der Kirchentheorien im MA Wink )

Die Tastatur ist so angeordnet, weil erstens bei den Tonarten die auf der traditionell besaiteten Drehleier zur Verfügung stehen, die Halbtonschritte relativ selten gebraucht werden. Zweitens muss man ja quasi um den Tangentenkasten herumgreifen. Wären die Tastenreihen andersherum angeordnet wäre das ziehmlich unbequem zu spielen. Man müsste für die gängigen Töne ständig die Finger gekrümmt halten, und für die weniger oft vorkommenden Töne die Finger bequem strecken.

Hoffe das hat dir weiter geholfen.

P.S. Wenn du wissen willst wie sich das anfühlt, wenn die Tastatur andersherum wäre: einfach mal ein Stück in eine Tonart transponieren, bei der man tausende Vorzeichen hat und voilà ...
I have three answers to the questions that I know are in the audience.
Answer number one: It's called a hurdy gurdy.
Answer number two: you turn the crank and run your fingers up and down the outside.
Answer number three: No, I do not have a monkey!
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste