Wo liegt der Unterschied?
#1
Hallo allerseits

Ich bin totaler Anfänger. Kann weder Noten lesen noch beherrsche ich ein Instrument.
Naja, Gitarrenakkorde konnte ich mal.

Seit einem Jahr habe ich fleissig Münzen angehäuft und von einer Drehleier geträumt.
Nun kommt langsam der Moment der Entscheidung...

Durch den (online) Vergleich verschiedener Instrumentenbauer habe ich folgende Frage:

Wodurch rechtfertigt sich der grosse Preisunterschied zwischen einer Hilsmann und einer Betz/Gotschy Leier?
Rächt es sich wenn man anstelle 5000.- nur 2000.- ausgibt?


Ich will keinesfalls einen Grabenkrieg aufbeschwören, es interessiert mich nur sehr.

Meine Traumleier wäre mit 2-3 Melodiesaiten, 2 Schnarren und 2 Dronen ausgestattet.
Aber von welchem Hersteller?

Da ich in der Schweiz wohnhaft bin, liegen die Werkstätten nicht so nah für einen schnellen Vergleich. 


Danke und Gruss
Walter
Antworten
#2
(22.02.2017, 21:22)Kunasson schrieb: Hallo allerseits

Ich bin totaler Anfänger. Kann weder Noten lesen noch beherrsche ich ein Instrument.
Naja, Gitarrenakkorde konnte ich mal.

Seit einem Jahr habe ich fleissig Münzen angehäuft und von einer Drehleier geträumt.
Nun kommt langsam der Moment der Entscheidung...

Durch den (online) Vergleich verschiedener Instrumentenbauer habe ich folgende Frage:

Wodurch rechtfertigt sich der grosse Preisunterschied zwischen einer Hilsmann und einer Betz/Gotschy Leier?
Rächt es sich wenn man anstelle 5000.- nur 2000.- ausgibt?


Ich will keinesfalls einen Grabenkrieg aufbeschwören, es interessiert mich nur sehr.

Meine Traumleier wäre mit 2-3 Melodiesaiten, 2 Schnarren und 2 Dronen ausgestattet.
Aber von welchem Hertseller?

Da ich in der Schweiz wohnhaft bin, liegen die Werkstätten nicht so nah für einen schnellen Vergleich. 


Danke und Gruss
Walter

Hallo,
meiner Meinung nach rechtfertigen sich die Preise einer Leier durch das verwendete Material und den
hohen Anteil an Handarbeit.
Da Du wohl noch nicht viel Kontakt zu einer Drehleier hattest kann ich Dir nur empfehlen
einen Kurs zu besuchen. Z.B. http://www.drehleier-unterricht.de .
So ein Kurswochenende würde sich sicher bezahlt machen da Du da ein breites Spektrum
an Drehleiern zu sehen bekommen würdest.
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Leiern sind sicherlich nur in Details aber ein 
höhenverstellbarer Melodiesteg oder Wirbel mit Mechanik sind nicht zu verachten.
Ob es in der Schweiz auch Drehleierkurse gibt kann Dir sicher jemand aus dem Forum sagen.
Viel Erfolg
Antworten
#3
Sleepy
Hallo Kunasson,
ich habe selber erst vor kurzer Zeit mit leiern angefangen. Nach dem Drehleierwochenende in Burgdorf im Januar 2016 stand für mich fest, dass ich dieses Instrument lernen will  Shy Dort konnte ich auch verschiedene Drehleiern von Gotschy über Falke zu Rebollo ausprobieren. Und ja, sie tönen sehr verschieden, und die teureren halt für meinen Geschmack auch viel besser! 
Meine Drehleier ist nun bald fertig, hab mich für Falke entschieden, im mittleren Preissegment, und er wohnte bis anhin in Freiburg (D) was ja noch nahe ist. Leider ist er aber inzwischen in den Norden gezogen.
Per Zufall habe ich dann auf Ricardo eine Gotschy Standart gekauft, welche mir jedoch vom Klang nicht so zusagt. Hier merke ich den Unterschied schon! Falls du nahe Zürich oder Basel wohnst, kannst du die mal ausprobieren. Evtl. verkauf ich die auch weiter  Sleepy melde dich bei Interesse.
Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.
Antworten
#4
Lieber Walter, der Unterschied liegt schlicht und ergreifend in der Qualität :-).

Das ist bei "Exoteninstrumenten" meiner Erfahrung nach zumindest hier in Mitteleuropa tatsächlich eine ganz einfache Rechnung: Mehr teuer, mehr besser. :-) Ich kenne zumindest bei Drehleier, Dudelsack und Hakenharfen keine gegenteiligen Beispiele. (Wie ist das eigentlich bei Nyckelharpas?)

Ob das "besser" bei einem Preis von z.B. 4000 Euro nun bei einem Instrument von Instrumentenbauer X oder Instrumentenbauer Y Deinen ganz speziellen Ansprüche an Klang und technische Gimmicks besser entspricht, kannst Du nur durch Probespielen herausfinden.

Bei einem derart mechanischen Instrument wie einer Drehleier, wo einfach sehr viel schlicht reibungslos funktionieren muß und nicht nur gut klingen,  würde ich mir einen preiswerten Kauf sehr gut überlegen.

Herzliche Grüße, Merit Zloch
Antworten
#5
..wobei man aber auch sagen muss, das Drehleiern von gewissen Herstellern einfach über jeden Zweiefl erhaben sind, auch wenn sie günstiger sind als andere. So z.B. die Phoenix von Gotschy/Betz . (Ob man sie klanglich mag, ist natürlich ne andere Sache)
Antworten
#6
(24.02.2017, 12:46)darkstain schrieb: ..wobei man aber auch sagen muss, das Drehleiern von gewissen Herstellern einfach über jeden Zweiefl erhaben sind, auch wenn sie günstiger sind als andere. So z.B. die Phoenix von Gotschy/Betz . (Ob man sie klanglich mag, ist natürlich ne andere Sache)

Dafür sind dort Handarbeitsanteil und Produktentwicklung eben nicht so ausgeprägt.
Alles hat sein Für und Wider.

Bei einem so komplexen Instrument sollte man die Preise auch im Verhältnis zu anderen Streichinstrumenten sehen und schon kommen sie einem nicht mehr teuer vor und man spart bereitwilliger darauf.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus (1478-1535)
Antworten
#7
Ein weiterer Aspekt: Auch bei Drehleiern greifen die schnöden Regeln des Markts. Wenn ein renommierter  Drehleierbauer über Jahre in vergleichsweise hohen Stückzahlen produziert, schlägt sich das irgendwann auch bei den Preisen auf dem Gebrauchtmarkt nieder und wirkt sich langfristig auf die Preisgestaltung bei Neuinstrumenten aus. Deswegen müssen diese Instrumente keineswegs schlechter sein. Qualität hat aber auch hier immer seinen Preis. Der Marktplatz im Forum bildet das nach meinem Eindruck recht gut ab. Und so manches Trauminstrument taucht erst garnicht im Handel auf oder man muss sehr lange danach suchen. 

Aber wie weiter oben schon geschrieben, ist der Preis für eine gute Drehleier im Vergleich zu anderen Instrumenten angesichts des Materialaufwands und des Fertigungsprozesses immer noch sehr niedrig.
Aus heutiger Sicht würde ich einem gebrauchten, von einem versierten Spieler gut eingerichtetes Instrument den Vorzug geben. Es ist dann etwas günstiger und die Kinderkrankheiten sind auch schon überstanden. Nur klanglich, von der Verarbeitung und von der Ausstattung her sollte es den eigenen Vorstellungen entsprechen, ohne Kompromisse, die man später bereut. Manche Features kann man nachrüsten lassen, mit anderen muss man dagegen leben, wenn die Entscheidung erst einmal gefallen ist.

Letztlich führt an der eigenen (Hör-)Erfahrung mit dem konkreten Instrument vor Ort kein Weg vorbei. Reine Preisvergleiche im Netz sind da nicht wirklich hilfreich.
Antworten
#8
(24.02.2017, 10:23)Merit Zloch schrieb: Mehr teuer, mehr besser. :-) Ich kenne zumindest bei Drehleier, Dudelsack und Hakenharfen keine gegenteiligen Beispiele. (Wie ist das eigentlich bei Nyckelharpas?)


Ist eigentlich genau das gleiche (ist es überhaupt bei irgendeinem Instrument anders?) mit geringen Unterschieden. Bei der Nyckelharpa kriegt man schon um die 3000€ sehr gute Instrumente und die absoluten Top-Instrumente beginnen so bei 6500€. Man kommt also etwas günstiger weg, als bei der Drehleier Wink

Es geht aber natürlich auch noch teurer und es gibt auch Instrument für um die 10.000€. Das ist aber die absolute Ausnahme und mir fallen auch nur ein paar Instrumentenbauer in dieser Kategorie ein. Die sind aber auch bis auf wenige Ausnahmen (das folgende bitte ohne jegliche Wertung lesen) im klassischen Bereich unterwegs und bauen Harpas, die vom Klangbild nicht unbedingt dem entsprechen, was man sich im Folk darunter vorstellt. D.h. die Instrumente nähern sich eher einem klassischem Bratschen-/Geigen-/Celloklang (je nach Stimmung) an. Ob man das mag, oder nicht, ist jedem selbst überlassen.
Antworten
#9
Danke, mein Wissen erfährt signifikante Auswölbungen! (nach Max Goldt) :-)

Gut nach Hause gekommen? Oder doch nach Hamburg :-)?

Liebe Grüße, Merit
Antworten
#10
Hallo Miteinander

Danke für eure zahlreichen Inputs.

Der Stand der Dinge ist nun folgender:

Ich habe bei Sebastian Hilsmann eine Vivace bestellt. Big Grin 
Seine Beratung hat mich überzeugt.
Mal schauen, die Vorfreude ist jedenfalls RIESIG.

Gruss Kunasson
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste